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06.06.2013

14:39 Uhr

Griechenland

Athens Arbeitslosenquote bleibt hoch

Jeden Tag verlieren in Griechenland bis zu 1000 Menschen ihre Arbeit – nun erreichte die Arbeitslosenquote ein Rekordhoch von 26,8 Prozent. Eine Zahl, die für Bevölkerung und Regierung gleichermaßen beunruhigend ist.

Arbeitslose warten auf die Auszahlung ihrer Arbeitslosenunterstützung in Athen. Immer mehr Menschen verlieren in Griechenland ihre Arbeit. dpa

Arbeitslose warten auf die Auszahlung ihrer Arbeitslosenunterstützung in Athen. Immer mehr Menschen verlieren in Griechenland ihre Arbeit.

AthenDie weiterhin schrumpfende Wirtschaft hat die Arbeitslosenquote in Griechenland im März auf einen Rekordwert von 26,8 Prozent getrieben. Damit ist die Zahl in dem von seinen Euro-Partnern vor dem Kollaps geretteten Land mehr als doppelt so hoch wie die 12,2 Prozent im Durchschnitt der Euro-Zone. Die Daten sind für Bevölkerung und Regierung gleichermaßen beunruhigend, denn es zeigt sich auch im sechsten Jahr der Rezession kein Licht am Ende des Tunnels. Seit 2009 hat sich die Zahl der Arbeitslosen dort auf rund 1,3 Millionen verdreifacht - das sind mehr Menschen, als das benachbarte Zypern Einwohner hat. Pro Tag haben seitdem in Griechenland 700 bis 1000 Menschen ihre Arbeit verloren.

Die Folgen der Entwicklung sind unübersehbar: Obdachlose, unter ihnen alte und kranke Menschen, gehören zum Alltagsbild in der Hauptstadt Athen. In einem Land mit starker familiärer Bindung war das einst die Ausnahme. Einer Studie zufolge haben sechs von zehn Obdachlosen ihr Dach über den Kopf erst in den vergangenen beiden Jahren verloren und fast die Hälfte von ihnen hat Kinder. Zu der Krise gehört auch, dass immer weniger Menschen in die Rentenvorsorge einzahlen. Welche Folgen das hat, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

Die Maßnahmen des griechischen Sparpakets

Renten

Die Rentner müssen mit Kürzungen um fast 4,8 Milliarden Euro rechnen. Alle Renten von 1000 Euro aufwärts werden um fünf bis 15 Prozent gesenkt. Das Weihnachtsgeld für Rentner wird abgeschafft; es war bereits von einer Monatsrente auf 400 Euro gekürzt worden. Die Gewerkschaften rechneten aus, dass damit die Rentner im Durchschnitt 2000 Euro im Jahr verlieren werden.

Arbeitnehmer

Die Abfindungen für entlassene Arbeitnehmer werden drastisch gesenkt. Arbeitgeber dürfen Verträge mit jedem einzelnen Arbeitnehmer schließen. Damit werden praktisch Tarifverhandlungen umgangen.

Staatsbedienstete

Auch den Staatsbediensteten werden die jeweils verbliebenen 400 Euro vom Weihnachtsgeld sowie vom Urlaubsgeld gestrichen. Viele Löhne und Gehälter sollen um sechs bis 20 Prozent verringert werden. Bis Ende 2012 sollen 2000 Staatsbedienstete in die Frühpensionierung gehen oder entlassen werden. Bis zum Eintritt des Rentenalters erhalten sie dann 60 Prozent ihres letzten Gehalts.

Gesundheitswesen

Im Gesundheitswesen sollen 1,5 Milliarden Euro eingespart werden. Unter anderem sollen die Versicherten sich mit höheren Eigenbeiträgen beim Kauf von Medikamenten beteiligen. Zahlreiche Krankenhäuser sollen schließen. Andere sollen sich zusammenschließen.

Gehaltskürzungen

Die Gehälter der Angestellten der öffentlich-rechtlichen Betriebe, wie beispielsweise der Elektrizitätsgesellschaft (DEI), sollen denen der Staatsbediensteten angeglichen werden. Dies bedeutet für die Betroffenen nach Berechnungen der Gewerkschaften bis zu 30 Prozent weniger Geld.

Kindergeld

Familien, die mehr als 18 000 Euro im Jahr verdienen, haben keinen Anspruch auf Kindergeld mehr.

Rentenalter

Das Rentenalter wird für alle von 65 Jahre auf 67 Jahre angehoben.

Die Regierung hat im Gegenzug für die Milliardenhilfen von EU und IWF in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen zu Lasten der Bevölkerung durchsetzen müssen, etwa Steuererhöhungen und Kürzungen bei Löhnen und Renten.

Die Arbeitslosenquote für März liegt unter den zunächst für Februar gemeldeten 27,0 Prozent. Die Februar-Zahl wurde aber am Donnerstag auf 26,7 Prozent revidiert. Ein ähnliches Phänomen hatte es auch in manchen Vormonaten gegeben. Der Internationale Währungsfonds (IWF) räumte unterdessen erhebliche Fehler bei der Griechenland-Rettung ein.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

06.06.2013, 14:59 Uhr

Alles Quatsch, Griechenland ist auf einem guten Weg, die Sparer in D sind sicher und unsere Regierung handelt demokratisch. Fragen Sie HErrn Schäuble und die CDU, SPD, Grüne und FDP Die können das bestätigen :D

Und die Mauer hats übrigens nie gegeben.....

Account gelöscht!

06.06.2013, 15:06 Uhr

Vor tausend Jahren, vor hundert Jahren waren alle Griechen arbeitslos.

Geht den Staat eigentlich auch nichts an. Zählt nicht die Arbeitslosen, zählt Eure Tage...

Account gelöscht!

06.06.2013, 15:14 Uhr


Arbeitslosenzahl explodiert ?

Nette Statistik. Im Staatsbereich seh ich keine Entlassung, die Tourismusindustrie beginnt Saisonkraefte anzustellen und eine Restindustrie, ausser Coca Cola etc existiert ja kaum. Landwirtschaft beschäftigt überwiegend illegale Kräfte, jene arbeiten durchgehend und gelten als statistisch nicht erfasst...

Wo kommen nun die Zahlen her ?. Die Entlassungswelle im Kleineinzelhandel/Bauindustrie habn wir schon hinter uns.

Eine "greek fad mama" Geschichte, bedarf dringend intensiver Prüfung. Griechische Zauberlehrlinge lassen für EU Orbitianer Desinformation zirkulieren.

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