Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2005

10:36 Uhr

Gipfel in Jakarta soll für bessere Kooperation sorgen

Retter kämpfen gegen Organisations-Chaos

VonOliver Müller

Neun Tage nach der verheerenden Flutkatastrophe in Asien schwillt das Heer von Hilfskräften an, die mit Essen, Wasser und Medikamenten in die verwüsteten Gebiete eilen. In dem Maß, wie Helfer entlegenere Gegenden erreichen, wächst das Ausmaß der Tragödie.

NEU DELHI. Indonesien, das mit bislang rund 100 000 Toten und 400 000 Flüchtlingen die größte Last zu tragen hat, ist weit stärker betroffen als befürchtet. „Entlang der Westküste Sumatras wird die Zahl der Opfer exponentiell steigen“, warnte der Koordinator der Uno-Nothilfe Jan Egeland gestern. Gleichzeitig wächst die Sorge vor Seuchen.

Doch eklatante Infrastrukturengpässe sowie Koordinationsschwierigkeiten erschweren den aus aller Welt herbeieilenden Rettungskräften das Rennen gegen die Zeit. Zerstörte Brücken und Straßen sowie weggespülte Piers bedeuten, dass zu vielen Orten nur Hubschrauber durchdringen. Verdeutlicht werden die Engpässe durch die stundenlange Sperrung des Flughafens in Banda Aceh, nachdem gestern ein Versorgungsflugzeug von der Landebahn abkam. Die Provinzhauptstadt ist Dreh- und Angelpunkt für die Hilfe im verwüsteten Norden der Insel Sumatra. Dass sich in entfernten Nachschubzentren wie Jakarta oder Colombo anlandende Hilfsgüter stapeln, die mangels Weiterleitung teils verderben, ist nicht das einzige Problem. So fehlt es fast überall an Medikamenten, während etwa Kleidung im Überfluss vorhanden ist. Teilweise kämpfen sich Teams verschiedener Organisationen gleichzeitig mühevoll in abgeschnittene Dörfer vor, anstatt sich aufzuteilen.

All dies erhöht die Bedeutung des morgen beginnenden internationalen Krisengipfels in Jakarta, zu dem neben Uno-Generalsekretär Kofi Annan unter anderem US-Außenminister Colin Powell, Japans Staatschef Junichiro Koizumi und Chinas Premier Wen Jiabao erwartet werden. Zusammen mit Vertretern betroffener Länder und von Organisationen wie Weltbank und EU werden sie um eine bessere Koordination der komplexen Hilfsaktion ringen. Powell lobte gestern in Thailand allerdings, die Hilfsaktion sei „außerordentlich gut“ angelaufen. Angesichts von Hilfszusagen in Höhe von zwei Mrd. Dollar sieht er Geld nicht länger als Problem, sondern dessen Verteilung sowie die Planung des Wiederaufbaus. Auch darüber wird in Jakarta gesprochen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×