Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.07.2012

02:16 Uhr

Griechenland in der Krise

Staatsbankrott und Austritt sind immer wahrscheinlicher

Noch bevor die „Troika“ ihren Bericht über Griechenlands Spar-Disziplin abgibt, deuten mehrere Medienberichte auf eine baldige Pleite des Landes hin. Immer mehr machen auch ein Austritt aus der Euro-Zone zum Thema.

Griechenland steht offenbar vor dem endgültigen finanziellen Zerfall. Reuters

Griechenland steht offenbar vor dem endgültigen finanziellen Zerfall.

BerlinEin Staatsbankrott Griechenlands wird Medienberichten zufolge immer wahrscheinlicher. Die wichtigsten Geldgeber des Landes, allen voran Deutschland, sind nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ nicht mehr bereit, der Regierung in Athen über die bisherigen Zusagen hinaus zu unterstützen.

Das Gleiche gelte für den Internationalen Währungsfonds (IWF). Zuvor hatte bereits der „Spiegel“ berichtet, dass sich der IWF nicht an weiteren Hilfen beteiligen wolle. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hält einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone angesichts der Lage nicht mehr für unwahrscheinlich.

IWF-Hilfen: Griechenland droht Pleite im September

IWF-Hilfen

Griechenland droht Pleite im September

Der IWF ist skeptisch gegenüber neuen Hilfen für Griechenland.

Im Sanierungsprogramm der Griechen klafft laut „SZ“ erneut ein Loch in zweistelliger Milliardenhöhe. Grund sei, dass während des Dauer-Wahlkampfs im Frühjahr fast alle Reformvorhaben liegen geblieben seien.

Außerdem entstehe durch die von der neuen Regierung geforderte verlängerte Zeitspanne zur Umsetzung der Reformen ein erhöhter Finanzbedarf. Die im zweiten EU-Hilfspaket zugesagten Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro reichten somit nicht mehr aus.

Die „SZ“ zitierte aus Berliner Regierungskreisen, es sei „undenkbar, dass Kanzlerin Angela Merkel noch einmal vor den Bundestag tritt und um Zustimmung für ein drittes Griechenland-Paket bittet“.

Vor Troika-Besuch: Deutschland will an Spardiktat für Athen nicht rütteln

Vor Troika-Besuch

Deutschland will an Spardiktat nicht rütteln

Die Bundesregierung zeigt sich gegenüber Griechenland kompromisslos.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sprach sich indirekt dagegen aus, Griechenland mehr Zeit einzuräumen. „Wenn es Verzögerungen gegeben hat, muss Griechenland diese aufholen“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Eine Prognose zum Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone lehnte Schäuble ab. „Ich werde der ‚Troika’ nicht vorweggreifen. Wenn der ‚Troika’-Bericht vorliegt, wird die Euro-Gruppe beraten.“

Schäuble sagte zudem, wenn es Verzögerungen in Griechenland beim Sparprogramm gegeben habe, müsse das Land diese aufholen.

Kommentare (20)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Christina

23.07.2012, 02:53 Uhr

das Land war schon vor Eintritt in den Euro -- Pleite.

maui

23.07.2012, 03:16 Uhr

Und dorthinein wurden deutsche, hart verdiente Steuer-Mrd. EUR, einer Luftwährung heute und historischen Währung morgen, gepumpt. Von Wirtschaft, vielleicht Keynes und Smith Adam, verstehen die Berliner Hampelmännchen -frauchen so wenig wie ein Sonderschulkind. In den folgenden Jahren werden von den deutschen, ja immer braven und leistungwilligen Arbeitnehmern höhere Steuern usw. verlangt ja einfach abgezogen ala Soli-2 für das untergegangene GREXIT. Und die "Leit" kaufen sich weiterhin das neueste iPhone (idiotenphone) auf Kredit, werkeln in 2 Jobs und fallen am nächsten Morgen auf die Matte statt auf die Straße zu gehen oder 1789 in Berlin zu erwirken. Solange es noch H4 gibt, wie es das in Italien, Spanien etc. nicht gibt, wird hier nichts passieren. Auch müssen die Bezüge von Beamten und ihre Renten kräftig beschnitten werden. Dann würde eine Welle des Aufschreiens durch die Republik fluten!

vacca

23.07.2012, 03:29 Uhr

dass GR pleite ist, war doch schon vor ewigen Zeiten bekannt. Da frage ich mich nur, wieso die "GR-Retter" über einen so langen Zeitraum so viel Geld, zu unseren Lasten, so verantwortungslos und sinnlos verbrannt haben. Merkel sagte doch Anfang 2010, daß dies nur eine einmalige Ausnahme wäre.Abgesehen davon, daß es ein Vertragsbruch war, hätte sie spätestens dann, als es offensichtlich war, daß diese Aktion nichts gebracht hatte, von weiteren Zahlungen Abstand nehmen müssen. Für mich war das ganz klar eine Insolvenzverschleppung, die strafbar ist, und wonach die Verantwortlichen vor Gericht gestellt und verurteilt werden müssen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×