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15.06.2011

15:15 Uhr

Griechenland

Harte Fronten im Streit über neues Hilfspaket

Der Countdown läuft: Ohne Hilfspaket der Euro-Länder ist Athen Anfang Juli pleite. Doch während sich die Krise zuspitzt, verhakt Europa sich in einem bizarren Streit. Berlins Forderungen spielen die zentrale Rolle.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und seine französische Amtskollegin Christine Lagarde beim folgenlosen Sondertreffen der Eurozone. Quelle: dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und seine französische Amtskollegin Christine Lagarde beim folgenlosen Sondertreffen der Eurozone.

BerlinDie Details der neuen Notfallhilfe von bis zu 120 Milliarden Euro für Athen und die Beteiligung von Banken und Versicherungen an den Kosten entzweien die Eurozone, blockieren das Krisenmanagement - und treiben Griechenland immer weiter in die Enge. Ein neues Paket ist Voraussetzung dafür, dass die nächste Tranche an Hilfskrediten Ende Juni an Athen ausgezahlt wird, doch eine Einigung ist nicht in Sicht.

Vor allem Deutschland sorgt für Ärger, zuletzt beim völlig ergebnislosen Krisentreffen der Euro-Finanzminister am Dienstagabend in Brüssel. „Im Saal hat es mächtig gekracht“, berichtete ein EU-Diplomat. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Notenbank-Präsident Jean-Claude Trichet blieben in der Frage unversöhnlich. Medien sprechen bereits von einem „Kalten Krieg“ zwischen Bundesregierung und Europäischer Zentralbank (EZB). So angespannt war die Stimmung, dass sich die Minister noch nicht einmal auf eine Erklärung zur Solidarität mit Athen einigen konnten - ein ungewöhnlicher Vorgang.

Eine Lösung kann wohl nur auf höchster Ebene gefunden werden, wenn am Freitag Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy empfängt. Auch die Euro-Finanzminister beraten am Sonntag (19. Juni) erneut, nächste Woche soll der EU-Gipfel endgültig über ein zweites Hilfspaket entscheiden. „Jedes Mal, wenn wir zusammentreffen, kommen wir einer Lösung näher“, sagte der luxemburgische Ressortchef Luc Frieden. Er erwartet eine Einigung in den nächsten zwei Wochen.

Denn im Grundsatz sind sich die Euro-Länder bereits einig, dass von sofort an private Gläubiger einen Teil der Lasten schultern sollen - eine populäre Forderung, die den Steuerzahler entlastet. Nur wie weit dies geht, ist offen. Und das ist keine harmlose Frage.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

15.06.2011, 16:43 Uhr

Beim Pokern nennt man das "All-In". Weil man schon so viel investiert hat, muss man immer mehr riskieren - letzendlich alles.

Die verfluchten deutschen Politiker Merkel und Schäuble haben uns an die Griechen ausgeliefert mit direkten Investitionen der Staatsbanken und Garantien durch die deutschen Steuerzahler in die EZB-Investitionen der faulen Griechenland-Kredite.

Es war wohl alternativlos Deutschland so richtig in den finanziellen Schlamassel zu steuern, ja mit fremdem Geld ist gut zocken !!

Entlassen ! Ihr Zocker, Gutdünker, Eidbrecher des deutschen Volkes !

Tory

15.06.2011, 18:38 Uhr

Der Euro wird fallen. Das waghalsige unverantwortliche Experiment ist gescheitert. Hätte es vor der Einführung des Euro einen Volksentscheid gegeben - mit absoluter Sicherheit hätte der Souverän das Volk die Idee verworfen und uns allen wäre das Desaster erspart geblieben. Das ganze deutsche Herumdoktern wird die Zahlungsfähigkeit der Griechen nur hinauszögern und letztlich noch teurer machen. Nach Griechenland kommen Pleitekandidaten Portugal und Irland. Damit wäre der Euro erledigt.

Auch in Zukunft wird die Politikerkaste über Volkeswille hinweg einsame Entscheidungen fällen die nicht im Interesse des Bürgers sein werden. Das einzige was das verhindern kann ist die Direkte Demokratie. Vielleicht ist die Entscheidungsfindung etwas langsamer dafür ist auch die Fehlerquote deutlich geringer. Wenn uns die Politiker diese verweigern müssen wir sie uns mit Gewal nehmen. Das ist so mit der Freiheit und Demokratie sie kann einen nicht gegeben werden, man muss sie sich nehmen.

FREIHEIT

15.06.2011, 19:33 Uhr



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