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06.04.2017

14:23 Uhr

Gipfeltreffen

Trump trifft Xi – und was hat das mit Deutschland zu tun?

„America first“ ist die Parole von US-Präsident Donald Trump. Deshalb drohen Handelskonflikte zwischen den USA und Exportnationen wie China und Deutschland. Welche Strahlkraft das Gipfeltreffen in Florida hat.

Neben dem Haupt-Thema Nordkorea und den Umgang mit dessen Atom- und Raketenprogramm, steht die Handelspolitik bei dem Treffen im Vordergrund. Die Handelsbeziehungen der beiden Länder beeinflussen die gesamte Weltwirtschaft. AP

Gipfeltreffen des US-Präsidenten Donald Trumps und Chinas Staatschef Xi Jinpings

Neben dem Haupt-Thema Nordkorea und den Umgang mit dessen Atom- und Raketenprogramm, steht die Handelspolitik bei dem Treffen im Vordergrund. Die Handelsbeziehungen der beiden Länder beeinflussen die gesamte Weltwirtschaft.

Washington/PekingZwei der mächtigsten Männer der Welt kommen zusammen, Chinas Staatschef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump. Sie vertreten die beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Ein Top-Thema: die Handelspolitik. Das Treffen in Florida wird mit Spannung erwartet - und betrifft auch Deutschland.

Denn Deutschland gehört wie China zu den wichtigsten Handelspartnern der USA – und wie China hat auch Deutschland im Handel mit den Amerikanern einen riesigen Überschuss. Das bedeutet, es werden viel mehr deutsche Waren nach Amerika exportiert als amerikanische Waren nach Deutschland. Die USA haben ein riesiges Handelsdefizit, die Regierung wirft China, Deutschland und anderen Ländern „unfaire“ Praktiken zu Lasten der Amerikaner vor.

Wie sich Trump über China geäußert hat

Feind

„Es gibt Leute, die wünschten, dass ich China nicht als unseren Feind beschreiben würde. Aber genau das ist es, was sie sind. Sie haben durch billige Arbeitskräfte ganze Industrien zerstört, uns Zehntausende Jobs gekostet, unsere Unternehmen ausspioniert, unsere Technologie gestohlen und ihre Währung manipuliert und abgewertet, was den Import unserer Waren teurer und manchmal unmöglich macht.“ (Buch: „Great Again: Wie ich Amerika retten werde“)

Handelspolitik

„Wir können China nicht weiter erlauben, unser Land zu schänden – und das ist es, was sie tun. Es ist der größte Diebstahl in der Weltgeschichte.“ (Wahlkampfveranstaltung in Fort Wayne, 1. Mai 2016)

Strafzölle

„Wir können nicht nach China rein. Ich habe die besten Leute, Hersteller - sie können nicht rein. Wenn sie reinkommen, müssen sie enorme Steuern bezahlen. Die Drohung mit 45 Prozent lautet, wenn sie (die Chinesen) sich nicht benehmen, wenn sie nicht die Regeln und Vorschriften befolgen, so dass wir auf beiden Seiten gleich sind, werden wir Steuern gegen sie erheben. Es müssen nicht 45 sein, es könnte auch weniger sein.“ (Debatte in Miami, 10. März 2016)

Währungsmanipulator

„Am ersten Tag einer Trump-Administration wird das Finanzministerium China als Währungsmanipulator bezeichnen.“ (Kolumne im Wall Street Journal, 9. November 2015)

Nordkorea

„China hat großen Einfluss auf Nordkorea. Und China wird entweder beschließen, uns mit Nordkorea zu helfen oder nicht. ... China (das Problem) Nordkorea nicht löst, werden wir es tun. Mehr will ich Ihnen dazu nicht sagen.“ (Interview, Financial Times, 3. April 2017)

Südchinesisches Meer

„Um die Sicherheit unserer Nation und unserer Investitionen zu sichern, werden wir das Militär aufbauen, das wir brauchen, um China einzudämmen, wo es im Pazifischen Raum und im Südchinesischen Meer zu weit geht. (Kolumne im Wall Street Journal, 9. November 2015)

Taiwan

„Ich verstehe die Ein-China-Politik voll und ganz, aber ich verstehe nicht, warum wir an eine Ein-China-Politik gebunden sein müssen, sofern wir keinen Deal mit China haben, der andere Dinge enthält wie den Handel.“ (In einem Interview mit Fox News, 11. Dezember 2016. Im Februar erklärte das Weiße Haus, Trump habe sich auf Bitte von Xi dazu bereit erklärt, die Ein-China-Politik in Ehren zu halten.)

