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20.07.2015

19:30 Uhr

Grenze zu Syrien

30 Tote bei Terrorangriff in der Türkei

Das Innenministerium spricht von einem Terroranschlag. Mindestens 30 Menschen sterben bei einer Explosion in der syrisch-türkischen Grenzstadt Suruc. Im Verdacht steht die Terrormiliz „Islamischer Staat“.

Explosion vor Kulturzentrum

Türkei: Dutzende Tote durch Bombenanschlag

Explosion vor Kulturzentrum: Türkei: Dutzende Tote durch Bombenanschlag

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IstanbulEin wahrscheinlich von der Extremistenmiliz IS verübter Selbstmordanschlag auf türkischem Staatsgebiet mit 30 Toten hat die Furcht vor einem Übergreifen des Bürgerkriegs auf das Nato-Land verstärkt. Bei dem Anschlag in der Stadt Suruc, zehn Kilometer von der syrischen Grenzstadt Kobani entfernt, wurden mehr als 100 Menschen verletzt.

Die meisten Opfer waren türkische und kurdische Jugendliche, die gemeinsam zu einem Aufbaueinsatz nach Kobane aufbrechen wollten. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte, erste Untersuchungen deuteten auf die Islamistenmiliz Islamischer Staat als Urheber des Anschlags.

Der IS beherrscht Teile Syriens und des Irak und hatte über einen längeren Zeitraum hinweg auch Kobane erobert. Dort waren die Extremisten aber von Kurden-Milizen vertrieben worden. Der Anschlag ereignete sich vor einem Kulturzentrum im vorwiegend kurdischen Suruc, als sich dort zahlreiche Studenten und Jugendliche versammelt hatten, um die lokalen Medien über ihren bevorstehenden Wiederaufbau-Einsatz in Kobane zu unterrichten. Medienberichten zufolge war die Attentäterin eine 18-jährige Jugendliche.

Erdogan gegen Twitter, Facebook und Co.

5./6. Februar 2014

Das türkische Parlament nimmt einen Gesetzentwurf der Regierung für eine verschärfte Internetkontrolle an. Demnach dürfen Behörden Seiten auch ohne richterlichen Beschluss sperren.

25. Februar

Erdogan bezeichnet auf YouTube veröffentlichte Telefonmitschnitte als Fälschungen. Zu hören ist angeblich, wie er seinen Sohn auffordert, große Geldsummen vor Korruptionsermittlern in Sicherheit zu bringen.

5. März

Erdogan bestätigt laut Nachrichtenagentur Anadolu, dass die über YouTube verbreitete Aufnahme eines seiner Telefongespräche echt ist. Darin geht es um einen Prozess gegen den Medienunternehmer Aydin Dogan, mit dem die türkische Regierung zeitweise zerstritten war.

6. März

Nach der Veröffentlichung zahlreicher kompromittierender Telefonmitschnitte droht Erdogan in einem Interview des Senders ATV mit der Blockade von Facebook und YouTube. Nach der Kommunalwahl am 30. März würden weitere Schritte unternommen.

11. März

Erdogan relativiert in der regierungsnahen Zeitung „Yeni Safak“: Eine vollständige Sperre komme nicht infrage.

20. März

Laut Nachrichtenagentur Anadolu droht Erdogan: „Twitter und solche Sachen werden wir mit der Wurzel ausreißen. Was dazu die internationale Gemeinschaft sagt, interessiert mich überhaupt nicht.“

21. März

Der Zugang zum Kurznachrichtendienst Twitter wird gesperrt.

Wie der Regierungschef nannten auch ranghohe Sicherheitskreise im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters eine Urheberschaft des IS als wahrscheinlichen Hintergrund des Anschlags. Es könne sich um einen Racheakt für die türkische Beteiligung am Kampf gegen den IS handeln, vermutete ein Insider. Davutoglu kündigte eine Verstärkung der Grenzsicherung nach Syrien an. Die Überwachung der Grenze zwischen beiden Staaten ist schwierig, auch, weil mittlerweile mehr als 1,8 Millionen syrische Flüchtlinge auf türkischer Seite ausharren.

Aus Furcht vor einem Übergreifen des Bürgerkriegs und einer Ausweitung des Einflusses des IS auf türkisches Staatsgebiet hatte die türkische Armee ihre Präsenz an der Grenze zu dem Nachbarland vor wenigen Wochen bereits deutlich verstärkt. Präsident Recep Tayyip Erdogan gab die Zahl der Todesopfer am Nachmittag mit 28 an. Das türkische Innenministerium erklärte, die Zahl der Opfer könne noch steigen.

Kobane war monatelang von IS-Kämpfern belagert worden und wurde weitgehend zerstört. Die Türkei hatte kurdischen Kämpfern aus dem Irak gestattet, über ihr Staatsgebiet den Verteidigern Kobanes zu Hilfe zu kommen. Mit Hilfe von Luftangriffen der von den USA geführten Allianz schlugen sie den IS zurück.

Auch in Kobane selbst ereignete sich eine Explosion, zu der es unterschiedliche Angaben gab. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, die syrische Kurdenmiliz YPG sei mit einer Autobombe angegriffen worden. Ein YPG-Sprecher sagte dagegen, es habe mehrere Explosionen bei der Beseitigung von Munition gegeben, die vom IS zurückgelassen worden sei.

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