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17.10.2014

17:38 Uhr

Griechenland

Athen verhandelt über vorsorgliche Kreditlinie

Griechenland will weiterhin den Pfad der Reformen beschreiten. Für die Regierung ist klar, dass sie kein weiteres Hilfspaket benötigt. Mit einer vorsorglichen Kreditlinie will sich das Land vor Turbulenzen absichern.

Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras will weiterhin den Pfad der Reformen beschreiten. Reuters

Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras will weiterhin den Pfad der Reformen beschreiten.

Athen/MailandGriechenland verhandelt mit seinen internationalen Geldgebern über eine vorsorgliche Kreditlinie für die Zeit nach dem Ende der umfangreichen Rettungsprogramme. Für die Athener Regierung sei aber klar, dass sie kein weiteres Hilfspaket benötige, sagte Ministerpräsident Antonis Samaras am Freitag. Sein Land werde auf dem Reformweg bleiben. Die Milliarden-Hilfen der Euro-Länder für Griechenland laufen Ende des Jahres aus.

Samaras will dann zudem vorzeitig aus dem Programm des Internationalen Währungsfonds (IWF) aussteigen, das regulär noch ein Jahr länger läuft. Mit einer vorsorglichen Kreditlinie des Euro-Rettungsfonds ESM würde ein gleitender Übergang geschaffen und das Land gleichzeitig vor Turbulenzen abgesichert.

An den Aktienmärkten in Athen hatte es jüngst einen Kurssturz gegeben, da Investoren angesichts des geplanten Ausstiegs Griechenlands aus dem Rettungsprogramm nervös wurden. Dahinter stand auch die Furcht, dass Neuwahlen bald europakritische Kräfte an die Macht bringen könnten. Eine vorsorgliche Kreditlinie dürfte den Investoren die Sorge zumindest teilweise nehmen.

Vorzeitiger Abschluss: Gespräche um griechische Hilfsprogramme

Vorzeitiger Abschluss

Gespräche um griechische Hilfsprogramme

Erstmals ist die Rede von einem vorzeitigen Abschluss der griechischen Hilfsprogrammen: IWF-Chefin Lagarde traf sich mit Finanzminister Hardouvelis, Thema waren die laufenden Sparprogramme und die Hilfe durch den IWF.

"Wir können auf unseren eigenen Beinen stehen. Wir haben die Mittel, das Rettungsprogramm hinter uns zu lassen", betonte Samaras in Mailand im Gespräch mit Reuters. Zugleich trat er Spekulationen entgegen, dass es bereits nächstes Jahr Neuwahlen geben wird. Die Abstimmung werde erst zum Ende der vierjährigen Legislaturperiode im Juni 2016 kommen.

Das Ägäis-Land hält sich seit 2010 mit internationalen Geldern über Wasser. Insgesamt bekommt der von der Schuldenkrise am stärksten getroffene Staat 240 Milliarden Euro. Im Gegenzug verlangt die Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF umfassende Reformen und Sparmaßnahmen. Griechenland erwartet für 2015 aber eine anziehende Wirtschaft und will sich dann wieder über die Finanzmärkte refinanzieren.

Bei einer vorsorglichen Kreditlinie dürfte es nicht so scharfe Auflagen geben wie unter einem regulären Hilfsprogramm. Insbesondere die Mitwirkung des für seine strikte Sparhaltung bekannten IWF bei der Formulierung der Auflagen und ihrer Kontrolle ist bei diesem 'Stützungsprogramm light' nicht zwingend vorgesehen. Dies dürfte Samaras im Inland als Erfolg verkaufen können, da die Troika im Volk extrem unbeliebt ist.

Von

rtr

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