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11.05.2011

03:19 Uhr

Griechenland in der Krise

Streiks sollen Fähren und Fernsehen stoppen

Viele europäische Länder diskutieren über Bedingungen dafür, Griechenland abermals ein Hilfspaket zu schnüren. Indessen wollen die griechischen Gewerkschaften heute das Land mit Streiks überziehen.

Ein Streik in Griechenland 2009. Quelle: dpa

Ein Streik in Griechenland 2009.

AthenUngeachtet der nahenden neuen Hilfsaktion für den Schuldensünder Griechenland machen die Gewerkschaften dort abermals mobil. Im Zentrum Athens und anderer Städte des Landes sind Kundgebungen gegen die harte Sparpolitik geplant. Zudem sind wieder umfangreiche Streiks geplant.

Deswegen soll es vor allem im Fähr- und Flugverkehr Probleme geben. Viele Flüge sollen mit Verspätung stattfinden. Fähren werden nicht auslaufen, weil die Seeleute für 24 Stunden streiken.

Auch die Journalisten werden für 24 Stunden streiken. Aus diesem Grund wird es keine Nachrichten im Radio und Fernsehen geben. Alle staatlichen Behörden wie Ministerien, Museen und Steuerämter sowie viele Schulen sollen geschlossen bleiben. Zu den Streiks haben die beiden größten Gewerkschaftsverbände des privaten (GSEE) und des staatlichen Sektors (ADEDY) aufgerufen.

Griechenland soll nach Medienberichten ein weiteres Hilfspaket im Umfang von bis zu 60 Milliarden Euro erhalten, um den drohenden Staatsbankrott abzuwenden. Im Gegenzug muss das hochverschuldete Land noch härtere Auflagen als bisher erfüllen.

Vor einem Jahr hatte Griechenland bereits ein Hilfspaket im Umfang von 110 Milliarden Euro erhalten. Eine Rückkehr zur eigenständigen Finanzierung an den Kapitalmärkten scheint derzeit unmöglich. Auch verläuft die Verringerung des Haushaltdefizits schleppend. Hintergrund seien Steuerausfälle infolge der schweren Rezession.

In einem dramatischen Appell wandten sich der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias und Ministerpräsident Giorgos Papandreou über das Fernsehen ans griechische Volk. Die gesamte Nation müsse mobil machen. „Anders geht es nicht“, sagte Papoulias.

Papandreou verurteilte erneut die Spekulationen über einen möglichen Abschied der Griechen vom Euro. „Unsere Antwort muss sein: Beständigkeit, Entschlossenheit und die Ruhe bewahren.“ Seine Regierung werde unabhängig von politischen Kosten die nötigen Reformen umsetzen.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Homburger

11.05.2011, 05:37 Uhr

Das sagt die griechische Regierung schon lange. Nur die Ergebnisse sprechen eine andere Sprache. Bei vielen Menschen kann man den Gürtel nicht mehr enger stellen. Da wo man es könnte, wagt man es sich nicht. Die Gewerkschaften haben Recht. Die Regierung sagt nicht die Wahrheit. Es wird gelogen und es wird auch erpresst. Europa nämlich.

Account gelöscht!

11.05.2011, 06:58 Uhr

Die Griechen zocken den deutschen Michel ab nach allen Regeln der Kunst und unsere Politiker wagen kein klares und entschiedenes NEIN dazu. Raus mit den Griechen aus dem Euro und keine Unterstützung der Banken, die mit den hochprozentigen Anleihen gezockt haben und die eventuellen Verluste dann wiederum dem dummen Steuerzahler aufdrücken wollen.

EuroTanic

11.05.2011, 08:34 Uhr

Die Griechen erhalten kein Rettungspaket. Die Banken erhalten diese Gelder, allen voran deutsche Banken die mit den Wucherzinsen exorbitange Gewinne gemacht haben, ohne Risiko wie es scheint. Die Griechen werden sogar noch dafür bestraft, dass ihre Regierungen sich in die Eurozone mit Hilfe von Goldman Sux gelogen haben. nun soll alles in Griechenland privatisiert werden, was die Lage für die normalen Menschen nochmals erschlimmern wird. All dass ist der grösste Raub in der Geschichte von Europa, gepant und ausgeführt von einer kleinen privaten Bankenelite und ein paar globalen Konzernen die am Ende auch den letzten Schuldener Deutschland einteignen werden. Leute wacht auf.

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