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23.11.2012

09:55 Uhr

Griechenland-Hilfe

IWF rückt von seinen Forderungen ab

Im Streit um die Griechenland-Hilfen sollen sich der Internationale Währungsfonds und die Euro-Finanzminister angenähert haben. Jetzt hängt es noch an einer Finanzlücke von zehn Milliarden Euro, die geschlossen werden muss.

Zwei Hauptdarsteller in der Eurokrise: IWF-Chefin  Christine Lagarde und der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble. dpa

Zwei Hauptdarsteller in der Eurokrise: IWF-Chefin Christine Lagarde und der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble.

AthenIm Streit über weitere Milliardenkredite für das hoch verschuldete Griechenland haben die Gläubiger des Landes Athener Regierungskreisen zufolge Fortschritte erzielt. Demnach näherten sich der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Euro-Länder in der wichtigen Frage des Schuldenziels für Griechenland an. Um zu seiner endgültigen Lösung zu kommen, müsse aber noch eine Finanzlücke von zehn Milliarden Euro geschlossen werden.

Ein hochrangiger Regierungsvertreter sagte am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters, der IWF habe eingewilligt, den griechischen Schuldenstand im Jahr 2020 nun mit 124 statt der bislang festgelegten 120 Prozent der Wirtschaftsleistung als tragfähig zu erachten. Die Euro-Gruppe habe sich bereits auf Maßnahmen verständigt, wie die Schuldenquote bis 2020 auf 130 Prozent gesenkt werden kann. Um auf die angepeilten 124 Prozent zu kommen, müssten die zehn Milliarden Euro aufgebracht werden, hieß es. Als Reaktion stieg der Euro am Vormittag auf den höchsten Stand seit drei Wochen und notierte bei 1,2908 Dollar.

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Eine andere mit den Verhandlungen vertraute Person bestätigte zwar, dass der IWF inzwischen die Schuldenquote von 124 Prozent akzeptiere. Allerdings sei die genannte Lücke von zehn Milliarden Euro zu optimistisch. Bislang wurde mit einer Schuldenstandsquote von 144 Prozent im Jahr 2020 gerechnet. Auf welchem Wege genau die Verbindlichkeiten verringert werden sollen, war zunächst unklar.

Die Frage, in welcher Höhe die griechischen Schulden als tragfähig eingeschätzt werden, ist einer der wichtigsten Streitpunkte zwischen den Europäern und dem IWF. Experten des Fonds haben einen Schuldenerlass auch durch öffentliche Gläubiger angeregt, was vor allem Deutschland ablehnt. Finanzminister Wolfgang Schäuble verweist auf rechtliche Probleme. Zudem würde der sogenannte Schuldenschnitt auch den Steuerzahler belasten.

Die Sicherung der langfristigen Schuldentragfähigkeit ist eine Voraussetzung dafür, dass Griechenland dringend benötigte Kredite aus dem zweiten Hilfspaket mit einem Gesamtumfang von 130 Milliarden Euro erhalten kann. Die nächste Tranche umfasst voraussichtlich 44 Milliarden Euro und soll im Dezember überwiesen werden.

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Bei ihrem Treffen am Dienstag hatten sich die Finanzminister der Euro-Gruppe zunächst nicht auf weitere Hilfen für Griechenland einigen können. Eine weitere Konferenz ist für Montag angesetzt. Vorgesehen ist ein Bündel mit verschiedenen Maßnahmen. Im Gespräch ist etwa, dass Griechenland den Preisverfall seiner Anleihen nutzt und Schuldtitel zurückkauft. Vorgeschlagen wurde auch, Gewinne der Europäischen Zentralbank (EZB) an Griechenland weiterzureichen.

Von

rtr

Kommentare (10)

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Sarina

23.11.2012, 09:34 Uhr

........haben die Gläubiger des Landes Athener Regierungskreisen zufolge Fortschritte erzielt
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Ah ha, "Athener Regierungskreisen" zufolge!
Wie kommt das Handelsblatt nur dazu, in diesem Zusammenhang von "Fortschritten" zu reden, wo unser und das Geld nachfolgender Generationen für korrupte südeuropäische Regierungen verbraten wird?
Sollte man da redlicherweise nicht von "Rückschritten" sprechen? Oder passt die Wahrheit nicht ins rabulistische Konzept?

Account gelöscht!

23.11.2012, 10:57 Uhr

Ach so...nur noch eine Lücke von 10 Milliarden muss geschlossen werden!!!!! Dann kann der Abstieg Europas weitergehen bis zur nächsten Lücke in 4 Wochen oder was?
Mann, Mann...wann greift in diesen Hirnen endlich die einfache Tatsache: "Die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Länder ist zu unterschiedlich, um jemals einer gemeinsamen Währung Bestand zu geben"
Fazit: Ein Ende der Krise kann es nur durch ein Ende der gemeinsamen Währung EURO geben. Je länger es dauert, desto mehr benachteiligt sich Europa selbst gegenüber dem Rest der Welt.

golfer

23.11.2012, 11:50 Uhr

die deutschen Politiker (egal ob Schwarz/Gelb oder Rot/Grün) haben uns (das deutsche Volk) in Sachen Europa und EURO belogen und betrogen; sie (die deutschen Politiker) verstoßen gegen geltendes Recht, brechen Verträge(u.a. keine Gemeinschaftshaftung, etc.) und verstoßen auch gegen ihren Amtseid!! denn sie haben geschworen, Schaden vom deutschen Volke abzuwenden!!sie gehören somit angeklagt, verurteilt und entlassen!! Der englische Premierminister kämpft wenigstens für sein Land, unsere Politiker verraten uns nur!!

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