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03.11.2011

20:28 Uhr

Gipfel in Cannes

G20-Länder setzen Europa unter Druck

Das griechische Referendum zum Rettungspaket ist abgeblasen. Trotzdem macht der Rest der Welt weiter Druck auf Europa, vor allem auf Kanzlerin Angela Merkel. Sie wollen jetzt endlich „Taten sehen“.

Kanzlerin Merkel traf beim G20-Gipfel in Cannes auf Griechenlands Premier Papandreou. Reuters

Kanzlerin Merkel traf beim G20-Gipfel in Cannes auf Griechenlands Premier Papandreou.

CannesDie G20-Partner haben die Europäer zu einem entschlossenen Handeln im Kampf gegen die Schuldenkrise gedrängt. US-Präsident Barack Obama machte in einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Auftakt des Treffens der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer im französischen Cannes am Donnerstag deutlich, mit der Lösung der europäischen Schuldenprobleme gehe es nicht nur um die Stabilität in Europa, sondern der ganzen Welt.

Ähnlich äußerten sich die Staatschefs aus China und Russland. Merkel warnte, dem IWF zufolge habe nicht zuletzt die Entwicklung in Europa und speziell in Griechenland dazu beigetragen, dass sich die Wachstumsaussichten weltweit verschlechtert hätten. Die G20 verständigte sich laut Entwurf der Abschlusserklärung zudem darauf, dem gewachsenen Einfluss der Schwellenländer in der Weltwirtschaft im Währungssystem und im Internationalen Währungsfonds (IWF) Rechnung zu tragen.  

Obama sagte, für eine Lösung der Euro-Schuldenkrise sei auch die Unterstützung der G20 nötig. Denn es komme darauf an, die Welt auf einen kräftigen Wachstumspfad zurückzubringen und dafür zu sorgen, dass die Menschen wieder zurück in Arbeit kommen können.

Auch Chinas Präsident Hu Jintao und sein russischer Kollege Dmitri Medwedew drängten die europäischen Partner zu zügigem Handeln. Europa solle sich zunächst selbst helfen, die Europäische Union habe alle Mittel dafür, sagte Medwedew. Hoch verschuldete Euro-Staaten müssten ihre öffentlichen Finanzen dringend sanieren. Länder der Währungsgemeinschaft, die als sicher gelten, sollten den schwächeren das Leben erleichtern und die wirtschaftliche Nachfrage fördern. Er sagte aber zu, dass Russland auch weiterhin an Programmen des IWF zur Stützung der Euro-Zone teilnehmen werde.  

Auch das Abschlusskommunique wird G20-Vertretern zufolge eine längere Passage enthalten, in denen die Europäer aufgefordert werden, ihre Krise rasch zu lösen.  Die sich überschlagenden Ereignisse in Griechenland belasteten auch den zweitägigen Gipfel.

Kommentare (16)

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Zitierender

03.11.2011, 20:44 Uhr

„Die bittere Wahrheit ist, dass es zunehmend danach aussieht, dass das Euro-System dem Untergang geweiht ist. Und die noch bitterere Wahrheit ist, dass Europa angesichts der Systemmängel besser dran wäre, wenn das System eher früher als später kollabiert.“

Zitat von Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman am 23. Oktober in der New York Times

Wutbuerger

03.11.2011, 20:51 Uhr

Die Überschrift sollte besser lauten: "Verschuldete Affen wollen Bananen sehen".

Mazi

03.11.2011, 21:05 Uhr

Interessant dass Frau Merkel jetzt Taten sehen will.

Sie will Taten sehen, nachdem sie dem Deutschen Volk über 200 Mrd. Euro entzogen hat?

Wo sind wir?
Wo ist die parlamentarische Kontrolle?
Wer kann diesen Abgeordneten noch zutrauen, das Volk zu vertreten.

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