Klimawandel

„Das Konzept der Erderwärmung wurde von und für Chinesen geschaffen, um die amerikanische Produktion wettbewerbsunfähig zu machen.“ (auf Twitter, 7. November 2012)

Sitzen Berlin und Peking also in einem Boot? „Deutschland und China befinden sich gegenüber den USA in einer ähnlich schwierigen Situation“, sagt der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher. Beide Länder hätten mit die höchsten bilateralen Handelsüberschüsse mit den USA.

Trump habe China und Deutschland als „Gegner“ bestimmt, da beide sehr stark von Exporten abhängig sind. „Deshalb ist es vor allem im Interesse von China und Deutschland, für offene Grenzen und für den Freihandel zu plädieren.“ In einem möglichen Handelskonflikt mit den USA bräuchten beide starke Partner - Deutschland vor allem ein geeintes und starkes Europa, China wiederum Europa.

Kommentare (6)

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Herr Hofmann Marc

06.04.2017, 14:40 Uhr

Ja, was hat das wohl für eine Bedeutung, wenn die zwei größten Wirtschaftsmächte der Welt mit USA und China ein neues Handelskapitel aufschlagen...das Deutschland sich warm anziehen darf!
Mutli-Lateral der grenzenlosen und kontrollosen Wirtschaft- Finanzexkursion ist Geschichte...man findet wieder zu vernünftigen bilateralen Beziehungen...zum Vorteil beider Handelspartner zurück. Die Weltregierung einer multilateralen Wirtschaft- und Finanzeliten Politik unter der Führung von EU-Deutschland mit Merkel, Junker, Tusk an der Spitze findet ihr Ende....Soros und die Bilderberger können einpacken. Danke!

Herr Hans Klahrin

06.04.2017, 14:50 Uhr

Also ich lese beim besten Willen nicht, das da "die zwei größten Wirtschaftsmächte der Welt mit USA und China ein neues Handelskapitel aufschlagen". Bleiben Sie doch beim Artikel.
Es sind doch die Gegensätze und gegenseitigen Vorwürfe die zentrale Botschaft. Und letztlich die Angst vor einem Handelskrieg.
Ich sehe da kein Bündnis oder ähnliches.
Beide Modelle erscheinen mir einfach zu konträr, als das sich was bewegen würde. Entscheiden wird sein, ob man einen Status quo findet. Und die USA haben sich mit dem Ausstieg im asiatischen Raum ein echtes Eigentor geschossen. Chrina schließt emsig alle von Herrn Trump überlassenen Lücken. Jetzt fühlen wir uns handelsseitig schon näher mit China verbunden, als mit den USA. Wenn der Trend so weitergeht, dann verliert Amerika am Ende wirtschaftliche Macht in der Welt. Und eines ist für mich klar....China gibt keinen Einfluß wieder her, den es einmal gewonnen hat.

Herr Hofmann Marc

06.04.2017, 15:14 Uhr

@Hans Klahrin
China ist doch mehr auf die USA angewiesen als anders rum.
Die USA waren schon vor China eine Wirtschaft- und Handelsmacht...da hat China noch dem Kommunismus und dem Sozialimus....dem Diktator gefrönt...hat die USA schon freie Wissenschaft, Handel, Marktwirtschaft betrieben...waren die USA schon erfdinderisch..
Der die Erfindungen, die frei Wissenschaft und Marktwirtschaft auf seiner Seite hat...die Bildung und die Vernunft und den Verstand....der bestimmt die Spielregeln...dessen Produkte sind NACHGEFRAGT....das einzige auf was der Wissende und Erfinder achten muss...sich vor Industriespionage, vor Wissens- und Erfinderverlust zu schützen....mit Grenzen, Kontrollen und mit einen guten Umfeld für eine Super Bildung für die Erfinder von Morgen...attraktiv und lebenswert, Schutz und Sicherheit, Freiheit und Vertrautheit (Kultur, Musik..)...das muss ein Umfeld/Land für die Erfinder und Genies der Zukunft zum Wohl der Gesellschaft bieten können.
In einer multilateralen und grenzenlosen Eliten Globalisierungsregierung werden Sie all dies nicht mehr finden...monoton und trostlos....Einfalt statt Vielfalt...Stillstand statt Wettbewerb...Grau statt Bunt....das ist die multilaterale liberale Globalisierung einer grenzenlosen Merkel EU...einer willkürlichen Rechtsauffassung und einer Aufgabe von Staatlichkeit....das ist Merkel, Draghi, Tusk, Junker, Schulz...das ist es, was wir in Zukunft von dieser liberalten Werte Globalisierung erwarten dürfen.
Danke!

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