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24.11.2011

07:56 Uhr

Grenzkonflikt

Ausschreitungen an Straßensperre im Kosovo

Zwischen Nato-geführten KFOR-Soldaten und serbischen Demonstranten ist es erneut zu einem Zusammenstoß gekommen. Als die Soldaten eine Straßensperre sichern wollten, hagelte es Steinwürfe von hunderten Serben.

Ein deutscher KFOR-Soldat im Grenzgebiet. AFP

Ein deutscher KFOR-Soldat im Grenzgebiet.

PristinaAn der Grenze zwischen Serbien und dem Kosovo hat es erneut Zusammenstöße zwischen Nato-geführten KFOR-Soldaten und serbischen Demonstranten gegeben. Mehrere dutzend KFOR-Soldaten hatten gegen Mitternacht eine Straßensperre auf dem Weg zum Grenzposten Jarinje im Nordkosovo mit Stacheldraht gesichert, wie ein Korrespondent berichtete.

Daraufhin kamen hunderte Serben und versuchten, den Draht zu entfernen, um die Barrikade unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Demonstranten warfen Steine auf die Soldaten, die nach einiger Zeit Tränengas einsetzten. Zwischenzeitlich drängten die Serben die KFOR-Soldaten hinter die Betonbarrikaden, die daraufhin mehr Tränengas einsetzten. Über mögliche Verletzte gab es zunächst keine Informationen. In der Nacht beruhigte sich die Lage, beide Seiten blieben jedoch vor Ort.

Die Serben hatten Straßensperren vor den umstrittenen Grenzübergängen Jarinje und Brnjak errichtet, mit denen sie gegen kosovo-albanische Zoll- und Polizeibeamte protestieren wollten. Hintergrund des Grenzkonflikts ist ein Handelsstreit zwischen Serbien und dem von ihm nicht anerkannten Kosovo, das im Februar 2008 seine Unabhängigkeit von Belgrad erklärt hatte.

Im Juli hatte das Kosovo als Reaktion auf ein Einfuhrverbot von serbischer Seite ein Importverbot gegen serbische Waren verhängt. Daraufhin entbrannte ein von Ausschreitungen begleiteter Streit mit den Serben im Nordkosovo über die Kontrolle der Grenze.

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