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27.05.2011

11:59 Uhr

Gipfel in Deauville

G8-Milliarden sollen Arabiens Demokratien stärken

Die G8-Staaten wollen den demokratischen Wandel in Ägypten und Tunesien unterstützen. Dazu sollen allein internationale Förderbanken 20 Milliarden Dollar mobilisieren. Doch es geht noch um weit höhere Summen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Dmitri Medvedev in Deauville. Quelle: dapd

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Dmitri Medvedev in Deauville.

Deauville Die G8-Staaten wollen den demokratischen Wandel in Nordafrika mit großzügigen Finanzhilfen absichern. Ägypten und Tunesien sollen bis 2013 insgesamt 20 Milliarden Dollar (14 Milliarden Euro) erhalten. Diese Kreditzusagen machten internationale Förderbanken am Freitag zum Abschluss des G8-Gipfels im französischen Deauville. Die politischen Umwälzungen in Nahost und Nordafrika standen im Mittelpunkt des zweitägigen Treffens der großen westlichen Industriestaaten und Russlands.

Zu den Krediten der Förderbanken an Ägypten und Tunesien kommen nach Angaben von Diplomaten noch weitere Milliardenbeiträge unter anderem der EU und anderer Länder. Diese Gelder wollte der Gipfel jedoch nicht beziffern, hieß es. Für großzügige Hilfen hatte sich neben US-Präsident Barack Obama vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel eingesetzt. In Ägypten, dem größten arabischen Land, und in Tunesien hatten friedliche Demonstranten ihre Herrscher innerhalb weniger Wochen von der Macht vertrieben. Die Europäer fürchten große Flüchtlingsströme, falls sich die verheerende Wirtschaftslage in den beiden Ländern nicht rasch bessert.

Die G8 bestehen aus den großen Industriestaaten USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien sowie Japan und Russland.

Ein weiteres Gipfelthema war Libyen, wo sich Diktator Muammar al-Gaddafi zwei Monate nach Beginn der Nato-Militäraktion noch immer an der Macht hält. Obama und sein französischer Kollege Nicolas Sarkozy stellten klar, dass die Nato-Luftangriffe weitergehen müssten, bis Gaddafi die Macht abgibt. „Wir sind entschlossen, die Arbeit zu Ende zu bringen“, sagte Obama vor Journalisten. Die Nato-Operation mache Fortschritte. Ähnlich äußerte sich Sarkozy: „Die Libyer haben ein Recht auf Demokratie.“

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