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27.06.2012

03:10 Uhr

Gipfel-Agenda

EU-Finanzminister diskutieren Wachstumspakt

Zypern fordert Finanzhilfen, Griechenland drängt auf Erleichterungen. Der bevorstehende EU-Gipfel soll Antworten auf drängende Probleme finden. In Paris trafen sich die Finanzminister zur Vorbereitung.

EU-Finanzminister trafen sich im Vorfeld des EU-Gipfels in Paris. dapd

EU-Finanzminister trafen sich im Vorfeld des EU-Gipfels in Paris.

Paris/Athen/NikosiaDie Finanzminister Deutschlands, Italiens, Spaniens und Frankreichs sind am Dienstagabend in Paris zusammengekommen, um den EU-Gipfel Ende der Woche vorzubereiten. An den Gesprächen nahmen neben Gastgeber Pierre Moscovici Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), sein spanischer Kollege Luis de Guindos, der stellvertretende italienische Finanzminister Vittorio Grilli sowie EU-Währungskommissar Olli Rehn teil, wie ein französischer Regierungsvertreter mitteilte. Über Ergebnisse wurde zunächst nichts bekannt. Moscovici hatte zuvor gemahnt, von den Europäern würden endlich "strukturelle Lösungen erwartet".

Beim EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag geht es um einen Wachstumspakt für Europa. Gleichzeitig erörtern die Staats- und Regierungschefs die Lage in kränkelnden Mitgliedstaaten wie Griechenland und Spanien. Außerdem sollen Brüsseler Vorschläge diskutiert werden, die Finanzpolitik enger zu verzahnen und gemeinsam über nationale Haushalte zu entscheiden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte vor dem Treffen der Finanzminister einer gemeinschaftlichen Haftung für Schulden europäischer Staaten erneut eine deutliche Absage erteilt. Eine gesamtschuldnerische Haftung werde es nicht geben, "so lange ich lebe", sagte Merkel nach Angaben aus Teilnehmerkreisen in einer Sitzung der FDP-Bundestagsfraktion. Am Mittwoch wird sich Merkel mit Präsident François Hollande in nach Paris treffen.

Griechischer Präsident Samaras drängt in Botschaft an EU-Gipfel auf Erleichterungen

Der griechische Präsident Karolos Papoulias will beim anstehenden EU-Gipfel in Brüssel eine Botschaft des verhinderten Regierungschefs Antonis Samaras übermitteln. In dem Schreiben werde Samaras nochmals auf Erleichterungen bei der Umsetzung der Spar- und Reformauflagen für sein hoch verschuldetes Land drängen, berichteten örtliche Medien am Dienstag. Samaras werde darauf hinweisen, dass die Griechen sich bei der Parlamentswahl am 17. Juni für einen pro-europäischen Weg entschieden hätten.

Der konservative Regierungschef kann aus gesundheitlichen Gründen nicht am EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag teilnehmen. Er erholt sich derzeit von einer Augen-Operation und darf vorerst nicht reisen. Im Vorfeld des Gipfels telefonierte Samaras am Dienstag unter anderen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy.

Der 83-jährige Papoulias wird die griechische Delegation in Brüssel leiten, zu der auch Außenminister Dimitris Avramopoulos sowie der amtierende Finanzminister Giorgos Zannias zählt. Der am Dienstag ernannte neue Finanzminister Giannis Stournaras wird nicht teilnehmen, da er noch vereidigt werden muss.

Zypern will sich noch nicht auf Summe für Finanzhilfe festlegen

Unterdessen gab das unter den EU-Rettungsschirm geflüchtete Zypern bekannt, dass es sich noch nicht auf die Höhe der Finanzhilfe festlegen, die es beantragen wird. Finanzminister Vassos Shiarly bezeichnete Berichte, wonach das Land bis zu zehn Milliarden Euro brauchen würde, am Dienstag als "Spekulation". Die Verhandlungen mit der EU hätten noch gar nicht begonnen und keine der beiden Seiten habe bisher die Höhe der Summe angesprochen, sagte Shiarly.

Ein wichtiger Faktor bei der Festlegung der Summe sei die Frage, ob Zypern von einem anderen Land ein weiteres Darlehen bekommen würde, sagte Regierungssprecher Stefanos Stefanou. Derzeit führt das Land nach Regierungsangaben entsprechende Gespräche mit China und Russland.

Zypern hatte am Montag wegen der engen Verflechtung seines Bankensektors mit Griechenland als fünftes Land der Eurozone Finanzhilfe beantragt.

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Kommentare (5)

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APO

27.06.2012, 03:56 Uhr

Der beste Wachstumspakt für Europa ist die Auflösung des Euro-Zwangsverbundes in einen Nord- und Süd-Euro.
1. Das gibt den Mittelmeerstaaten die Chance zur Abwertung, um wieder wettbewerbsfähig zu werden und stärkt sie damit.
2. Das befreit Deutschland aus der Finanzsklaverei für die anderen Staaten, bewahrt unser Land vor dem Ruin, stärkt nach vorübergehender Krise die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und verbilligt die Importe sowie Firmenkäufe in anderen Staaten.
3. Es stärkt die Eigenverantwortung der Staaten Europas und rettet den durch den Euro massiv bedrohten Frieden in Europa.

Daher: Deutschland muss sofort aus dem Euro austreten!

Account gelöscht!

27.06.2012, 05:47 Uhr

Wetten, daß der deutsche Michel mal wieder bezahlt?
Verkehrte Welt: Da bestimmt der Schuldner die Modalitäten!
Alles Schildbürger??
Wann ist denn mal Ende mit der unseligen Verknüpfung von Euro und Europa?
Haben Beide rein gar Nichts miteinander zu tun!
Deutschland bleibt als Rettung lediglich, selbst aus dem Euro auszutreten, denn ansonsten sind wir bankrott, während die Südländer auf unsere Kosten fröhlich weiter ihrem deutschlandfinanzierten Wohlleben frönen.
Wer verdient denn an diesem ganzen Schlamassel?
Steckt mal wieder der Krake Goldman dahinter?
Unsere Politiker zu verstehen bzw. deren Entscheidungen gegen das eigene Land nachvollziehen zu können, das habe ich schon längst aufgegeben.
Was mir aber stinkt: Querbeet in den öffentlich-rechtlichen Medien wird immer nur vom Fiskalpakt gesprochen, jedoch nicht von der angehängten Giftpille ESM. Das wird verschwiegen bzw, die Programmkommission hat es wohl unter den Tisch fallen lassen, da man den deutschen Michel nicht beunruhigen will, damit dieser nicht aufwacht während der Fußball EM, und das böse Erwachen dann erst später stattfindet.

Account gelöscht!

27.06.2012, 06:51 Uhr

Das beste Wachstumspaket ist die Entlassung der Schuldenstaaten aus der Eurozone. Abwertung der Währung, Sanierung in Eigenleistung. Das einzige Rezept was die Eurozone nachhaltig stabilisiert und Wachstum generiert. Für was werden Politiker eigentlich bezahlt?

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