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14.01.2010

11:11 Uhr

Google vs. China

Peking pocht auf Zensur im Internet

VonAndreas Hoffbauer

Die chinesische Führung will ihre Zensur im Internet nicht lockern und hat die Medienunternehmen zur Zusammenarbeit mit den Behörden ermahnt. Gerüchte und Falschinformationen im Netz seien eine Bedrohung für die Gesellschaft, erklärte ein Regierungssprecher am Donnerstag in Peking. Die Regierung müsse darum im Internet eine wichtige Rolle bei der Meinungsführerschaft spielen.

PEKING. Peking reagierte damit erstmals auf die Vorwürfe des US-Konzerns Google. Der hatte am Vortag aus Protest gegen Zensur und Hacker-Angriffe mit dem Rückzug aus China gedroht. Unterstützung bekam die weltweit größte Internet-Suchmaschine inzwischen nicht nur von der US-Regierung, sondern auch vom Konkurrenten Yahoo. Die Branche müsse sich gegen Übergriffe auf die Privatsphäre von Internetnutzern wehren, erklärte der US-Konzern Yahoo.

Nach Medienberichten hatten Internet-Spione nicht nur Google angegriffen, sondern auch 33 weitere US-Firmen. Google hatte als Reaktion darauf überraschend angekündigt, sich nicht mehr an die Vorgaben der chinesischen Behörden zu halten, selbst wenn man dafür das China-Geschäft aufgeben müsse. Gestern waren die Google-Seiten in China jedoch weiter gefiltert.

Pekings kommunistische Führung zensiert nicht nur selbst das Internet, sondern verlangt in der Volksrepublik von ausländischen Anbietern eine Selbstzensur. Sie müssen ihr Angebot und den Netzzugang von bestimmten Themen freihalten. Dabei geht es jedoch nicht nur um Pornografie, sondern vor allem um politische Begriffe wie Tibet oder Tiananmen-Massaker.

Google will sich dieser Zensur nicht länger beugen. Unterstützung bekommt der Konzern bereits von US-Präsident Barack Obama sowie von Außenministerin Hillary Clinton. Obama bestehe darauf, dass auch in China das Recht auf Freiheit im Internet gelte, sagte der Präsidialamtssprecher Robert Gibbs.

Kommentare (1)

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Michael

14.01.2010, 13:23 Uhr

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