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07.01.2011

14:49 Uhr

Golf-Staaten

Irans Nachbarn rüsten auf

VonMathias Brüggmann

Die Sorge vor einem atomar bewaffneten Iran treibt die Rüstungsspirale in den Nachbarländern an. Nach Saudi-Arabien will nun auch Katar massiv aufrüsten. So will die Regierung in Doha bis Ende 2012 über die Anschaffung von 36 Kampfjets entscheiden.

Boeing F-15: Saudi-Arabien hat kürzlich unter anderem Kampfjets dieses Typs geordert. Quelle: ap

Boeing F-15: Saudi-Arabien hat kürzlich unter anderem Kampfjets dieses Typs geordert.

BERLIN. Dabei geht es nach einem Bericht der in Abu Dhabi erscheinenden Zeitung "The National" nur noch um die Frage, welches Modell beschafft wird.

Nach Ansicht des Nahost-Experten Dan Darling von der US-Rüstungsberatungsfirma Forecast International gelten die "Rafale"-Jets des französischen Herstellers Dassault als Favorit, da Katar bereits alte "Mirage"-Bomber der Franzosen besitzt. Aber auch die Wettbewerber sind noch im Rennen: Vor allem Boeing macht sich für seine "Super Hornet" und die F-15 Hoffnungen. Das US-Unternehmen hat gerade eine Repräsentanz in Doha eröffnet. Nach Berichten von Branchenmagazinen haben aber auch Saab, Lockheed Martin und der von EADS produzierte "Eurofighter" noch Chancen.

Bestellungen im Westen

Der Wüstenstaat Katar - weltgrößter Flüssiggasproduzent und politisch um mehr Einfluss in der Region bemüht - reiht sich mit seinen Plänen in die umfangreichen Rüstungsprogramme der Nachbarn Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate (VAE) ein: Riad hatte kürzlich für 60 Milliarden Dollar Boeing-Kampfjets des Typs F-15, Kriegsschiffe sowie militärische Service-Dienstleistungen geordert. Die Saudis sind nach Berechnungen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri 2009 mit Militärausgaben in Höhe von 41,3 Milliarden Dollar weltweit zur Nummer acht aufgestiegen - direkt hinter Deutschland und vor Indien und Italien.

Walter Posch, Nahost-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, sieht die Aufrüstung am Golf als "Versuch, den Iranern zu zeigen, dass man selbst auch stark ist und keine Angst vor Iran hat". Die Golfstaaten lieferten sich einen Rüstungswettlauf mit den Persern und hätten inzwischen eine klar bessere Luftwaffe als die Iraner. Zugleich seien die Waffenkäufe der Araber aber auch "eine Investition in Richtung des Westens", sagt Posch: "Welche Rüstungsgüter beschafft werden, ist immer auch eine politische Frage."

Iran will Regionalmacht werden

Iran verfolgt spätestens seit der Präsidentschaft von Mahmud Ahmadinedschad das Ziel, regionale Vormacht im Nahen Osten zu werden. Immer wieder stellt Teheran demonstrativ neu entwickelte Drohnen und Raketen zur Schau und provoziert damit die Nachbarn. Vor allem Saudi-Arabien als bislang wichtigster Ölstaat der Region wird dadurch herausgefordert - und natürlich die USA: Deren Rolle in der Region gilt seit den Militärinterventionen im Irak und in Afghanistan als geschwächt.

Washington unterhält aber einen Flottenstützpunkt in Bahrain und sein großes militärisches Regionalkommando in Katar. Dort kommt es im Streit um das gigantische Gasfeld South Pars unter dem Persischen Golf immer wieder zu diplomatischen Konflikten zwischen Doha und Teheran. Laut den auf "Wikileaks" enthüllten US-Botschaftsberichten verlangt der saudische König Abdullah von Amerika seit langem ein aktiveres Vorgehen gegen Iran: Man müsse "der Schlange den Kopf abschlagen", solange noch Zeit sei.

Kommentare (2)

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ADLER1

07.01.2011, 17:19 Uhr

Die Araber, besonders die Golfaraber, können aufrüsten und beschaffen an Waffen was sie wollen. im Ernstfall wären Sie sowieso zu blöd und zu feige diese einzusetzen und zu benutzen und würden weider laut nach anderen rufen. Die Arabs kann man vergessen ohne Geld nur Primitivlinge zumondest die am Golf hahahaha

arn

07.01.2011, 22:02 Uhr

Unglaublich wem der westen die waffen in den rachen schmeisst... warum achten wir nicht zuerst wie bei iran auf menschenrechte bevor wir sie mit vernichtungswaffen beliefern???

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