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03.07.2011

12:16 Uhr

Griechenland-Hilfe

Schäuble fordert Marshallplan für Griechenland

Der Staatsbankrott Griechenlands ist vorerst abgewendet, doch wie lässt sich das Land dauerhaft stabilisieren? Wolfgang Schäuble schlägt einen europäischen Marshallplan vor, um die griechische Wirtschaft zu unterstützen.

Wolfgang Schäuble kann sich einen langfristigen Hilfsplan vorstellen. Quelle: dpa

Wolfgang Schäuble kann sich einen langfristigen Hilfsplan vorstellen.

BrüsselAufatmen in Brüssel und Athen: Nach wochenlangem Ringen haben die Euro-Finanzminister Griechenland eine dringend benötigte Finanzhilfe über zwölf Milliarden Euro zugesagt. Die Ressortchefs der Währungsgemeinschaft gaben die Kredittranche am Samstag in einer Telefonkonferenz frei. Das Geld werde vorbehaltlich der Zustimmung des Internationalen Währungsfonds zum 15. Juli überwiesen, erklärten sie. Damit wird das Partner-Land kurzfristig vor einer Pleite bewahrt.

Wie sich der griechische Staatshaushalt jedoch langfristig entwickeln wird, wagt man weder in Brüssel noch in Berlin zu prognostizieren. Kaum jemand ist so optimistisch wie Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker: „Das jetzige Maßnahmen-Paket, mit dem Athen sich einverstanden erklärt hat, wird die Lösung der Griechenland-Frage bringen“, sagte Juncker dem Magazin „Focus“.

Griechenland habe jahrelang vom Euro profitiert. „Es hat durch eigenes Verschulden einige Dinge ins Rutschen gebracht. Und wenn man die jetzt wieder mit vereinten Kräften in Ordnung bringt, müssen die Griechen auch verstehen, dass eine kollektive Antwort nötig ist“, fügte Juncker hinzu. „Wir zwingen die griechische Politik mit deren Einverständnis zu einer totalen Kurskorrektur.“

Das griechische System zur Steuererhebung funktioniert nach seinen Worten „nicht in vollem Umfang“. Man dürfe die Griechen nicht beleidigen, müsse ihnen aber helfen. „Sie haben sich bereiterklärt, eine Expertise-Zufuhr aus der Euro-Zone anzunehmen“, ergänzte der Vorsitzende der Eurogruppe. So braucht Athen nach Junckers Ansicht für die anstehenden massiven Privatisierungen von Staatseigentum eine „Lösung nach dem Vorbild der deutschen Treuhandanstalt“. Diese Behörde sollte volkseigene Betriebe der untergehenden DDR seinerzeit in die Privatisierung führen.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) forderte zur Stärkung der griechischen Wirtschaft eine Art europäischen Marshallplan. „Entscheidend ist, dass Europa stärker als bisher bereit sein muss, Griechenland dabei zu unterstützen, Wachstum zu generieren.“ Hier lägen auch „beträchtliche Aufgaben und Chancen für die deutsche Wirtschaft.“ Nach Überzeugung der deutschen Industrie benötigt das Land ein langfristiges Investitionsprogramm.

Kommentare (31)

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Voltaire

02.07.2011, 21:15 Uhr

An Griechenland wird die EU zerbrechen - wie schön!

Die heutigen Finanzprobleme von Griechenland werden bald – wenn sie es denn nicht schon sind - unsere eigenen von morgen sein.

Gemäß der Emissionsplanung des Bundes in 2011 sind für den "Kapital- und Geldmarkt" in diesem Jahr insgesamt 154 Mrd. EUR an Neuemissionen eingeplant.

http://www.deutsche-finan...
--> Jahresübersicht (angepasst)

Weiterhin erhöhen sich ständig die Forderungen innerhalb des Eurosystems der Deutschen Bundesbank. Lt. Monatsbericht Juni 2011 betragen diese in 05/2011 inzwischen 335 955 Mio. EUR.
http://www.bundesbank.de/...
Seite 73* in Spalte 7.

Informationen zur Gesamtverschuldung der EU-Staaten sind unter

http://epp.eurostat.ec.eu...

zu finden.

Wer immer noch glaubt, dass die Staatsschulden in Deutschland jemals zurückgezahlt werden können, irrt. Auch die Forderungen der Deutschen Bundesbank gegenüber den EWU-Ländern sind - meiner Einschätzung nach – im Falle von EU-Staatspleiten im „worst case“ vollständig, im „best case“ mit mindestens 70 Prozent abzuschreiben.

Übrigens liegt Deutschland in Bezug auf die Bruttoverschuldung des Staates in Relation zum BIP hinter Griechenland, Italien, Belgien, Irland und Portugal bereits an sechster Stelle mit 83,2 % (Vorjahr 73,5 %).

Schönes Wochenende!

Eurofighter

02.07.2011, 21:17 Uhr

bis zum 20.09.2011 muss der griechische Staat für insgesamt 13 Anleihen die fälligen Zinsen von 4,32 Mrd Zinsen bedienen und zudem eine am 20.08.11 fällige Anleihe von 7 Mrd zurückzahlen. Summe 11,32 Mrd Fazit: Die 12 Mrd sind schon wieder weg, da landet nix im Staatshaushalt

digger

02.07.2011, 21:55 Uhr

die weitere agenda ist doch klar : soweit das bverfge keine größeren scherereien verursacht, kommen die eurobonds und danach mit einiger verzögerung die eigene brüsseler steuerquelle. wenn dann die völker europas aufwachen , werden sie bürger der vereinigten staaten von europa sein.ist das nicht toll? und alles ohne irgendjemanden um zustimmung ersucht zu haben.

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