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14.04.2015

19:51 Uhr

Griechenland

Athen will Flüchtlingen aus Syrien Asyl gewähren

Griechenland ist Grenzland der EU, bei der Flüchtlingsproblematik fühlt sich das Land aber allein gelassen. Nun will Athen Flüchtlingen aus Syrien sofort Asyl gewähren. Ein Regierungssprecher sorgte dabei für Verwirrung.

Griechenland will syrische Flüchtlinge in Zukunft pauschal mit Papieren ausstatten, die ihnen die Weiterreise ermöglichen. dpa

Flüchtlingsansturm

Griechenland will syrische Flüchtlinge in Zukunft pauschal mit Papieren ausstatten, die ihnen die Weiterreise ermöglichen.

AthenGriechenland will Asylbewerbern aus dem Kriegsland Syrien sofort Asyl geben. Dies kündigte die Regierung am Dienstag an. Zunächst hatte es zudem geheißen, die Flüchtlinge könnten dann in andere EU-Staaten weiterreisen. Wenig später nahm ein Sprecher diese Aussage jedoch zurück.

Die Hilfe für notleidende Migranten ist das Ergebnis einer Krisensitzung des Kabinetts unter Vorsitz von Regierungschef Alexis Tsipras. Wie Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis nach der Sitzung sagte, will Griechenland bei der EU beantragen, die Flüchtlinge gleichmäßiger auf alle Mitgliedstaaten zu verteilen. Das Thema sei schließlich „international“.

In der EU gilt nach der sogenannten Dublin-II-Verordnung, dass jeweils das Land zuständig ist, über das der Asylbewerber in die EU eingereist ist. Das soll verhindern, dass Asylsuchende in mehreren EU-Ländern gleichzeitig einen Antrag stellen. Das heißt, Flüchtlinge, die in einem anderen Land Asyl beantragen, werden wieder in jenes EU-Land abgeschoben, in dem sie europäischen Boden betreten haben. Die Regeln sind seit Jahren umstritten, weil sich Länder an den EU-Außengrenzen mit der Aufnahme der Flüchtlinge überfordert fühlen.

Die stellvertretende Ministerin für Migration, Tasia Christodoulopoulou, erklärte im griechischen Rundfunk, sie rechne damit, dass in den kommenden Monaten mehr als 100 000 Migranten vor allem aus Syrien nach Griechenland kommen werden. Offiziere der Küstenwache sagten, sie befürchten eine „bei weitem größere“ Anzahl Flüchtlinge.

In den vergangenen zwei Tagen waren nach offiziellen Angaben mehr als 800 Migranten vor und auf den Inseln in der Ägäis aufgegriffen worden. Mehr als 300 seien alleine am Dienstag gekommen, berichteten örtliche Medien von den Inseln Lesbos, Chios, Samos und Kos.

Zahlreiche Migranten - in vielen Fällen ganze Familien - kamen am Dienstag in Athen an. Sie sagten, sie suchten nach Wegen, das Land Richtung Westeuropa zu verlassen. Insgesamt seien im Januar, Februar und März 10 445 Migranten aufgegriffen worden. Die meisten stammen aus Syrien.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

14.04.2015, 20:40 Uhr

So,so, das können die Griechen also auch nicht. Sie können nicht für sich selbst sorgen. Sie können nur Gott und die Welt anpumpen. Sie können und wollen nicht ihre EU-Verpflichtungen in Bezug auf Asylbewerber einhalten und diese Belästigungen gleich an andere EU-Staaten weiterreichen. Sie wollen das alles nicht, außer unser Geld natürlich.
Was wollen wir mit so einem Volk? Welche schwachsinnigen BRD-Politiker haben uns so ein nichtsnutziges Volk aufgehalst? Diese Politiker begegnen uns tagtäglich in allen Medien, wo diese sich gegenseitig mit ihren "Leistungen" beweihräuchern. Besser keine als sowas!

Herr Peter Spiegel

15.04.2015, 09:19 Uhr

Ich gehe davon aus, daß man die Zuwanderer bei Bedarf weiterschickt.

Herr Friedrich Frank

15.04.2015, 09:55 Uhr

Herr Gantz - offenbar sind Sie nicht ausreichend informiert. Herr Kauder hat doch erst gestern verlauten lassen, dass Deutschland noch viel mehr Flüchtlinge aufnehmen kann. Nehmen Sie doch bitte seine Worte nicht einfach als "Kauder-welsch" - der Mann ist doch einer der kompetentesten Politiker. Ich bedauer zwar nicht, dass er seinen wenig verdienten Ruhestand hoffentlich in Kürze antreten wird, denn sein Durchblick ist so geschwächt, dass ich mit einem baldigen, endgültigem Abschied rechne.

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