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19.01.2012

10:52 Uhr

Griechenland

Einigung mit privaten Gläubigern ist nahe

In Athen verhandelt die Regierung mit den privaten Gläubigern über den Schuldenschnitt. Die Zeichen stehen offenbar gut, im Gespräch ist sind neue Anleihen mit einem Zinssatz von durchschnittlich vier Prozent.

Charles Dallara nach Gesprächen mit dem griechischen Finanzminister. Heute trifft er Ministerpräsident Papademos in Athen. dpa

Charles Dallara nach Gesprächen mit dem griechischen Finanzminister. Heute trifft er Ministerpräsident Papademos in Athen.

AthenIn Griechenland geht das Ringen um den dringend erforderlichen freiwilligen Schuldenschnitt von rund 100 Milliarden Euro offenbar auf die Zielgerade. Charles Dallara vom Internationalen Bankenverband IIF soll am Donnerstagabend erneut mit Ministerpräsident Lucas Papademos zusammenkommen, wie ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Bereits am Vorabend hatte sich Dallara mit dem Regierungschef und Finanzminister Evangelos Venizelos getroffen. Griechische Medien berichteten, die Verhandlungen seien hart gewesen, befänden sich aber kurz vor einem Abschluss.

Die Anzeichen für eine mögliche Einigung verdichteten sich auch deswegen, weil sich Papademos nach Informationen des staatlichen Fernsehens am Abend mit den Vorsitzenden der drei Parteien treffen will, die seine Regierung unterstützen. Im Mittelpunkt der Beratungen mit den Sozialisten, Konservativen und einer kleinen rechtsgerichteten Partei sollen nach übereinstimmenden Medienberichten die Verhandlungen über den Schuldenschnitt und weitere harte Sparmaßnahmen stehen. Wie die Athener Zeitung „To Vima“ auf ihrer Internetseite berichtete, soll es eine vorläufige Einigung der Regierung in Athen mit dem Bankenvertreter Dallara zum Schuldenschnitt geben.

Knackpunkt war bislang der Zinssatz der neuen Anleihen, die nach einer Einigung die alten ersetzen sollen. Hier ist nun von einem Zinssatz im Durchschnitt von vier Prozent die Rede. Die Laufzeit solle 30 Jahre betragen. Offizielle Quellen wollten diese Information nicht kommentieren.

Den teilweisen Schuldenerlass für Athen in Höhe von 50 Prozent sollen private Gläubiger wie Banken, Versicherungen und Hedgefonds freiwillig schultern. Ihr Engagement ist ein entscheidender Baustein für das zweite, 130 Milliarden Euro schwere Hilfsprogramm für Griechenland. Doch vor allem Hedgefonds sollen sich weigern mitzumachen.

Regierungschef Papademos hatte am Vortag gedroht, private Gläubiger per Gesetz zum Forderungsverzicht zu zwingen. Griechische Medien berichteten, Hedgefonds und andere Geldinstitute drohen ihrerseits mit einem juristischen Verfahren gegen Griechenland, sollte dieser Fall eintreten.

In Athen setzen unterdessen Vertreter der Geldgeber die Prüfung der Bücher fort. Ohne ihr grünes Licht kann Athen nicht auf weitere Finanzspritzen hoffen. Mit Ergebnissen wird in der nächsten Woche gerechnet. Die Experten prüfen in regelmäßigen Abständen, welche Fortschritte Athen bei der Umsetzung der Auflagen für die internationalen Kredithilfen gemacht hat. Davon hängt die Auszahlung der nächsten Tranche aus dem Hilfspaket ab.

Von

dpa

Kommentare (16)

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Zahlmeister

19.01.2012, 11:13 Uhr

Wenn Griechenland ein Gesetz erläßt, mit welchem es seine Zahlungsverpflichtungen außer Kraft setzt, kann es auch gleich den Staatsbankrott ausrufen, das ist das Gleiche.

Account gelöscht!

19.01.2012, 12:07 Uhr

Unerträglich ist es, wenn von "Freiwilligkeit" gesprochen wird. In Griechenland sind hochgradig Kriminelle am Wer die vor keiner Erpressung zurück schrecken.

Wenn diese Kerle Charakter und eine Ehre hätten, dann würden die alles dran setzen ihre Schulden zurück zu zahlen und hätten dann auch meinen Respekt erworben. Nur unter diesen Umständen sollte niemand mehr nach GR reisen oder deren Produkte kaufen. Das gilt nach dem widerwärtigen Äußerungen Montis natürlich auch für Italien.

pastizio

19.01.2012, 12:07 Uhr

Das Selbe oder das Gleiche? Nichtsdestotrotz wäre es nichts, was nicht Deutschland und andere Staaten in der Vergangenheit auch schon praktiziert hätten.

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