Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.10.2013

15:50 Uhr

„Goldene Morgenröte“

Chef der griechischen Rechtsradikalen bleibt in Haft

Die griechische Justiz hat die rechtsradikale Partei „Goldene Morgenröte“ politisch enthauptet. Ihr Chef muss vielleicht 20 Jahre ins Gefängnis. Er habe die Partei in eine verbrecherische Vereinigung umgewandelt.

Nikos Michaloliakos: Der rechtsradikale Parteichef bleibt in Haft. AFP

Nikos Michaloliakos: Der rechtsradikale Parteichef bleibt in Haft.

AthenErleichterung in Athen: Nach einem Aussagemarathon hat die griechische Justiz am Donnerstagmorgen beschlossen, dass Neonazi-Chef Nikolaos Michaloliakos bis zu seinem Prozess weiterhin in Haft bleiben muss. Der Vorsitzende der Partei Goldene Mörgenröte wurde in Handschellen abgeführt, wie das griechische Fernsehen berichtete. Die größte griechische Zeitung „Ta Nea“ sprach von einem nächtlichen „Thriller“ um den Parteichef.

Am Vortag hatte der Haftrichter beschlossen, drei rechtsradikale Abgeordnete unter Auflagen auf freien Fuß zu setzten. Regierungschef Antonis Samaras reagierte darauf „mit Verwunderung“, sagte sein Sprecher Simos Kedikoglou. Einige Analysten hatten nämlich diese Entwicklung als einen Rückschlag für die Regierung bezeichnet.

Vertreter der Goldenen Morgenröte interpretierten ihrerseits die Freilassung als einen Freispruch. „Jetzt werden wir mit euch allen abrechnen“, drohte der muskulöse Abgeordnete Nikolaos Michos nach seiner Freilassung Reportern. Juristen dagegen sagten der Nachrichtenagentur dpa, die Freilassung unter Auflagen sei keineswegs eine Art Freispruch. Der Prozess werde stattfinden. Erst dann werde die Justiz ein Urteil fällen, hieß es.

Griechenland: Polizei setzt Tränengas gegen Demonstranten ein

Griechenland

Polizei setzt Tränengas gegen Demonstranten ein

Tausende Griechen gehen auf die Straße und protestieren gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Am Mittwochabend kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Staatsbedienstete bangen indes um ihre Arbeitsplätze.

Nach der Haftverlängerung von Neonazi-Parteichef Michaloliakos zeigte sich Regierungschef Samaras zufrieden. Die Justiz mache ihren Job. Wer das Gesetz bricht, müsse mit Konsequenzen rechnen, sagte er vor der Presse.

Die Justiz wirft Michaloliakos und 31 anderen führenden Mitgliedern vor, die Neonazi-Partei in eine kriminelle Vereinigung umgewandelt zu haben. Sie hätten Menschen totgeschlagen, verletzt und erpresst, Sprengstoffanschläge verübt und Geldwäsche betrieben, heißt es in der Anklage. Am Donnerstagnachmittag wurde der stellvertretende Parteichef Christos Pappas vor den Haftrichter gebracht. Der Sprecher der Rechtsradikalen, Ilias Kasidiaris, sagte am Donnerstag, das Ganze sei eine „miserable Intrige“ gegen seine Partei, die „vom Ausland diktiert“ sei.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×