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06.01.2015

10:19 Uhr

Grenzkämpfe

Tausende Inder fliehen aus Kaschmir

Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan drohen endgültig zu eskalieren. In der von beiden Ländern beanspruchten Region Kaschmir toben erbitterte Grenzkämpfe, tausende Menschen sind auf der Flucht.

In Kaschmir liefern sich die indische und die pakistanische Armee erneut erbitterte Kämpfe. dpa

In Kaschmir liefern sich die indische und die pakistanische Armee erneut erbitterte Kämpfe.

SrinagarIn der zwischen Indien und Pakistan seit Jahrzehnten umstrittenen Region Kaschmir sind heftige Kämpfe neu ausgebrochen. Tausende Inder flohen aus ihren Dörfern. Rund 6000 Zivilisten aus dem indischen Teil Kaschmirs seien seit Montagabend auf der Flucht, weil sich die Kämpfe auf deren Wohngebiete ausgedehnt hätten, sagte ein Vertreter der Region Jammu. Zu Beginn der Auseinandersetzungen in der vergangenen Woche hätten bereits 4000 Menschen ihre Heimatorte verlassen.

Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan, die beide Atomwaffen besitzen, eskalieren seit der Absage von Friedensgesprächen durch den indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi im August. Im Oktober begannen die ersten Scharmützel an der Grenze. In der vergangenen Woche kamen mindestens zehn indische und pakistanische Soldaten sowie Zivilisten ums Leben.

Die deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen

Exporte

Die deutschen Ausfuhren nach Indien haben sich von 2000 bis 2010 nahezu vervierfacht. Im vergangenen Jahr wurden dort Waren „Made in Germany“ im Wert von 9,25 Milliarden Euro abgesetzt, ein Plus von 14,3 Prozent. In der Rangliste der wichtigsten Exportkunden Deutschlands nimmt Indien damit Platz 21 ein. Größter Verkaufsschlager sind Maschinen, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik und Fahrzeugen.

Importe

Schneller als die Exporte wachsen die Einfuhren aus Indien. Sie legten 2010 um mehr als ein Fünftel auf rund 6,2 Milliarden Euro zu. Dabei stehen Textilien und Bekleidung an Nummer eins, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik, Maschinen und Nahrungsmitteln.

Unternehmen

Mehr als 3000 deutsche Unternehmen sind in Indien tätig, zum Teil schon seit Jahrzehnten. Darunter befinden sich so große Konzerne wie Siemens, Bosch, SAP und BMW. Umgekehrt gibt es rund 300 indische Firmen in Deutschland, die knapp 13.000 Mitarbeiter zählen. Dazu gehören der Windenergieanlagen-Bauer Repower und der Arzneimittel-Hersteller Betapharm.

Wirtschaftswachstum

Die Aussichten der deutschen Wirtschaft auf einen Ausbau ihrer Geschäfte mit Indien sind gut: Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt dem Schwellenland in diesem Jahr ein Wachstum von 8,2 Prozent und 2012 von 7,8 Prozent zu.

Ein Augenzeuge sprach von einer kriegsähnlichen Situation. „Wir sind gerade noch so entkommen“, sagte der 54-jährige Sham Kumar aus dem Dorf Sherpur der Nachrichtenagentur Reuters. Die pakistanischen Truppen setzten Waffen mit großer Reichweite ein. Nach Angaben indischer Grenzschützer kam es auch am Dienstag zu Schusswechseln.

Indien und Pakistan führten bereits zwei Kriege um die vor allem von Muslimen bewohnte Region Kaschmir.

Von

rtr

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