Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.06.2016

15:56 Uhr

Gold, Wolfram, Zinn

EU einigt sich auf neue Regeln für Mineralienimporte aus Konfliktregionen

Sie werden benötigt für Computer, Smartphones und Tablets: Die EU will Regeln für den Import von Mineralien aus Konfliktregionen verschärfen – allerdings zunächst auf freiwilliger Basis für Herstellerunternehmen.

Viele wichtige Mineralien für Elektronikgeräte kommen aus Konfliktregionen. Das soll sich künftig ändern. AFP; Files; Francois Guillot

Zink-Mine

Viele wichtige Mineralien für Elektronikgeräte kommen aus Konfliktregionen. Das soll sich künftig ändern.

BrüsselIn der EU sollen künftig schärfere Regeln bei der Einfuhr von Mineralien und Metallen aus Konflikt- und Kriegsregionen gelten. Unternehmen, die beispielsweise mit Gold, Wolfram, Zinn oder Tantal handeln, sollen genau angeben, von wem sie diese Mineralien erworben haben. So soll der Handel mit bewaffneten Gruppen in Kriegs- oder Konfliktregionen unterbunden werden.

Die schärferen Regeln werden „die Situation der Menschen in Konfliktregionen spürbar verbessern“, sagte der Europaabgeordnete Bernd Lange am Donnerstag in Brüssel. Die neue Verpflichtung ist ein Kompromiss zwischen den EU-Einrichtungen: Das Europaparlament hatte auch Herstellerunternehmen wie Smartphones oder Tablets verpflichten wollen, auf den Gebrauch von Mineralien aus Konfliktregionen zu verzichten. Die EU-Mitgliedstaaten und die EU-Kommission wollten es bei freiwilligen Verpflichtungen belassen.

„Die Einigung kann nur ein erster Schritt sein, weil die große Mehrheit der Unternehmen, die solche Mineralien verarbeiten, die Sorgfaltsbestimmungen nicht befolgen müssen“, erklärte die Grünen-Abgeordnete Ska Keller. Positiv sei jedoch, dass die EU-Kommission sich bereit erklärt habe, verpflichtende Maßnahmen auch für Herstellerfirmen vorzuschlagen, sollten die freiwilligen Initiativen nicht ausreichen.

Die EU-Kommission hatte im März 2014 neue Regeln für den Handel mit Mineralien aus Konfliktregionen vorgelegt. Die jetzt in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gefundene Einigung zwischen den EU-Einrichtungen ist ein vorläufiger Kompromiss, der die großen Linien regelt. Details müsse noch in den kommenden Monaten ausgearbeitet werden. Danach kann der Gesetzgebungsprozess abgeschlossen werden.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×