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13.06.2018

10:57 Uhr

Gipfel in Singapur

Der wahre Gewinner des Trump-Kim-Treffens ist China

VonSha Hua

Für Nordkoreas Machthaber Kim und US-Präsident Trump war das Treffen vor allem ein PR-Sieg. Doch der wirkliche Profiteur ist China.

Reaktionen auf Singapur-Abkommen

„Erfolg für Nordkorea, Ungewissheit für die Sicherheit“

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Peking„Wollen wir Freunde werden?“, steht auf einem Zettel, den Donald Trump und Kim Jong Un unterschreiben sollen. Die Antwortmöglichkeiten sind: „Ja. Nein. Lass‘ uns (Staatspräsident) Xi fragen.“

Das Bild kursiert im Netz. Wie jeder Witz ist er ein bisschen überspitzt, enthält aber im Kern die Wahrheit. Denn auch wenn sich nur zwei Parteien auf diesem halbtätigen Gipfel getroffen haben: Der Einfluss einer dritten Partei war über den gesamten Verlauf des Treffens zu spüren. Der von China.

Das begann damit, dass Nordkoreas Machthaber Kim Flugzeuge der chinesischen Luftfahrtgesellschaft Air China für seine An- und Abreise nutzte. Stolze Internetnutzer wiesen darauf hin, dass auf dem symbolträchtigen Mittagsmenü nicht nur amerikanische und nordkoreanische Küche zu finden war. Auch ein chinesisches Hauptgericht mit „Schweinefleisch süß-sauer und gebratener Yangzhou Reis mit hausgemachter XO Chili Soße“ stand auf dem Speiseplan.

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Die Bewertung des Nordkorea-Gipfels in internationalen Medien reicht von „PR-Show“ bis hin zur Einschätzung eines „politischen Siegs für Kim“.

Chinas Einfluss spiegelt sich auch in der Sprache der Vereinbarung wider. Statt den amerikanischen Begriff einer „kompletten, verifizierbaren, unumkehrbaren Denuklearisierung“ zu benutzen, sprach man von einer „kompletten Denuklearisierung der Halbinsel“. Diesen Ausdruck benutzen vor allem Nordkorea und China.

Doch Chinas größter Triumph ist die Ankündigung von US-Präsident Trump, die „Kriegsspiele stoppen“ zu wollen. Gemeint sind die gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea, die er „zu teuer“ und „provokativ“ findet.

Seit Monaten wiederholt Peking immer wieder, dass der erste Schritt für eine Lösung des Konflikts ein Stopp der Militärübungen auf beiden Seiten sei. Sollte es tatsächlich dazu kommen und damit zu einer militärischen Deeskalation in der Region, würde das den strategischen Druck auf Chinas Armee erheblich senken. Noch Ende vergangenen Jahres hatte Washington drei Flugzeugträger für Übungen mit Südkorea und Japan vor die Küste Nordkoreas entsandt, um eine Warnung an Nordkorea – aber auch an China – zu senden.

Noch besser für Xi: Er soll auf ausdrücklichen Wunsch Trumps künftig mit am Verhandlungstisch sitzen. So kann er endlich aus dem Schatten heraustreten und auf eine konstruktive Art den Verlauf mitgestalten, statt den einst engen Verbündeten Nordkorea mit Sanktionen zu verprellen und zum Handeln zu zwingen.

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Trump prahlt im US-Fernsehen über sein Treffen mit Nordkoreas Diktator. Von seinem Freund, dem Moderator, muss er keine kritischen Fragen fürchten.

Wie wichtig der chinesische Staatspräsident für Trump ist, zeigte sich auf der Pressekonferenz in Singapur: Er werde Xi auf jeden Fall anrufen und von dem Treffen erzählen, antwortete der US-Präsident auf die Frage einer chinesischen Journalistin.

Während Trump auf der Pressekonferenz von den Stränden und dem künftigen Immobilienpotenzial Nordkoreas schwärmte, profitiert man in China bereits von den abflauenden Spannungen: In Dandong, der Grenzstadt zu Nordkorea, sind seit Verbesserung der US-nordkoreanischen Beziehungen die Häuserpreise rasant gestiegen.

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