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31.12.2014

21:41 Uhr

Giorgio Napolitano

Italiens Präsident will bald zurücktreten

Auch in Italien hält der Präsident zum Jahresende eine Fernsehansprache. Giorgio Napolitanos Botschaft bringt den italienischen Ministerpräsidenten Renzi in die Bredouille: Jener soll für ihn einen Nachfolger finden.

Fernsehansprache in Italien: Der italienische Präsident Giorgio Napolitano enthüllt seine Rücktrittspläne. Reuters

Fernsehansprache in Italien: Der italienische Präsident Giorgio Napolitano enthüllt seine Rücktrittspläne.

RomItaliens Präsident Giorgio Napolitano hat seinen baldigen Rücktritt aus Altersgründen angekündigt. "Ich werde bald zurücktreten", sagte der 89-Jährige am Mittwoch in seiner traditionellen Fernsehansprache zum Jahresende. Sein Alter erschwere es ihm zunehmend, seinen Aufgaben nachzukommen. Ein konkretes Datum für den Rücktritt nannte Napolitano allerdings nicht.

Seit Wochen wird über den Zeitpunkt des Rücktritts Napolitanos spekuliert, der seit seinem Antritt im Mai 2006 in mehreren Regierungskrisen der entscheidende Vermittler zwischen den Parteien war. Als mögliches Datum gilt der 13. Januar, wenn Ministerpräsident Matteo Renzi das Semester der italienischen EU-Ratspräsidentschaft abschließt. Befürchtet wird, dass erneut eine chaotische Wahl das Land lahmlegt, das in der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit steckt.

Das Parlament und die Parteien sollten sich auf die Wahl des neuen Staatsoberhauptes vorbereiten, sagte Napolitano. Dies sei eine Prüfung für die „Reife“ und die „Verantwortung“ im Interesse des Landes. Als potenzieller Nachfolger gilt unter anderen der zweimalige ehemalige Ministerpräsident Romano Prodi.

Eigentlich wollte Napolitano schon im April 2013 das Amt abgeben - doch nachdem zwei Kandidaten bei einer chaotischen Wahl gescheitert waren, ließ er sich zu einer weiteren Amtszeit überreden.

Renzi steht damit nun vor der schwierigen Aufgabe, einen Kandidaten zu finden, der den komplizierten Prozess zur Wahl eines neuen Präsidenten übersteht. Sollte ihm das nicht gelingen, könnte das Zweifel an Renzis Fähigkeiten wecken, die von ihm angestrebten Wirtschaftsreformen und Verfassungsänderungen durchzudrücken.

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