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26.02.2015

12:50 Uhr

Griechenland in der Schuldenkrise

Wenn ich CEO von Griechenland wäre...

VonGerd Höhler

Athen bekommt die Schuldenmisere nicht in den Griff. Wir fragen die Wirtschaft: Drei griechische CEOs entwerfen drei ganz unterschiedliche Businesspläne für die „Hellas AG“. In einer Sache sind sie sich allerdings einig.

Drei Unternehmer entwerfen drei Business-Pläne. Imago

Wie geht es weiter in Griechenland?

Drei Unternehmer entwerfen drei Business-Pläne.

AthenGriechenland regieren: Reißt sich irgendwer um diesen Job? Er ist mit knapp 6000 Euro brutto im Monat dotiert – kein großes Gehalt im Vergleich zu den Bezügen anderer EU-Regierungschefs, aber viel Geld für griechische Verhältnisse, wo 2014 ein Drittel der privaten Haushalte mit weniger als 830 Euro im Monat auskommen musste.

Der Arbeitsplatz sieht nicht schlecht aus: Ein großes holzgetäfeltes Büro in der Villa Maximos, einem klassizistischen Patrizierbau an der Athener Herodes-Attikus-Straße, der teuersten Adresse der griechischen Hauptstadt. Edles Parkett, Stuckdecken, schwere Vorhänge vor den aus Sicherheitsgründen meist verdunkelten Fenstern.

Ein repräsentativer Schreibtisch aus hellem Edelholz. Dahinter stehen die griechische Flagge und eine Europafahne. Rechts wartet eine beigefarbene, bequeme Couchgarnitur auf Besucher. Links steht ein großer Konferenztisch.

Die nächsten Stationen im griechischen Schuldendrama

27. Februar

Genau drei Jahre, nachdem der Bundestag dafür gestimmt hatte, ein zweites Hilfsprogramm für Griechenland aufzulegen, haben die Abgeordneten dieses um vier Monate verlängert. Damit soll Athen mehr Zeit bekommen, die Auflagen umzusetzen, damit noch nicht ausgezahltes Geld aus den Hilfstöpfen fließen kann. Das geschieht aber nicht sofort.

28. Februar

Um Mitternacht wäre das geltende Hilfsprogramm ausgelaufen.

Ende April

Bis dahin sollen Athen und die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) die bislang nur grob vereinbarten Reformvorhaben weiter ausarbeiten und mit konkreten Zahlen unterlegen. Sind alle einverstanden, kann Geld ausgezahlt werden. Dafür ist auch die Zustimmung des Haushaltsausschusses des Bundestags nötig.

Wie viele Euro Griechenland noch zustehen, ist nicht ganz klar. Da ist zum einen die noch ausstehende Tranche aus dem Hilfsprogramm von 1,8 Milliarden Euro. Außerdem liegen rund 1,9 Milliarden Euro aus Gewinnen der EZB mit griechischen Staatsanleihen bereit. Einschließlich weiterer Mittel des IWF hofft Athen auf eine Summe von 7,2 Milliarden Euro.

30. Juni

An diesem Tag läuft das nun verlängerte zweite Hilfsprogramm aus. Viele Fachleute und Finanzpolitiker gehen davon aus, dass anschließend ein drittes Hilfspaket für Griechenland nötig sein wird. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat dies nie ausgeschlossen. Ob und in welcher Höhe ein solches Programm kommt, dürfte für neue harte Debatten sorgen.

20. Juli

Griechenland muss Schulden in Höhe von 3,5 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen. Analysten zufolge dürfte Athen bis zu diesem Termin finanziell über die Runden kommen. Danach wäre das Land aber vermutlich auf weitere Hilfe angewiesen, um den Staatsbankrott zu verhindern.

20. August

Weitere 3,2 Milliarden Euro an die EZB werden fällig.

Vor dem Schreibtisch des Premiers, der auf einem schwarzen Ledersessel Platz nimmt, stehen zwei bescheidenere, aber stilvolle lederbezogene Besucherstühle sowie ein kleiner Beistelltisch. Bodyguards rund um die Uhr, Polizeieskorte auf dem Weg zur Arbeit – wem würde das nicht gefallen.

Handelsblatt Online verführte drei griechische Unternehmer zu einem Gedankenspiel: Was würden sie anders machen, wenn sie morgen Chef der „Hellas AG“ wären? Wenn sie das Land nicht wie ein Politiker regieren müssten, sondern wie ein Wirtschaftslenker führen könnten?

Die Ansätze sind unterschiedlich, und die Ideen klingen erfrischend.

Einig sind sich die drei Chefs aber, was den Zustand der „Hellas AG“ betrifft: Das Land ist in keinem guten Zustand – ein Sanierungsfall. Der neue CEO muss schnell und entschlossen handeln. Sonst kommt der Insolvenzverwalter …

Kommentare (71)

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Herr Helmut Paulsen

26.02.2015, 12:56 Uhr

 
Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Helmut Paulsen

26.02.2015, 12:57 Uhr

"
Europas Untergang

Der Fall Griechenland zeigt den sittlichen Verfall der EU


Die neue griechische Regierung hat richtig erkannt, dass alle vorherigen Regierungen zusammen mit der EU das Schuldenproblem verstärkt statt gemindert hatten. Die Rettungsschirm-Aktion der EU insgesamt hat sich in den Aktionsjahren als fehlerbehaftet und kontra-indikativ, ja sogar verstärkend herausgestellt. Aus der Rettung ist eine Betrugsaffäre geworden. ..."

http://www.contra-magazin.com/2015/02/der-fall-griechenland-zeigt-den-sittlichen-verfall-der-eu/

---

+++ Letztendlich ist Schäuble bereit JEDEN Preis zu zahlen - wenn er nur mittels EURO die Macht über die EURO-Staaten behält. +++

Der EURO ist ein Macht-Konstrukt. Mehr nicht.

Mit Ökonomie oder gesundem Wirtschaftsverstand hat der EURO "nichts" zu tun.

In Griechenland sind die Grundstücke garnicht registriert !!! Es gibt keine Kataster-Ämter wo die Flurkarten eingezeichnet werden und auch keine Grenzsteine rund um die Grundstücke. Niemand zahlt ausserdem Grunderwerbssteuer oder Grundsteuer.

All das muss erst aufgebaut werden. Oh jeee aber davon reden wir schon seit 2007. Andere Länder andere Sitten. Gebt den Griechen die Drachme zurück und sie behalten ihre Kultur und Lebensweise.

---

+++ Deutschland ist ein verrottender "Fassaden-Staat". Staatlich gelenkte Links-Extremisten, Polizei-Notstand, Ungesteuerte Massen-Einwanderung, Ferngesteuerte Politiker und Lobbyisten, Propaganda-Presse, Steuergeld-Zitronenpresse, Billiglohn und HARTZ4. Probleme werden ausgeblendet mittels "Politikal-Scheuklappen-Korrektness". +++

http://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/linksextremisten-zuenden-autos-von-wachfirmen-an/

.

Herr Vittorio Queri

26.02.2015, 13:01 Uhr

>> Wenn ich CEO von Griechenland wäre >>

Würde ich das Land als Erstes aus der €-Sowjetunion lösen und von der EUtopia befreien.

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