Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.02.2016

14:30 Uhr

Griechenland

Bauern protestieren weiter gegen Tsipras' Reformen

Die Regierung Griechenlands steht unter Druck. Die Bauern sind in Athen – und sie sind wütend. Mit Straßenblockaden protestieren sie gegen die geplante Rentenreform. Die Presse spricht von einem „Belagerungszustand“.

Bei den Demonstrationen griechischer Bauern gegen die Rentenreform der Regierung Tsipras kam es am Freitag zu Ausschreitungen. Am Samstag wurden die Proteste fortgesetzt – bisher friedlich. dpa

Ausschreitungen am Vortag

Bei den Demonstrationen griechischer Bauern gegen die Rentenreform der Regierung Tsipras kam es am Freitag zu Ausschreitungen. Am Samstag wurden die Proteste fortgesetzt – bisher friedlich.

AthenGriechische Bauern haben am Samstag den zweiten Tag in Folge in Athen gegen die geplante Renten- und Steuerreform protestiert. In der griechischen Hauptstadt sind nach Schätzungen der Polizei mittlerweile mindestens 15.000 Bauern eingetroffen. Den Protesten schloss sich am Samstag auch die kommunistische Gewerkschaft PAME an. Mehrere Tausend Landwirte und Mitglieder dieser Gewerkschaft demonstrierten friedlich um die Mittagszeit vor dem Parlament in Athen, wie das Fernsehen zeigte. „Belagerungszustand“, lautete der Tenor des Athener Boulevardblatts „Ethnos“ am Samstag.

Die Landwirte wollen den ganzen Tag vor dem Parlament gegen die im Land umstrittenen Reformpläne der Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras demonstrieren. An den Protesten wollten sich am Abend auch Freischaffende beteiligen. Die Verbände der Rechtsanwälte, der Apotheker, der Notare, der Prokuristen und anderer Freischaffender hatten dazu aufgerufen.

Euro-Krise: Die neue Angst vor dem „Grexit“

Euro-Krise

Die neue Angst vor dem „Grexit“

Schuldenkrise und Flüchtlingskrise beuteln Griechenland – Regierungschef Alexis Tsipras versucht verzweifelt, die Interessen auszubalancieren. Nun warnt der Internationale Währungsfonds vor einer fast vergessenen Gefahr.

Daneben blockierten Landwirte mit ihren Traktoren weiterhin Fahrbahnen wichtiger Straßen im ganzen Land. Autofahrer mussten wieder lange Umwege in Kauf nehmen. „Tsipras hat uns belogen. Er hatte versprochen, es werde keine Belastungen mehr geben und jetzt verhängt er neue Steuern und will mehr Rentengeld haben“, sagte ein aufgebrachter Bauer im Fernsehen.

Für die Bauern ist unter anderem eine Anhebung der Abgaben für die Pensionskasse von 7 auf 20 Prozent vorgesehen. Zudem soll ihre Einkommenssteuer von 13 auf 26 Prozent erhöht werden. Auch die Freischaffenden werden mit ähnlichen Maßnahmen zur Kasse gebeten. „Hände weg von unseren Renten. Die Bauern werden in den Ruin getrieben“, skandierten Demonstranten am Samstag.

Bei Bauern-Protesten am Vortag war es in Athen zu Ausschreitungen gekommen. Die Lage beruhigte sich am Freitagabend. Vor dem Parlament in Athen fand dann eine erste große Bauern-Kundgebung statt. Unter dem Jubel der versammelten Landwirte fuhren mehrere Trecker laut hupend am Parlament vorbei. Viele Bauern übernachteten in Zelten vor dem Parlament, wie das Fernsehen zeigte.

Kroatien kritisiert offene Grenzen

„Das ist die Rache Griechenlands an Deutschland und Europa“

Kroatien kritisiert offene Grenzen: „Das ist die Rache Griechenlands an Deutschland und Europa“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die Landwirte fordern die Rücknahme der Renten- und Steuerreform. Sie sind bereit zu einem Dialog quasi vom Null-Punkt aus, als habe es diese Vorschläge nicht gegeben, sagen die Vorsitzenden ihrer Verbände.

Die Reformen sind Voraussetzung für weitere Hilfen der Gläubiger. Tsipras hat wiederholt gewarnt, dass Renten ohne diese Reform bald nicht mehr ausgezahlt werden könnten.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×