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15.02.2017

16:30 Uhr

Grenzschutzbehörde

Frontex zählt 181.000 Flüchtlinge aus Libyen

Die europäische Grenzschutzbehörde erwartet 2017 eine ähnlich hohe Zahl von Flüchtlingen aus Libyen. Über das Land führt momentan die Hauptroute über das Mittelmeer. 2016 starben 4.600 Menschen auf dem Weg nach Italien.

Frontex rechnet 2017 zwar mit der gleichen Zahl an Flüchtlingen aus Libyen – allerdings stellte das Jahr 2016 einen Rekord auf. AP

Flüchtlingskrise

Frontex rechnet 2017 zwar mit der gleichen Zahl an Flüchtlingen aus Libyen – allerdings stellte das Jahr 2016 einen Rekord auf.

BrüsselDie Europäische Union muss nach Einschätzung ihrer Grenzschutzbehörde Frontex auch 2017 mit einem Rekordzustrom von Flüchtlingen aus Libyen rechnen. „Wir müssen uns auf die selbe Zahl gefasst machen“, sagte Frontex-Direktor Fabrice Leggeri am Mittwoch mit Blick auf das bisherige Rekordjahr 2016. Im vergangenen Jahr habe es 181.000 „irreguläre Grenzübertretungen“ auf EU-Gebiet von Libyen aus gegeben. Dies sei eine Steigerung zum Vorjahr um 17 Prozent.

Im Zeitraum von 2014-2016 kamen insgesamt etwa 1,6 Millionen Migranten über Bootsrouten in die EU. Die Hauptroute über das Mittelmeer führt derzeit über Libyen, in dem seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 Chaos herrscht. Die EU geht davon aus, dass die meisten der Mittelmeer-Flüchtlinge keinen Anspruch auf Asyl haben und will die Zahl der oftmals gefährlichen Bootsüberquerungen reduzieren. Dazu sollen die neugebildete libysche Einheitsregierung unterstützt werden, abgelehnte Asylbewerber schneller abgeschoben werden sowie die Zusammenarbeit mit afrikanischen Staaten verstärkt werden, um die Menschen bereits dort aufzuhalten. Leggeri zufolge greifen diese Bemühungen jedoch erst mittel- und langfristig. Priorität habe nun die europäische Unterstützung für Italien bei der Bewältigung der Lasten durch die hohen Zahl von Flüchtlingen.

Krisenherde in der arabischen Welt

SYRIEN

Seit 2011 wird das Land von einem Bürgerkrieg und dem Terror des Islamischen Staates (IS) erschüttert, mehr als 400.000 Menschen kamen bereits ums Leben. Millionen wurden vertrieben.

IRAK

Der zeitweilige Vormarsch des IS hat viele Menschenleben gekostet. 2015 starben in dem zerrütteten Land mehr als 7.500 Zivilpersonen eines gewaltsamen Todes. Dieses Jahr waren es bis September mehr als 4.000.

GAZA

Seit 2008 gab es drei Gaza-Kriege. Allein während des jüngsten Konflikts im Sommer 2014 wurden mehr als 2.200 Menschen getötet.

TÜRKISCHES KURDISTAN

Im Kurdenkonflikt starben seit 1984 mehr als 40.000 Menschen. Er strahlt in Nachbarländer ab. Seit 2015 eine Waffenruhe endete, herrschen in Teilen der Südosttürkei bürgerkriegsähnliche Zustände.

JEMEN

Im Bürgerkrieg zwischen der von Saudi-Arabien unterstützten sunnitischen Regierung und den schiitischen Huthi-Rebellen sind seit März 2015 mehr als 4.000 Zivilisten getötet worden.

SINAI

Das ägyptische Militär kämpft auf der Halbinsel gegen das Terrornetzwerk Islamischer Staat. Hunderte Menschen starben seit 2011 bei Anschlägen radikaler Islamisten auf der Halbinsel und in Kairo.

LIBYEN

Libyen ist nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi 2011 in Chaos und Bürgerkrieg versunken. Das Land gilt als Sammelbecken für IS-Kader aus dem Kerngebiet in Syrien und dem Irak.

Die Zahl der auf dem Weg von Libyen nach Italien ertrunkenen Flüchtlinge hat nach Frontex-Angaben einen Höchststand erreicht. Im vergangenen Jahr seien 4.597 Todesfälle festgehalten worden, sagte Leggeri. Die tatsächliche Zahl sei aber womöglich deutlich höher.

Leggeri sagte, die Zahl der Ertrunkenen steige, obwohl im Mittelmeer immer mehr Rettungsschiffe kreuzten. Je mehr Retter die internationale Gemeinschaft in die Gewässer vor Libyen sende, desto voller packten Schmuggler die nicht seetüchtigen Boote. Das sei ein schmerzlicher Widerspruch.

Kommentare (1)

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Herr Alessandro Grande

15.02.2017, 17:38 Uhr

Im Zweifel einfach ertrinken lassen, denn wer auf´s Boot steigt, hat dafür die Verantwortung und nicht wir und wenn wir länger Nato-Boote zur MS Arcona umrüsten und jeden Buschkämpfer retten und her bringen ist das nichts Anderes als die aktive Einladung zur Flucht nach Europa. Machen wir nicht länger Probleme von Dritten zu unseren Problemen und bedenken, dass auch in Europa nichts ohne Arbeit vom Himmel fällt. Für nahezu eine Milliarde an Afrikanern wie auch Menschen aus Middle East eh ein Fremdwort. Und nur deshalb haben es diese Völker bis heute nicht weiter als bis zum Niveau des Mittelalters gebracht. Grenzen schützen, das muss die Devise sein zum Wohle von 300 Mio. Europäern und derer Finanzen!!!

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