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11.01.2012

22:43 Uhr

Griechenland

Athen subventioniert Exhibitionisten und Pädophile

VonGerd Höhler

Trotz Schuldenmisere verteilt Griechenland weiter großzügige Sozialleistungen. Neueste Bürokratenblüte: die Ausweitung von Beihilfen und Vergünstigungen auf Gruppen wie Spielsüchtige, Pyromanen und Pädophile.

Wer pyromanisch veranlagt ist, der darf sich über Freifahrten im öffentlichen Nahverkehr freuen. dapd

Wer pyromanisch veranlagt ist, der darf sich über Freifahrten im öffentlichen Nahverkehr freuen.

AthenGiannis Vardakastanis ist empört: „Diese Entscheidung ist mir völlig unverständlich“, sagt der Vorsitzende des griechischen Invalidenverbandes ESAA. Der Zorn des erblindeten Verbandschefs gilt dem Beschluss des griechischen Arbeits- und Sozialministeriums, den Kreis der Behinderten, die Anspruch auf Beihilfen und Vergünstigungen haben, zu erweitern. Seit dem November 2011 zählen in Griechenland auch Pädophile und Pyromanen, Exhibitionisten und Kleptomanen zu dieser Bevölkerungsgruppe. Wer der Spielsucht verfallen ist oder sadomasochistische Neigungen verspürt, kann ebenfalls einen Behindertenausweis beantragen. Der Grad der Invalidität liegt für solche „Gebrechen“ bei 20 bis 35 Prozent. Das reicht zwar nicht für eine Behindertenrente. Aber die Betroffenen können Steuervorteile in Anspruch nehmen, bekommen Rabatt auf die Stromrechnung und Freifahrscheine für öffentliche Verkehrsmittel.

Invalidenfunktionär Vardakastanis schüttelt den Kopf: „Diese Politik ist völlig falsch“. Zumal bei der Überarbeitung der Liste zahlreiche Behinderungen mit niedrigeren Quotienten bewertet wurden, wodurch viele Invaliden ihre Beihilfe verlieren, wie Vardakastanis klagt. Außerdem seien in jüngster Zeit viele private Hilfsprogramme für Behinderte eingestellt worden, weil die staatlichen Zuschüsse wegen der Finanzklemme gestrichen wurden.

Dass der Kreis der Begünstigten nun ausgerechnet um Feuerteufel und zwanghafte Zocker erweitert wird, klingt absurd, passt aber ins Bild eines Sozialsystems, das von Willkür und Missbrauch geprägt ist. 6,2 Milliarden Euro gibt der griechische Staat jedes Jahr für Beihilfen aus. Doch viele Bezieher kassieren, ohne dazu berechtigt zu sein. Glaubt man den Statistiken, gibt es in Griechenland in Relation zur Bevölkerung weitaus mehr Invaliden als in jedem anderen EU-Staat. Der Anteil der Behinderten ist doppelt so hoch wie im EU-Durchschnitt. „Man könnte meinen, Griechenland hätte am Vietnamkrieg teilgenommen“, scherzt Markos Bolaris, Vizeminister für Gesundheit.

Wie griechische Politiker früher ihren Staat abzockten

Kostenloser Dienstwagen

Ein auf Steuerzahlerkosten geleaster Dienstwagen für jeden der 300 Abgeordneten.

Kein Porto

Befreiung vom Briefporto

Acht kostenlose Telefonanschlüsse

Bis zu acht kostenlose Festnetzanschlüsse für jeden Abgeordneten

Handy-Guthaben

200 Euro im Monat für Handy-Telefonate

Kostenlose Hotel-Unterkunft

Kostenlose Unterkunft in einem Athener Hotel für Abgeordnete aus der Provinz

Freifahrscheine

Freifahrscheine für Busse, Bahnen und Fährschiffe

104 Flugtickets

104 kostenlose Flugtickets im Jahr für Abgeordnete,  deren Wahlkreis weiter als 200 Kilometer von Athen entfernt ist

Sitzungspauschale

150 Euro für jede Teilnahme an einer Ausschusssitzung. Die Unterschrift in der Anwesenheitslistereicht, die tatsächliche Teilnahme wird nicht kontrolliert

Aber gerade Bolaris weiß, wie ernst das das Thema ist. Erschwindelte Invalidenrenten kosten den Staat jedes Jahr Hunderte Millionen. Der Vizeminister geht bereits seit dem vergangenen Jahr Missbrauchsfällen nach. Die scheint es vor allem bei Erblindungen zu geben. Wer sein Augenlicht verliert, hat  in Griechenland Anspruch auf eine monatliche Beihilfe von 300 bis 700 Euro. Eine verlockende Apanage, die offenbar Tausende Griechen dazu verführt, sich blind zu stellen.

Kommentare (81)

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Petra

11.01.2012, 14:09 Uhr

Mein Gott! Geht's noch? Doch die Griechen haben keine Schuld! Schuld sind unsere Politiker!
Wieviel muß noch an das Tageslicht bekommen, bevor der Deutsche Zahlmichel endlich mal aufsteht und sich gegen die eigene Politikerkaste wehrt?

Account gelöscht!

11.01.2012, 14:18 Uhr

Man kann diese Hetze nicht mehr hören!! Fasst Euch an die eigene Nase.
Kein Grieche würde verstehen, daß hier in 16 Kleinstaaten 16 mal die gleichen Gesetze verabschiedet werden. Der finanzielle Schaden daraus ist weit höher als das griechische Bruttosozialprodukt.
Wir haben 17 Verfassungschutzvereine, die nichts voneinander wissen, wir lassen verbrecher laufen, weil wir aus Geldgründen nicht zur Abarbeitung kommen.

Wir verteilen die Schulden von Zockerbanken über eine badbank auf die Allgemeinheit!!!


Das HB hat BLÖD-Zeitungsniveau.

Account gelöscht!

11.01.2012, 14:20 Uhr

und wenn sie schon über die griechen herziehen, warum nicht so:

Die Griechen sind Pleite, müssen sparen und kaufen Waffen aus Deutschland und Frankreich!!!

Das ist wohl dann o.K.???

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