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30.05.2013

21:32 Uhr

Google, Starbucks und Co.

Aktionsplan gegen Steuertricks von Konzernen kommt im Juli

Die OECD will den Steuertricks von globalen Konzernen ein Ende setzen. Schon in einem guten Monat will die Organisation konkrete Vorschläge unterbreiten, damit Multis mehr Steuern zahlen.

Google steht im Zentrum einer Debatte um Steuerpraktiken von multinationalen Unternehmen. AFP

Google steht im Zentrum einer Debatte um Steuerpraktiken von multinationalen Unternehmen.

ParisDie Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat einen Aktionsplan gegen Steuertricks multinationaler Unternehmen angekündigt. Damit soll nach Angaben der in Paris ansässigen Organisation verhindert werden, dass international tätige Konzerne weiterhin trotz enormer Gewinne wenig oder keine Steuern zahlen.
Die OECD werde „schnell handeln“, kündigte der für Steuerpolitik zuständige Experte Pascal Saint-Amans am Donnerstag an. Vermutlich im Juli werde ein „abgestimmter und kohärenter“ Plan vorgelegt werden.

Saint-Amans äußerte sich während einer Konferenz zum Thema Steuerpolitik, an der zahlreiche Finanzminister aus den 34 OECD-Ländern teilnahmen. Mehrere multinationale Unternehmen wie der Internetriese Google, der Online-Handelsriese Amazon oder die Kaffeehauskette Starbucks stehen derzeit in der Kritik, weil sie wenig oder keine Steuern selbst in Ländern zahlen, in denen sie blendende Geschäfte machen.

Bereits im Februar hatte die OECD Mängel bei den internationalen Steuervorschriften eingeräumt - an denen sie selbst maßgeblich mitgewirkt hatte.

Nach Angaben von Saint-Amans könnten im Zuge des Aktionsplans so genannte „Hybrid-Produkte“ überprüft werden.

Diese Produkte erlauben es Unternehmen, Unterschiede bei den nationalen Steuervorschriften auszunutzen. Dazu überweisen Muttergesellschaften Geld an Filialen in Ländern mit besonderen Steuervorteilen.

Dies sei in einer globalisierten Wirtschaft möglich - vor allem wenn ein Unternehmen gute Anwälte habe, die solche Transaktionen vorbereiteten, betonte der Experte.
Die OECD wolle nun Lösungen vorschlagen, um diese Praxis der „Auslagerung von Profiten“ zu unterbinden. Überprüft würden auch die Kosten für Geldtransfers und die Transparenzpflicht von Unternehmen gegenüber Regierungen.

Von

afp

Kommentare (1)

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JJJ

31.05.2013, 10:35 Uhr

Apple, Google, Starbucks etc. hinterziehen mehrere Milliarden an Steuern und das durch komplizierte Konstrukte auch noch legal.

Keine öffentliche Empörung. Die Firmen oben sind auch nicht der verhasste FC Bayern, Freistaat Bayern und der böse Herr Hoeneß, der immerhin (!) 3 Millionen EUR hinterzogen hat und das ILLEGAL.

Klar, kann man das nicht miteinander vergleichen, denn die 3 Hoeneß-Millionen sind schon was anderes als die legal "gesparten" 245 Milliarden(!) EUR von Apple.

Ob die Konzerne wirklich in dem gleichen Maße herangezogen werden wie Privatleute darf stark bezweifelt werden. Immerhin sind das Arbeitsplätze, wirtschaftlicher Wohlstand, Steuern der Arbeitnehmer etc.. Kommt vor einer Wahl aber zugegebenermaßen gut an, auch wenn es niemanden so richtig zu interessieren scheint...

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