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04.10.2011

13:26 Uhr

Griechenland

„Bis Mitte November gibt's kein Problem“

Laut Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos reicht das Geld der Regierung nun doch bis Mitte November, um Löhne und Renten zu zahlen. Bisher hieß es, man brauche die nächste Tranche zwingend im Oktober.

Evangelos Venizelos beruhigt die Griechen. dapd

Evangelos Venizelos beruhigt die Griechen.

AthenGriechenland hat nach Angaben seiner Regierung nun doch Geld bis Mitte November, um Löhne und Renten zu zahlen. Dies sagte der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos am Dienstag in Athen. „Bis Mitte November - das ist klar - gibt es kein Problem“, sagte der Minister bei einer Pressekonferenz. Bisher hatte es geheißen, Griechenland brauche die nächste Hilfstranche zwingend bereits im Laufe des Oktobers.

Venizelos reagierte auch auf Medienberichte zu angeblichen neuen Sparplänen. Diese schafften Verwirrung, sagte er. „Ich lese furchterregende Berichte, wonach es noch mehr Maßnahmen geben wird. Das stimmt nicht“, sagte Venizelos. Griechenland müsse lediglich das bis jetzt Versprochene einhalten. Er versicherte erneut, Griechenland werde alle versprochenen Sparziele einhalten und in der Eurozone bleiben.

Planspiel: Euro-Zone ohne Griechenland

Welche Folgen hätte ein Austritt Griechenlands aus dem Euro?

Die konkreten ökonomischen Folgen eines Euro-Austritts Griechenlands sind kaum vorhersehbar, da es eine vergleichbare Situation bisher noch nicht gegeben hat. Viele Experten sind sich aber sicher, dass die Auswirkungen sowohl für Griechenland als auch für die anderen Länder des Währungsraums verheerend wären. Experten befürchten schwere Konsequenzen für den europäischen Bankensektor - dem Hauptkreditgeber Griechenlands. Und da keine entwickelte Volkswirtschaft ohne gesunde Banken auskommen kann, würden auch Verbraucher und Unternehmen stark getroffen werden.

Welche Folgen würden sich für Griechenland ergeben?

Für Griechenland würde ein Euro-Austritt vermutlich den wirtschaftlichen Zusammenbruch bedeuten. Ohne Euro müssten die Hellenen wieder ihre alte Währung Drachme einführen, die vermutlich drastisch abwerten würde. Über billigere Produkte würde dies zwar der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Athens zugute kommen.

Was würde sich am Schuldenstand Athens ändern?

Die in Euro aufgenommenen Altschulden würden infolge der Abwertung der neuen eigenen Währung drastisch steigen. „Selbst ein starker Schuldenschnitt würde Griechenlands Probleme dann nicht lösen, da das Land über Jahre hinweg vom Kapitalmarkt abgeschnitten wäre“, unterstreicht ein HSBC-Experte. Hinzu kommt, dass das Land seine Staatsausgaben mangels Kreditfähigkeit nur aus seinen Einnahmen finanzieren könnte. Die Folge wäre ein vermutlich noch viel stärkerer Abschwung als bisher schon.

Ist ein Austritt Griechenlands im Interesse anderer Euro-Länder?

Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht. An den Finanzmärkten würden nach einem Euro-Austritt Griechenlands wohl schnell andere finanzschwache Länder unter starken Druck geraten, möglicherweise auch wirtschaftsstarke Länder. Denn letztlich könnte sich kein Investor mehr darauf verlassen, dass nicht auch andere Länder - möglicherweise in Verbindung mit einem Schuldenschnitt - aus dem Euroraum ausscheren. Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen entsprechender Länder würden vermutlich drastisch steigen, und die jeweiligen Länder ähnlich wie Griechenland an den Rand der Zahlungsunfähigkeit führen. Letztlich könnte so der gesamte Währungsraums ins Wanken geraten.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

04.10.2011, 13:51 Uhr

Erstaunlich, wie ein zwölftel des Jahreshaushaltes mal eben so aus dem Hut gezaubert werden kann. Mein Fazit: Die Griechen verarschen uns nach Strich und Faden.

krankesSystem

04.10.2011, 14:03 Uhr

Wie immer!

Horrorszenario beschreiben, (Zeit-)Druck aufbauen ... dann klappt´s auch mit dem Nachbarn.

Merkel merkt´s nimmer!
Erst leierte ihr Ackermann die HR-Rettung aus dem Hosenanzug. Nachdem das so gut geklappt hat (in einem 10-Minuten Telefonat!) war plötzlich alles "alternativlos".

Diese saublöde Pute verschuldet unser Land soweit, bis wir DDR-Standard erreicht haben. Danach verden wir von den "geretteten" übernonnen. Armes Deutschland.

Einweckglas

04.10.2011, 14:41 Uhr

Dasas nennt man halt die eigenen Interessen wahren. Können die Südeuropäer ganz gut. Schlieeslich kehrte man auch in Portugal mit den Worten heim , "man hätte da einen guten Deal ausgehandelt". Problem ist halt die blauäugige Naivität vieler Geber-Länder, die anscheinend die ausgebuffte Natur der Südeuropäer nie verstanden haben. Ich darf das sagen...ich lebe dort! (-;

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