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14.02.2012

04:44 Uhr

Griechenland-Hilfe

Schäuble hält Sparpaket für alternativlos

In einem Fernsehinterview betont Bundesfinanzminister Schäuble die Hilfsbereitschaft der EU für Griechenland. Es gelte, die griechische Wirtschaft wettbewerbsfähig zu machen. Andere EU-Politiker malen hingegen schwarz.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Reuters, Sascha Rheker

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU)

Berlin / Washington Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat an die griechische Regierung appelliert, den Parteienstreit zurückzustellen und die Hilfsangebote der Europäischen Union zu akzeptieren. Schäuble äußerte am Dienstagabend im ZDF Verständnis für die Not der griechischen Bürger. Es sei aber auch klar, dass Griechenland lange über seine Verhältnisse gelebt habe, sagte der CDU-Politiker im „heute journal“.

Schäuble machte klar, dass er das neue griechische Sparpaket für alternativlos hält. So habe der Mindestlohn bislang über dem Durchschnitt der Euro-Staaten gelegen. Jetzt gehe es darum, dass die griechische Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig werde.

Die EU biete Griechenland jede Form von Beratung und Unterstützung an. Die Regierung Athen halte dem immer wieder entgegen, sie wolle keine Vormundschaft. „Das respektieren wir, aber wenn sie es allein nicht schaffen, weil die politische Klasse vielleicht Schwierigkeiten hat, als fair anerkannt zu werden, dann wäre es besser, sie würden mehr Unterstützung durch die europäische Union akzeptieren“, betonte Schäuble. „Wir machen das, um Griechenland zu helfen und zu keinem anderen Zweck.“ Wenn die Hilfe scheitern sollte, wäre Europa besser vorbereitet als vor zwei Jahren. „Aber wir wollen alles tun, um Griechenland zu helfen, die Krise zu meistern.“

Die Euro-Zone ist nach seinen Worten für eine Staatspleite Griechenlands gewappnet. Auf die Frage, was passieren würde, wenn die Rettungsbemühungen scheitern sollten, sagte Schäuble dem ZDF am Montagabend: „Dann sind wir besser vorbereitet als vor zwei Jahren.“ „Aber wir wollen alles tun, um Griechenland zu helfen, die Krise zu meistern.“

Unterdessen zweifelt Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) am engen Zeitplan zur Entscheidung über das zweite Milliardenpaket für Griechenland im Bundestag. Er hoffe, dass in den beiden kommenden Wochen bis zur geplanten Abstimmung alle Bedingungen erfüllt würden, die eine Zustimmung des Bundestags ohne weitere Befassung ermöglichten, sagte Lammert der „Financial Times Deutschland“. „Ob die dafür vorgesehene Beratungszeit reichen wird, wird man sehen.“ Lammert wacht als Parlamentspräsident über die Mitspracherechte der Abgeordneten.

Kommentare (7)

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Pinin

14.02.2012, 03:42 Uhr

Die Staatspleite Griechenlands juckt doch niemanden, AAABER:

- Die fälligen Abschreibungen der Banken
- Die fälligen CDS die vor allem US-Banken halten

Und beide Gruppen können mächtig Druck machen.
Da spielt das Geld der kleinen Deutschen beim Schäuble überhaupt keine Rolle.

Wobei die Frage auftaucht ob der Europa-Wahn Schäubles überhaupt echt iat (wenn ja, dann ist er unglaublich kurzsichtig und verbohrt) oder ob er einfach Diener mächtiger Herren ist. Glauben und trauen können wir ihm auf jeden Fall NICHT.

Wegimex

14.02.2012, 05:29 Uhr

in der privaten Wirtschaft würde wenn so eine wichtige Entscheidung ansteht die Sitzungsfreie Zeit sprich Urlaub gestrichen. Den Unterschied zwischen griechischen und deutschen Politikern machen die produktiveren Betriebe und Bürger. Schmarotzer.

Machiavelli

14.02.2012, 05:42 Uhr

Die EU- und Euroverträge, von der deutsch-französische Interessengemeinschaft den anderen Mitgliedern diktiert, sind die Ursache dieser Entwicklung.
Am Ende wird es, wie jetzt schon erkennbar, eine Konzentration der Euro-Industrie in einigen Länder mit größerer und stärkerer Wirtschaften stattfinden, während die kleinere Wirtschaften als Niedriglohnländer oder Bananenrepubliken degradiert werden.
Als Produzent und Lieferant von Billigprodukte werden sich, diese europäische Bananenrepubliken gegen den Wettbewerb aus Asien, durch extrem niedrige Löhnen, wehren müssen. Ob mit Erfolg ist zu bezweifeln.
Die zahlreiche Nachteile dieser Entwicklung liegen auf der Hand.
Fähige und gut ausgebildete Fachkräfte werden massenweise das alte Kontinent verlassen um ihr Glück anderswo zu suchen. Der Exodus hat schon begonnen und die Selbstmordrate ist auf das Dreifache gestiegen.
Unzufriedenheit wird soziale Unruhen in den Peripherie Ländern als logische Folge haben, extremistische Parteien werden dadurch genügend Gefolgschaft finden.
Diese dermaßen benachteiligte Länder werden unsere Schwachstelle sein und außereuropäischen Wirtschaftsmächten das Eindringen über diese Länder nach Europa erleichtern.
Am Ende wird die EU daran zerbrechen.
Was die Eurozone dringend braucht ist Wirtschaftskonvergenz und nicht Bestrafung von ungehorsame und nicht gefügige Länder.

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