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18.01.2005

21:30 Uhr

Grenzen des Landes werden geschlossen

Verschleppter Erzbischof wieder frei

Der im Irak entführte katholische Erzbischof Basile Georges Casmoussa ist nach knapp 24 Stunden Geiselhaft wieder wieder frei. Ein Lösegeld sei nicht gezahlt worden, berichtete die katholische Missionsagentur Misna. Unterdessen sollen wegen der Wahlen alle Grenzen des Landes geschlossen werden.

HB BAGDAD/KAIRO/ROM. Unbekannte hatten das Oberhaupt der mit Rom verbundenen syrisch-katholischen Kirche im Irak vor einer Kirche in Mossul überfallen und verschleppt. Unterdessen wurde die Entführung von acht chinesischen Arbeitern bekannt. Angesichts der eskalierenden Gewalt kündigte der Irak zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für die Wahlen am 30. Januar an.

Bei blutigen Zwischenfällen kamen unterdessen mindestens 17 Menschen ums Leben. Allein in Bagdad riss ein Selbstmordattentäter bei der Explosion einer Autobombe vor einem Büro der Schiiten-Partei SCIRI vier Iraker mit in den Tod. Südlich von Bagdad töteten Extremisten vier Polizisten und entführten 13 weitere Sicherheitsbeamte. Bei einem Angriff von Aufständischen bei Bakuba kam ein Polizist ums Leben.

Aus Kirkuk im Nordirak wurde der Tod von zwei turkmenischen Menschenrechtsaktivisten bei einem Attentat gemeldet. Bei Gefechten in der westlichen Unruheprovinz Anbar starben nach US-Armeeangaben drei Marineinfanteristen. Augenzeugen berichteten am Dienstag, Unbekannte hätten in der südirakischen Stadt Basra zwei Kandidaten der Wahlliste von Übergangsministerpräsident Ijad Allawi ermordet.

Wer hinter der Geiselnahme des 66-jährigen Bischofs steckt, war unklar. Unmittelbar vor der Freilassung des Geistlichen hatte es geheißen, die Entführer verlangten ein Lösegeld von 200 000 Dollar. Der Bischof sagte nach Angaben italienischer Medien: „Ich glaube, dass meine Entführung ein Zufall war. Es scheint mir nicht so, als hätten die Geiselnehmer damit die Kirche treffen wollen.“

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