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08.01.2014

07:51 Uhr

„Glaubt nicht an seine Strategie“

Ex-Pentagon-Chef fällt Obama in den Rücken

Verteidigungsminister behalten Kritik an ihren Vorgesetzten normalerweise für sich – auch im Ruhestand. Doch Ex-Pentagon-Chef Robert Gates bricht mit dem Tabu. Die Breitseiten auf Präsident Obama haben es in sich.

In seinem Buch äußert sich Robert Gates (r.) wenig schmeichelhaft über seinen alten Chef. dpa/picture alliance

In seinem Buch äußert sich Robert Gates (r.) wenig schmeichelhaft über seinen alten Chef.

WashingtonDer ehemalige US-Verteidigungsminister Robert Gates hat in einem Buch scharfe Kritik an Präsident Barack Obamas Afghanistan-Politik geübt. Obama habe seinen Kommandeuren nicht vertraut und nicht an seine eigene Strategie der zeitweiligen Truppenaufstockung im Kampf gegen die Taliban geglaubt, heißt in dem Buch, aus dem US-Medien nun Auszüge veröffentlichten.

Obama habe nur das eine Ziel: Die Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Zudem hält Gates dem Präsidenten den Angaben zufolge extrem scharfe Zentralisierung und Kontrolle in Sicherheitsfragen vor – stärker als in den Zeiten von Präsident Richard Nixon.

Auch für Obamas Vizepräsidenten Joe Biden hat Gates in seinem Buch wenig schmeichelhafte Worte übrig. Zwar attestierte er dem Vizepräsidenten, „ein Mann der Integrität“ zu sein. Doch Biden „lag bei nahezu jedem großen Thema der Außenpolitik und der nationalen Sicherheit in den vergangenen vier Jahrzehnten daneben.“

Gates hatte von 2006 bis 2009 dem republikanischen Präsidenten George W. Bush gedient. Obama beließ ihn nach seinem Amtsantritt zunächst im Amt, 2011 ging der heute 70-jährige Gates in den Ruhestand. Das Buch mit dem Titel „Duty: Memoirs of a Secretary of War“ (Die Pflicht: Memoiren eines Kriegsministers) soll kommende Woche erscheinen.

Die Vorwürfe aus dem Ruhestand überraschen. Gates galt bisher als loyal. In ersten Kommentaren hieß es, Gates hätte angesichts solcher Vorhaltungen gegen den Präsidenten eher zurücktreten müssen, als jetzt nachzutreten.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

08.01.2014, 09:03 Uhr

Natürlich war das nicht Obamas Krieg in Afghanistan,natürlich wollte Obama die Soldaten nur zurückholen,wie soll an diesen Dingen etwas verwerflich sein?Wieso wird das zum Vorwurf gemacht,wenn jemand die völlig verfehlte Politik eines Vorgängers nicht weiterführen will?

Freidenker

08.01.2014, 09:20 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

08.01.2014, 09:24 Uhr

Mangelndes Vertrauen von Regierungen in hohe Militärs sind nur all zu gut nachvollziehbar.

Kein Wunder auch, dass die "gestutzte" Generalität "schnippisch" reagiert.

Und nichts Neues, dass ein Prominenter Tabus bricht, um Reklame für sein Buch zu machen.

Brisant??? Nee, eher langweilig! Und positiv für Obama, dass er eigene Zielsetzungen auch gegen Militärs durchsetzen will. So soll es nämlich sein. Nicht umgekehrt!

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