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20.08.2013

17:33 Uhr

Griechenland

Athen will Privatisierungskurs fortsetzen

Bislang läuft die Privatisierung staatseigener, griechischer Unternehmen eher schleppend. Doch Athen will von dem eingeschlagenen Kurs nicht abweichen. Bis zum Jahresende sollen so 1,6 Milliarden Euro eingenommen werden.

Ursprünglich wollte Athen 2,5 Milliarden Euro durch Privatisierungen einnehmen. Das ehrgeizige Ziel musste nun nach unten korrigiert werden. obs

Ursprünglich wollte Athen 2,5 Milliarden Euro durch Privatisierungen einnehmen. Das ehrgeizige Ziel musste nun nach unten korrigiert werden.

AthenAthen will seinen Privatisierungskurs fortsetzen - trotz des Eklats an der Spitze des Privatisierungsfonds Teiped. Als nächstes soll die Firma verkauft werden, die für die Wartung der griechischen Eisenbahnen zuständig ist (ROSCO S.A.-Rolling Stock Company). Dies gab der Fonds am Montag bekannt.

Am Sonntag hatte Finanzminister Ioannis Stournaras überraschend den Chef des Fonds, Stelios Stavridis, zum Rücktritt gedrängt. Dieser bedankte sich „beim Team des Taiped“ ohne dabei die Gründe für den Rücktritt zu nennen. Die Zusammenarbeit mit der Regierung sei „tadellos“ gewesen.

Nach dpa-Informationen aus Kreisen des Finanzministeriums hängt der Abgang des Taiped-Chefs damit zusammen, dass er das Angebot des griechischen Reeders Dimitris Melissanides angenommen habe, dessen Privatflugzeug für eine Urlaubsreise zu nutzen. Dies sei für einen Chef des Privatisierungsfonds nicht angemessen, sagte eine Mitarbeiterin des Ministeriums.

So könnte Griechenland geholfen werden

Anleihenrückkauf

Ein 40 Milliarden Euro umfassendes Programm zum Rückkauf griechischer Staatsanleihen wird seit 2011 diskutiert. Dabei könnte Athen Geld des Euro-Rettungsschirms nutzen, damit es seine Anleihen zum Marktpreis von privaten Gläubigern zurückkauft, um somit die Schuldenlast zu verringern. Denn die Kurse für griechische Staatsanleihen liegen weit unter ihrem Nennwert. Derzeit sind die Anleihen nur rund ein Drittel ihres Ausgabepreises wert.

Zinssenkungen

Die Geberländer könnten die Zinsen auf ihre bilateralen Kredite von etwa 53 Milliarden Euro reduzieren, was zu jährlichen Erleichterungen von 500 Millionen Euro für Athen führen könnte. Deutschland hat bisher kräftig an den Krediten verdient und kann sich besonders günstig Geld leihen. Unter anderem Italien und Spanien würde dies viel kosten, da sie sich zu höheren Zinsen Geld leihen müssen.

Mehr Zeit für Schuldenabbau

Auch eine Streckung der Zahlungsziele ist im Gespräch. Die Laufzeit für Hilfskredite könnte also verlängert werden.

EZB-Hilfe

Die Notenbank hat Staatsanleihen Athens zu sehr niedrigen Kursen erworben. Einen Teil ihrer Gewinne könnten die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Notenbanken Athen überlassen.

Schuldenschnitt

Noch nicht auf der Vorschlagliste, aber stets in der Diskussion: Ein zweiter Schuldenschnitt nach dem ersten vom Frühjahr, in dem private Gläubiger wie Banken auf 100 Milliarden Euro verzichteten, wird diskutiert und vor allem vom Internationalen Währungsfonds (IWF) favorisiert. Auch wegen des Widerstands Deutschlands wird dieser Schritt erst einmal aufgeschoben. Rund zwei Drittel der griechischen Schulden von etwa 340 Milliarden Euro liegen bei öffentlichen Geldgebern. Erstmals würde Steuerzahlergeld verloren sein. Es müssten sich auch Euro-Krisenländer beteiligen, die selbst wackeln.

Stavridis bestätige in den griechischen Medien, dass er das Angebot des Reeders angenommen hatte. Melissanides sollte mit seinem Lear Jet nach Paris fliegen. Kefalonia, Stavrides' Ziel, sei auf dem Weg gewesen. „Er machte mir das Angebot und ich nahm es an“, sagte Stavrides. Dies bedeute für ihn jedoch nichts. Niemand könne ihm korruptes Verhalten vorwerfen. Er habe mit Melissanides hart über den Verkaufspreis des griechischen Glücksspielunternehmens verhandelt, sagte er in mehreren Radiointerviews.

Stavrides flog mit dem Reeder wenige Stunden, nachdem er feierlich den Vertrag mit Melissanides unterzeichnet hatte. Damit verkaufte der griechische Staat die ihm noch gehörenden 33 Prozent des Glücksspielunternehmens Opap an ein tschechisch-griechisches Konsortium - an dem auch Melissanides beteiligt ist - für 652 Millionen Euro.

Griechenland hatte sich im Juni in Zusammenarbeit mit den Geldgebern ein neues, niedrigeres Ziel für die bislang schleppend verlaufenden Privatisierungen gesetzt. Ziel ist, bis zum Jahresende mindestens 1,6 Milliarden Euro durch Privatisierungen zu erlösen. Ursprünglich war die Rede von 2,5 Milliarden Euro gewesen. Wer neuer Chef des Privatisierungsfonds werden könnte, blieb zunächst unklar. Griechische Medien vermuteten, es werde der bisherige Direktor

Von

dpa

Kommentare (6)

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Sarina

19.08.2013, 18:17 Uhr

Athen will Privatisierungskurs fortsetzen
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Solche Nachrichten zaubern mir ein Dauerlächeln auf die Lippen, ich liebe sie geradezu. Aber sollte es nicht heißen "Athen MUSS Privatisierungskurs fortsetzen"?
Und wenn wir schon beim "Fortsetzen" sind, sollte man da nicht erwarten, dass zuvor schon etwas in Richtung Privatisierung abgeschlossen wurde? Eine "Fortsetzung" setzt rein semantisch betrachtet voraus, dass schon etwas in dieser Richtung bewerkstelligt wurde - davon kann ich jedoch absolut gar nichts erkennen. Also kann man sich die "Fortsetzung" schenken (zumindest, wenn man die Dinge redlich betrachtet)!

Account gelöscht!

19.08.2013, 18:34 Uhr

Der Chefberater von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble rechnet mit dem Zerfall der Eurozone. Deutschlands müsse die Währungsunion verlassen. Vielleicht stellen sich die Versicherungen darauf ein?

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/18/schaeuble-berater-schlaegt-euro-austritt-deutschlands-vor/

Wo haben die Versicherungen investiert?
Doch nicht bei den Olivenbauern in Griechenland.

Die AfD hat die Aufgabe die Bevölkerung aufzuklären.

Die D-Mark kommt.

Account gelöscht!

19.08.2013, 19:07 Uhr


Privatisiert den "griechischen Staat" , löst die Schuldenkrise.

Ob die Mafia erneut wie beim Glücksspiel über die Tschechentochter zulangt ? Mit der Griechen-Bahn ist kein "Häufchen" zu machen.

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