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03.10.2013

16:31 Uhr

Greenpeace-Aktion

Russland klagt alle 30 Aktivisten wegen Piraterie an

Russland geht massiv gegen Greenpeace vor: Alle festgenommenen Aktivisten sind wegen Piraterie angeklagt worden. Dabei hatte Kremlchef Putin davor gewarnt, die Aktivisten als Piraten abzustempeln.

Greenpeace-Protest in Berlin: Alle in Russland festgenommenen Aktivisten sind wegen Piraterie angeklagt worden. dpa

Greenpeace-Protest in Berlin: Alle in Russland festgenommenen Aktivisten sind wegen Piraterie angeklagt worden.

Moskau/BerlinZwei Wochen nach dem spektakulären Greenpeace-Protest in der Arktis hat die russische Justiz alle 30 inhaftierten Umweltschützer als Piraten angeklagt. Ermittler in der Stadt Murmansk leiteten gegen die Besatzungsmitglieder des Aktionsschiffs „Arctic Sunrise“ offiziell Verfahren wegen bandenmäßiger Piraterie ein. Das teilte das nationale Ermittlungskomitee am Donnerstag in Moskau mit.

Den Männern und Frauen aus rund 20 Ländern drohen jeweils bis zu 15 Jahre Haft. Alle Beteiligten hätten in den Verfahren ihre Unschuld beteuert und sonst keine Aussagen gemacht.

Die Bundesregierung hatte sich besorgt über das Vorgehen der Justiz gezeigt. In Deutschland gab es am Mittwoch Demonstrationen gegen das Vorgehen der russischen Behörden. Deutsche sind nicht unter den Inhaftierten.

Angeklagt sind auch der bekannte russische Fotograf Denis Sinjakow, der von Greenpeace engagiert worden war, um über die Aktion zu berichten, sowie der britische Videoreporter Kieron Bryan. Greenpeace wies die Vorwürfe der Piraterie als „unzutreffend, unbegründet und illegal“ zurück und kündigte an, bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg zu ziehen.

Greenpeace-Direktor Kumi Naidoo kritisierte das Vorgehen als „schwerste Bedrohung des friedlichen Umweltprotests“ seit der Versenkung des Aktionsschiffs „Rainbow Warrior“ in Auckland 1985 durch französische Geheimagenten. Damals kam ein Aktivist ums Leben.

Die Anwälte der Umweltschützer legten am Donnerstag, dem zweiten Tag der Anklageverlesung in Murmansk, auch Einspruch gegen die Haftbefehle ein. Eine erste Gerichtsverhandlung dazu erwartet Greenpeace nach eigener Darstellung an diesem Freitag.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

03.10.2013, 17:01 Uhr

Russlands Auftreten ist absolut INAKZEPTABEL! Ich erwarte von der Deutschen Regierung (Merkel & Westerwelle) das diese perfide und unverhältnismäßige Kriminalisierung von Greenpeace SOFORT verurteilt und SOFORTIGE Konsequenzen folgen.

RBern

03.10.2013, 17:24 Uhr

Wer ist denn verantwortlich für das illegale Vorgehen der Aktivisten?

Hier müssen bei Greenpeace Köpfe rollen.

In Russland ist die Justiz unabhängig - wie in Deutschland.

Putin wollte nicht, dass die Aktivisten wegen Piraterie angeklagt werden.
Konnte sich allerdings bei der Justiz nicht durchsetzen.

Account gelöscht!

03.10.2013, 18:40 Uhr

Wer steckt denn eigentlich hinter dieser dubiosen Organisation Green Peace ? Wer finanziert sie? Die vielen Schiffe und die teuren Aktionen bezahlen die ganz sicher nicht aus Mitgleidbeiträgen. Das ist lächerlich.Für mich stellt sich die Frage, ob das nicht eine vom CIA gestützte, geführte und teilweise auch finazierte NGO ist, die die US-Interessen im Ausland vorantreiben soll. Wenn ich US-Regierung wäre, dann würde ich so eine Organisation erfinden, wenn es sie nicht gäbe. Mit labeln wie "Menschenrechte" und "Umweltschutz" kann man wunderbar verdeckt aussenpolitische Interessen verfolgen.
Das Traurige hierzulande ist, daß viele Leute bei der Benützung der Worthüls "Umwelt" reflexartig jedes kritische Nachfragen zugunsten von Wohlfühl-Gutgläubigkeit sausen lassen.

Fakt ist, daß sie russisches Recht verletzt haben und zur Verantwortung gezogen werden müssen. Das Allerweltsetikett "Umweltschutz" gibt niemanden einen Freibrief. Auch Green Peace steht nicht über dem Gesetz.

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