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27.01.2016

18:53 Uhr

Gipfeltreffen in Syrien

Opposition stellt Bedingungen für Teilnahme

Zum ersten Mal seit zwei Jahren sollen sich alle wichtigen Parteien zu Friedensgesprächen in Syrien treffen. Die Opposition will jedoch nur unter bestimmten Bedingungen teilnehmen. Und das ist nicht die einzige Hürde.

Zu den Eingeladenen der Friedensgespräche will sich der Sondergesandte der UN erst äußern, wenn diese geantwortet hätten. AFP

Staffan de Mistura

Zu den Eingeladenen der Friedensgespräche will sich der Sondergesandte der UN erst äußern, wenn diese geantwortet hätten.

Beirut/GenfDie wichtigste syrische Oppositionsgruppe hat den Vereinten Nationen (UN) Bedingungen für eine Teilnahme an den geplanten Friedensgesprächen für das Bürgerkriegsland gestellt. Monser Machus vom Hohen Verhandlungsrat (HNC) erklärte am Mittwoch, nun werde auf eine Antwort des UN-Syriengesandten Staffan de Mistura auf das Schreiben gewartet. Innerhalb der Gruppe gehe die Diskussion über die Teilnahme weiter. „Ich kann nicht sagen, ob sie heute abgeschlossen werden oder nicht.“ In dem im Internet veröffentlichten Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wird ein Ende von Angriffen der Regierungstruppen auf zivile Ziele und das Ende von Belagerungen verlangt. Diese Forderungen hatte der von Saudi-Arabien geförderte Rebellenverband schon mehrfach gestellt.

Ein weiteres HNC-Mitglied, Riad Naasan Agha, sagte dem Sender Al Jazeera, de Mistura müsse noch andere Fragen beantworten: „Ist das wichtigste Ziel dieser Verhandlungen, dass sie stattfinden oder dass sie erfolgreich sind?“ Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sagte im französischen Rundfunk, er habe mit dem HNC-Koordinator Riad Hidschab gesprochen. Offenbar seien die Oppositionellen grundsätzlich zur Teilnahme bereit.

Die vielen Namen der Extremistenmiliz IS

Isil

Die Abkürzung steht für „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ und ist vor allem im Englischen noch häufig zu hören. Sie kommt der Übersetzung des arabischen Namens recht nahe. Dort ist vom Islamischen Staat im Irak und „al-Scham“ die Rede, also Großsyrien unter den Omajaden und später den Abbasiden.

Isis

Die Kurzform von „Islamischer Staat im Irak und Syrien“.

Isig

Diese Abkürzung benutzt die Bundesanwaltschaft in ihren Pressemitteilungen. Sie steht für den „Islamischen Staat im Irak und Großsyrien“.

IS

So nennt sich die Organisation selbst seit der Ausrufung ihres Kalifats 2014. Die Abkürzung steht für „Islamischer Staat“. Kritiker lehnen diese Bezeichnung ab, weil sie den Anspruch der Miliz untermauere, einen echten Staat – und noch dazu einen islamischen – geschaffen zu haben. Manche sprechen deshalb vom „sogenannten Islamischen Staat“.

Daesch oder Daisch

Als Alternative ist in den vergangenen Monaten vermehrt die Bezeichnung Daesch oder Daisch in Mode gekommen. Dies ist die arabische Abkürzung für die Bezeichnung „Islamischer Staat im Irak und al-Scham“ (Al Daula al-Islamija fi al-Irak wa al-Scham). In den Ohren von Muttersprachlern klingt sie despektierlich, der IS selbst lehnt sie ab. Das ist ein Grund mehr für Gegner der Extremisten, sie zu verwenden.

Die fehlende Zusage des HNC ist nicht die einzige Hürde für die Gespräche. Sie werden auch von einem Streit über die Teilnahme der Kurdengruppe PYD gefährdet. Diese kontrolliert große Teile von Nordsyrien und wird von den USA militärisch unterstützt. Die Türkei betrachtet sie dagegen als Terrorgruppe. Außenminister Mevlüt Cavusoglu drohte am Dienstag, sein Land werde das Treffen boykottieren, wenn die PYD teilnehme. Russischen Angaben vom Mittwoch zufolge könnte die Gruppe später zu den Gesprächen dazustoßen. Der PYD-Vertreter in Frankreich, Chaled Eissa, erklärte, seine Gruppe werde sich an keine Entscheidung halten, die ohne ihre Beteiligung zustandekomme. „Mann kann nicht eine Macht vernachlässigen, die ein Gebiet kontrolliert, das drei Mal so groß ist wie der Libanon“, sagte er.

Zunächst war offiziell nicht bekannt, wer eine der am Dienstag verschickten Einladungen der UN zu den Gespräche erhalten hat. Das Treffen ist das erste seiner Art seit zwei Jahren. Im syrischen Bürgerkrieg sind mehr als 250.000 Menschen getötet worden. Millionen Syrer sind auf der Flucht.

Von

rtr

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