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26.02.2011

10:44 Uhr

Greifen Sanktionen?

Offenbar Waffenruhe in Libyen

In der Nacht verhängten die USA als erster Staat Sanktionen gegen Libyen. Während Uno und EU noch über Strafmaßnahmen beraten, schweigen in dem nordafrikanischem Land derweil die Waffen.

Tripolis/Washington/BrüsselUSA frieren libysche Konten ein - Ruhe auf Tripolis' Straßen.

Die Zahl der Getreuen des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi schrumpft mit jedem Tag offenbar mehr. Am Samstag kontrollierten seine Truppen nur noch wenige größere Städte. Neben der Hauptstadt Tripolis waren dies unter anderem Gadames, Sebha und Gaddafis Heimatstadt Sirte.

Nach Angaben von Augenzeugen war es am Samstag früh ruhig in der Hauptstadt nachdem es am Freitagabend zu vereinzelten gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern Gaddafis gekommen war.

Die Gaddafi-Familie hatte zuvor widersprüchliche Signale gegeben. Einmal sprach Muammar al-Gaddafi davon, „das Volk“ zu bewaffnen und sein Sohn Saif al-Islam kündigte eine Offensive im Osten des Landes an, wo die Gaddafi-Truppen keinerlei Präsenz mehr haben. Dann wieder war von „friedlichen Lösungen“ und Verhandlungen die Rede.

Wie Gaddafis Sohn Saif al-Islam am Freitagabend in Tripolis mitteilte, wolle die Armee ihre Angriffe auf Aufständische aussetzten, um Gespräche zu ermöglichen. Er kündigte zugleich die baldige Wiederherstellung der staatlichen Kontrolle in den Städten im Osten des Landes an, die aber mittlerweile von Aufständischen beherrscht werden. Sein Vater hatte zuvor noch zum Kampf aufgerufen.

„Wir können jeden Angriff abwehren und das Volk bewaffnen“, drohte Gaddafi bei einem überraschenden Auftritt auf dem Grünen Platz in Tripolis. Er rief seine Gefolgsleute auf, protestierende Regimegegner zu töten.

Oppositionelle veröffentlichten im Internet derweil weitere Videos, auf denen angeblich afrikanische Söldner zu sehen sind, die Demonstranten angegriffen haben sollen. Auf einem dieser Videos ist ein Afrikaner in Uniform zu sehen, der in einer Blutlache am Boden liegt. Einige Libyer verhindern, dass ihn andere Demonstranten lynchen.

Libyen-Videos bei Youtube: Augenzeugen des Massakers

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Augenzeugen des Massakers

Autoritäre Herrscher lassen unabhängige Berichterstattungen nicht zu. Doch in Schwellenländern sind videofähige Handys längst weit verbreitet – und werden so zu Augenzeugen der Gewalt.

In den vergangenen Tagen hatten sich noch weitere Weggefährten Gaddafis von ihm losgesagt. Unter ihnen sind Ahmed Gaddaf al-Dam, ein Cousin des libyschen Staatschefs, und Abdulrahman Schalgam, der Botschafter Libyens bei den Vereinten Nationen in New York.

Kommentare (1)

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Markus

26.02.2011, 08:52 Uhr

Es läuft doch wieder mal darauf hinaus, dass die USA das Land / ÖL für sich vereinnahmen will.

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