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07.01.2015

13:04 Uhr

Griechenland

Athen leiht sich kurzfristig Geld

Griechenland hat sich erneut frisches Geld am Kapitalmarkt besorgt. Der Zinssatz der Papiere ist mit 2,30 Prozent höher als bei einer ähnlichen Auktion im Vormonat. Die Laufzeit beträgt sechs Monate.

Griechenland hat sich erneut kurzfristig Geld geliehen. dpa

Griechenland hat sich erneut kurzfristig Geld geliehen.

AthenKnapp drei Wochen vor den vorgezogenen Parlamentswahlen hat sich das schuldengeplagte Griechenland kurzfristig 1,625 Milliarden Euro am Kapitalmarkt besorgt. Der Zinssatz für die Papiere mit einer Laufzeit von sechs Monaten betrug 2,30 Prozent. Er war damit höher als bei einer ähnlichen Auktion im Vormonat (2,15 Prozent), berichtete die staatliche Nachrichtenagentur AMNA.

Analysten kommentierten, die Regierung wolle sich angesichts politischer Turbulenzen die Kassen füllen. In Griechenland soll am 25. Januar ein neues Parlament gewählt werden. Der in Umfragen führende Chef des Linksbündnisses Syriza, Tsipras, hat ein Ende der Sparpolitik angekündigt, falls er die Abstimmung gewinnt.

Griechenland – Gefahrenherd für Europa?

Der ESM

Anders als zu Beginn der Krise, als Politiker auf hektischen Gipfeltreffen mit improvisierten Maßnahmen der Probleme Herr zu werden versuchten, verfügt die Eurozone heute über eine Institution, die speziell für die Rettung angeschlagener Mitglieder geschaffen wurde. Der Europäische Stabilitäts-Mechanismus (ESM) kann Staaten im Notfall mit bis zu 500 Milliarden Euro beispringen. Staaten können Hilfen auch beantragen, wenn Kapitallücken im Bankensystem klaffen.

Die Lage der anderen Krisenländer

Neben Griechenland mussten während der Eurozonen-Krise auch Portugal, Irland und Zypern unterstützt werden. Anders als damals gibt es heute aber keine auf der Hand liegenden Kandidaten mehr, auf die eine Krise überspringen könnte. Die Lage der Staatsfinanzen in Portugal und Irland hat sich deutlich verbessert, in Spanien wuchs die Wirtschaft zuletzt wieder kräftig. Nur bei den Schwergewichten Frankreich und Italien sind kaum Fortschritte beim Abbau des Haushaltsdefizits und den Strukturreformen zu verzeichnen.

Die EZB

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Finanzmärkten klar gemacht, dass sie den Euro verteidigen will. Im Juli 2012 erklärte EZB-Präsident Mario Draghi, man werde „alles Erforderliche“ tun, um den Euro zu retten. Seitdem hat die EZB ihre Geldpolitik deutlich gelockert. Die Märkte erwarten, dass die EZB im ersten Quartal 2015 den breit angelegten Kauf von Staatsanleihen verkünden wird. Dank der Käufe dürften Euroländer ihre Haushalte zu besseren Konditionen finanzieren können. Das würde nicht nur Griechenland zugutekommen.

Das europäische Bankensystem

Beim Ausbruch der Eurozonen-Krise im Jahr 2010 fürchteten die Kapitalmärkte die Folgen einer griechischen Staatspleite für den europäischen Bankensektor. 2012 verzichteten private Gläubiger Griechenlands – darunter auch Banken – auf die Rückzahlung von 100 Milliarden Euro Schulden. Im Vergleich dazu sind Europas Banken heute nicht mehr so stark in Griechenland engagiert.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

07.01.2015, 13:35 Uhr

Griechenland hat sich erneut frisches Geld am Kapitalmarkt besorgt. Der Zinssatz der Papiere ist mit 2,30 Prozent höher als bei einer ähnlichen Auktion im Vormonat. Die Laufzeit beträgt sechs Monate.

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Ist doch egal welchen Zins...

die EZB oder Deutschland bezahlt dann die Schuldscheine.

Wohin sonst mit den Steuergelder der Europäer ?




Herr Fred Meisenkaiser

07.01.2015, 15:17 Uhr

Aber der Zinssatz klingt recht normal -und damit weit weg von den Propagandameldungen unserer Machthaber!

Herr Manfred Zimmer

07.01.2015, 16:04 Uhr

Vor dem Hintergrund des im Euro-Wechselkurs ablaufenden Crash-Szenarios sind die Reißleinen zu ziehen.

Rücktritte "verantwortlicher Politiker" sind zu fordern.

Was hat deren Politik in der Vergangenheit für Erfolge gebracht? Politiker, die "alternativlos" diesen Anforderungen gegenüberstehen, sind unverzüglich zu ersetzen. Zugroß ist der Schaden, den sie dem Bürger zugefügt haben.

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