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21.06.2015

17:35 Uhr

Gorbatschow-Berater

„Russland und Nato spielen ein riskantes Spiel“

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat den Ex-Sowjetpräsidenten Gorbatschow ausgezeichnet. Der Geehrte blieb aus Gesundheitsgründen zu Hause. Sein Berater warnte vor einer Eskalation der Ukraine-Krise.

Der frühere sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow (Archiv): Träger des Weltwirtschaftspreises. dpa

Weltwirtschaftlicher Preis - Michail Gorbatschow

Der frühere sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow (Archiv): Träger des Weltwirtschaftspreises.

KielBei der Verleihung des Kieler Weltwirtschaftspreises an den früheren Sowjetpräsidenten Michail Gorbatschow hat dessen Berater Alexander Lichotal vor einer Eskalation in Europa gewarnt. Gorbatschow (83) hatte den Termin im Kieler Rathaus aus Gesundheitsgründen abgesagt. „Russland und die Nato spielen zurzeit ein riskantes Spiel“, sagte Lichotal. Den Ersten Weltkrieg (1914-1918) habe auch niemand angestrebt. Imperialismus und Nationalismus seien wieder zurück.

Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), der US-Amerikaner Prof. Dennis Snower, mahnte zur Lösung globaler Probleme wie Klimawandel, Ressourcenknappheit oder Terrorismus ein globales Wertegerüst an. Europa, die USA, Russland und die großen Schwellenländer seien aber nicht auf dem Weg dorthin. Gorbatschows Appell von 1989, die Doktrin der Abschreckung durch eine Doktrin der Zurückhaltung zu ersetzen, sollte wieder aufgegriffen werden.

Das IfW, die Stadt Kiel und die IHK Schleswig-Holstein würdigen mit dem Preis Vordenker einer weltoffenen und marktwirtschaftlichen Gesellschaft. Geehrt wurden neben Gorbatschow diesmal der Chef von General Electric und US-Präsidentenberater Jeffrey Immelt (59), das im Umweltschutz aktive US-Unternehmerpaar Kristine (64) und Douglas Tompkins (71) (Esprit, The North Face) sowie der zyprisch-britische Wirtschaftsnobelpreisträger Sir Christopher A. Pissarides (67).

Von

dpa

Kommentare (14)

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Herr Walter Gerhartz

22.06.2015, 09:44 Uhr

Russland kann Ölpreis-Verfall mit Abwertung des Rubels ausgleichen
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Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft kann Russland den Ölpreis-Verfall relativ gut kompensieren. Ausschlaggebend sei die Abwertung des Rubels zum Dollar. Doch die Wirtschaft des Landes wird aufgrund von Kapitalflucht, Investitionsschwäche und einem Konsumrückgang weiterhin belastet.
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Russland kann den Ölpreisverfall nach Berechnungen von Ökonomen vergleichsweise gut kompensieren. „Die Abwertung des Rubel gegenüber dem Dollar hat dazu geführt, dass Russland trotz des niedrigen Preises für das Schwarze Gold gut zurechtkommt“, heißt es in einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die Reuters am Dienstag vorlag.

Herr Walter Gerhartz

22.06.2015, 09:45 Uhr

Zitat WELT: "Es könnte zum Streit über die strategische Ausrichtung kommen – und damit genau zu jener offenen Flanke des Westens, auf die Wladimir Putin spekuliert".
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Putin hat überhaupt auf die Ausdehnung der NATO in Richtung Ukraine nicht erwartet und deshalb spekuliert er auch nicht.
Russland wird von der NATO bedroht und muss sich nun gegen diese wehren...so sieht es aus.
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Tatsache ich jedenfalls, dass es schon lange die Phantasien eines ehemaligen US-Präsidentenberaters gibt, dass man Russland über die Ukraine erobern könne.....das war aber sicher mal wieder ein typische Flop !!!

Herr Walter Gerhartz

22.06.2015, 09:50 Uhr

Angst vor Russland?
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Zu keiner Zeit in den letzten 25 Jahren fühlte ich mich von Russland bedroht....was man uns wohl versucht täglich einzureden.
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Ich halte auch die Angst der Osteuropäer, besonders der Balten, für irreal. Russland würde nie ein Nato-Land angreifen, das wäre der Super-Gau. Dann würde der Beistandsartikel greifen und Russland hätte die ganze Nato gegen sich.
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Das macht Putin nicht....wir hatten ja jahrelang friedlichen Handel...bis der Westen die Ukraine erobern wollte !!!
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Aber große Angst habe ich vor einer Dummheit der Nato bzw. deren Führungsmacht und Mitgliedstaaten. Dummheit ist an sich nicht weiter schlimm, aber wenn die Dummen aktiv werden, dann wirds gefährlich.

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