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19.01.2011

18:51 Uhr

Gipfel in Washington

USA und China fädeln Milliarden-Deals ein

US-Präsident Obama empfängt Chinas Staatschef Hu mit allen militärischen Ehren. Trotz massiver Konflikte beschwören die beiden den Willen zur Gemeinsamkeit. Obama begrüßt den Aufstieg Chinas. Am Rande des Treffens in Washington werden Milliarden-Deals geschlossen.

Am Rande des Treffens werden milliardenschwere Deals abgeschlossen dpa

Am Rande des Treffens werden milliardenschwere Deals abgeschlossen

HB WASHINGTON. Die Supermacht USA und ihr rasch aufschließender Rivale China wollen ihre Beziehung auf eine neue Grundlage stellen. Den Weg dazu soll der "Gipfel auf Augenhöhe" ebnen, zu dem US-Präsident Barack Obama am Mittwoch seinen Kollegen Hu Jintao mit militärischen Ehren im Weißen Haus empfing. Beide Staatschef sicherten einander gemeinsame Anstrengungen zu, um die Differenzen in Handels- und Wirtschaftsfragen, die Atomkonflikte mit Nordkorea und dem Iran oder die Menschenrechte beizulegen. Ihre angespannten Wirtschaftsbeziehungen wollen die beiden größten Volkswirtschaften mit milliardenschweren Handelsverträgen festigen.

Der Besuch Hus sei eine Chance zu demonstrieren, "dass wir enormen Anteil am Erfolg des anderen haben", sagte Obama bei der Begrüßung seines Gastes. Auch wenn beide Mächte auf einigen Gebieten konkurrierten, könnten sie auf anderen zusammenarbeiten. Mit gesetzten Worten mahnte Obama zugleich die Einhaltung der Menschenrechte an: "Die Geschichte lehrt, dass Gesellschaften harmonischer, Nationen erfolgreicher sind und die Welt gerechter ist, wenn einschließlich der universellen Rechte des Einzelnen die Rechte und Verantwortlichkeiten aller Nationen und aller Menschen gewahrt werden."

Hu äußerte die Hoffnung, dass sein Besuch in den USA ein neues Kapitel in den beiderseitigen Beziehungen eröffnen werde. Er sei nach Washington gekommen, um neues Vertrauen zu begründen. China und die USA müssten die Entscheidungen des anderen und dessen grundsätzliche Interessen respektieren. Die freundlichen Worte und Gesten dürfen indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass beiden Großmächten schwierige Gespräche zur Lösung ihrer Probleme bevorstehen. Durchbrüche oder eine Annäherung von Standpunkten wurden nicht erwartet.

Kurz nach Beginn des Treffens teilte ein US-Vertreter den Abschluss von Handelsverträgen mit einem Volumen von 45 Milliarden Dollar mit. Darunter sei auch die Lieferung von 200 Flugzeugen des amerikanischen Herstellers Boeing. Die Vereinbarungen gelten auch als Gradmesser dafür, wie stark sich die beiden größten Volkswirtschaften im Streit um Handelsvorteile und Wechselkurse annähern können.

US-Außenministerin Hillary Clinton unterstrich die besondere Bedeutung des wechselseitigen Verhältnisses für die konjunkturelle Entwicklung und die politische Stabilität in der Welt. "Dies ist ein kritischer Augenblick. Er wird zeigen, wie gut die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern vorankommt", erklärte Clinton.

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