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25.07.2011

13:18 Uhr

Grauen ohne Ende

Miliz in Somalia köpft Viehhirten

Weil sich somalische Viehhirten weigerten, ihre Tiere an die Al-Shabaab-Miliz auszuhändigen, wurden sie von der radikalislamischen Gruppe öffentlich geköpft.

Mehrere Hirten wurden in Somalia öffentlich hingerichtet: Menschenrechtsverletzungen heizen den Krieg und die Hungersnot in dem Land noch zusätzlich an. Quelle: dapd

Mehrere Hirten wurden in Somalia öffentlich hingerichtet: Menschenrechtsverletzungen heizen den Krieg und die Hungersnot in dem Land noch zusätzlich an.

Addis Abeba/MogadischuDas Grauen in den Dürregebieten Somalias nimmt immer schlimmere Ausmaße an: Die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz hat jetzt nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) mehrere Viehhirten öffentlich geköpft. Grund: Die Hirten hatten sich geweigert, den Rebellen ihre wenigen trotz Hungersnot überlebenden Tiere auszuhändigen. 

Zwei Männer seien am vergangenen Samstag in dem Ort Afgoye 30 Kilometer südlich der Hauptstadt Mogadischu hingerichtet worden. Anschließend hätten Mitglieder der Miliz die Leichen auf Geländewagen durch die Stadt gefahren, um die Bevölkerung einzuschüchtern. Über Lautsprecher seien die Einwohner aufgefordert worden, der Hinrichtung von drei weiteren Viehhirten beizuwohnen, die am vergangenen Freitag ebenfalls verhaftet worden waren. 

„Der Krieg und die Hungersnot in Somalia werden durch Menschenrechtsverletzungen aller Konfliktparteien immer weiter angeheizt“, betonte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Montag in Göttingen. Al Shabaab-Milizionäre gingen mit großer Brutalität gegen Zivilisten vor, die nicht ihren Anordnungen folgten. Zudem behindere Al Shabaab willkürlich internationale Nothilfe. 

Die 1998 gegründete Gruppe hat Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida und will am Horn von Afrika einen islamischen Staat gründen. Sie kontrolliert weite Teile der besonders schlimm von der Katastrophe betroffenen Gebiete in Süd- und Zentralsomalia. 

In der Vergangenheit hatten die Rebellen immer wieder Hilfsgüter zerstört, geplündert oder weiterveräußert und unter anderem „Sicherheitsgebühren“ von UN-Organisationen gefordert. Im Jahr 2009 untersagte sie mehreren internationalen Organisationen, weiter Hilfsgüter in die Region zu bringen. Die Miliz bezeichnete die Hungerkrise zuletzt als „pure Propaganda“ der Vereinten Nationen.

Von

dpa

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