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13.09.2011

10:11 Uhr

Griechenland

Entlassung von 20.000 Staatsbediensteten

Aufgrund der schweren Finanzkrise sind in Griechenland zahlreiche Entlassungen in staatlichen Unternehmen geplant. Betroffen seien mindestens 20.000 Menschen.

Griechenland muss sparen. Nun sollen 20.000 Staatsbedienstete gehen. dpa

Griechenland muss sparen. Nun sollen 20.000 Staatsbedienstete gehen.

AthenDie schwere Finanzkrise und die Angst vor einer Staatspleite führt in Griechenland erstmals in der jüngeren Geschichte des Landes zu Entlassungen in staatlichen Unternehmen. Betroffen sind laut dem Finanzministerium Bedienstete von 151 Firmen, darunter Angestellte des staatlichen Fernsehens (ERT), der halbamtlichen griechischen Nachrichtenagentur (AMNA), der U-Bahn von Athen und der staatlichen Eisenbahnen (OSE). Nach Medienberichten summiert sich die Zahl der Betroffenen auf mindestens 20.000.

Wie es in einem Schreiben des Finanzmisteriums in Athen heißt, müssen binnen zwei Wochen die Vorstände dieser Unternehmen Listen von Angestellten präsentieren, die zunächt in eine sogenannte „Arbeitsreserve“ geschickt werden sollen. Andere Angestellte müssten in die Frührente gehen. Der Schwerpunkt soll jeweils im Bereich der Verwaltung der Unternehmen liegen. Die „Arbeitsreserve“ bedeutet, die Angestellten werden für ein Jahr lang 60 Prozent ihres Lohnes erhalten und dann entlassen. Jedes Unternehmen muss der Anordnung des Finanzmisteriums nach „mindestens zehn Prozent“ seiner Angestellten auf die Entlassungliste stellen. Das Schreiben lag der Nachrichtenagentur dpa vor.

Griechische Medien berechneten, dass in den staatlichen Betrieben etwa 200.000 Menschen arbeiten. Demnach könnte die Entlassungswelle mindestens 20.000 Angestellte treffen. Das Programm ist eine der Maßnahmen, die die Experten der Europäischen Union (EU), des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Verschlankung des Staates fordern. Die sogenannte „Troika“ ist der eigentliche Lenker der griechischen Finanzen. Vertreter der Troika wollen in den kommenden Tagen die Bücher in Athen prüfen. Von ihnen hängt ab, ob Griechenland die nächste Tranche der Finanzhilfe in Höhe von acht Milliarden Euro bekommt. Kommt das Geld nicht, könnte Griechenland bis Mitte Oktober pleite sein.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Petra

13.09.2011, 10:53 Uhr

Daran könnte sich Deutschland mal ein Beispiel nehmen und gleichzeitig die Pensionsregelung ändern! Nur beispielhaft muß die Pensionshöhe über das durchschnittliche Einkommen berechnet werden und nicht über das letzte Einkommen! Somit würden viele "Gefälligkeitsbeförderungen" wegfallen, die in unserer Bananenrepublik Gang und Gebe sind. Die Chancen hierfür sind aber sehr gering, da es auch die meißten der entscheidenden Politiker treffen würde, und bekanntlich eine Krähe der anderen kein Auge aushakt!

Micha

13.09.2011, 10:57 Uhr

Wer die Griechen kennt, der weiß, daß diese Aktion vermutlich nur dazu dient, die Geldgeber kurzfristig zu blenden um den Geldfluß aufrecht zu erhalten! Ist das Geld erst einmal da, sieht die Welt wieder ganz anderst aus. Was interessieren die Griechen dann die Versprechen/Zusagen von gestern? Richtig, überhaupt nicht!

Werner

13.09.2011, 11:05 Uhr

Je weniger Bürger arbeiten, desto besser geht es dem Land, habe ich das so richtig verstanden? Also so ähnlich als würde man die grosse Körperschlagader nach aussen abzweigen um Blut einzusparen?
Man wird anlässlich unserer Spar-Politik eine völlig neue Kategorie von Geisteskrankheit definieren müssen. Das ist ganz ausgezeichnet.

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