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29.03.2017

15:59 Uhr

Griechenland

Doch keine Einigung mit Geldgebern

Für weitere Staatshilfen muss Griechenland laut der EU zusätzliche Einsparungen vornehmen. Eine zuvor berichtete Einigung zwischen den Geldgebern und der Regierung, wird nun allerdings von Athen dementiert.

Für neues Geld muss weiter eingespart werden. dpa

Griechenland

Für neues Geld muss weiter eingespart werden.

AthenDie Regierung in Athen hat am Mittwoch Gerüchte dementiert, wonach sich Griechenland und seine Gläubiger über eine Reihe von zusätzlichen Maßnahmen geeinigt hätten, damit das griechische Spar- und Reformprogramm weiterkommt. „Die Gerüchte stimmen nicht. Sie werden eine Einigung über offizielle Quellen und nicht durch Gerüchte und sogenannte Durchsickerungen an die Presse erfahren“, sagte der griechische Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos der Nachrichtenagentur dpa. Am Vortag hatte der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos im Parlament erklärt, eine Einigung könnte „schneller kommen, als sich manche denken.“

Griechenland hängt mittlerweile knapp sieben Jahre lang am Tropf internationaler Geldgeber. Um weitere Finanzspritzen zu leisten fordern die Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF), des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und der Europäischen Zentralbank (EZB) unter anderen Sparmaßnahmen auch die Senkung des jährlichen steuerfreien Betrages von heute 8636 auf unter 6000 Euro. Die Griechen haben seit Ausbruch der Finanzkrise etwa ein Viertel ihres Einkommens verloren.

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Diskutiert werden auch weitere Rentenkürzungen, Einschränkungen im Streikrecht und eine Beschleunigung der Privatisierungen – allen voran der staatlich kontrollierten Elektrizitäts-Gesellschaft DEI. Athen hatte 2015 im Gegenzug für ein drittes Hilfspaket von bis zu 86 Milliarden Euro umfangreiche Reformen zugesagt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Paul Kersey

29.03.2017, 16:41 Uhr

Zitat: Um weitere Finanzspritzen zu leisten fordern die Experten der EU, des IWF, des ESM und der EZB unter anderen Sparmaßnahmen auch die Senkung des jährlichen steuerfreien Betrages von heute 8636 auf unter 6000 Euro. Die Griechen haben seit Ausbruch der Finanzkrise etwa ein Viertel ihres Einkommens verloren. Diskutiert werden auch weitere Rentenkürzungen, Einschränkungen im Streikrecht und eine Beschleunigung der Privatisierungen. Mal abgesehen vom letzten Punkt ist das der allergrößte, menschenverachtende Schwachsinn, den man sich überhaupt vortstellen kann. Hier werden wirklich die Schwächsten der Schwachen ausgeblutet und man glaubt in Brüssel allen Ernstes, dass man so 380 Mrd. EUR Schulden abbauen kann. Das ist ja schon strafbar so zu denken!

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