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09.08.2013

15:32 Uhr

Griechenland

Industrie wächst wieder etwas

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr steigen die Konjunkturdaten in Griechenland an – obwohl das Land weiter mit einer Rekordarbeitslosigkeit kämpft. Doch zumindest die Wirtschaft erholt sich langsam.

Die Akropolis in Athen: Zumindest die griechische Konjunktur erholt sich wieder etwas. obs

Die Akropolis in Athen: Zumindest die griechische Konjunktur erholt sich wieder etwas.

AthenTrotz der Rekordarbeitslosigkeit gibt es zunehmend positive Konjunkturdaten aus Griechenland. Das produzierende Gewerbe stellte im Juni 0,4 Prozent mehr her als vor einem Jahr. Es war der zweite Anstieg in diesem Jahr, wie das Statistikamt Elstat am Freitag mitteilte. Allein in der Industrie sorgten Impulse von Erdöl- und Pharmazie-Erzeugnissen für ein Produktionsplus von 4,2 Prozent. Dies ist der größte Anstieg seit Mai 2008, als die schwere Rezession in Griechenland begann. „Zweifellos ist das ein positives Zeichen, dass die Rezession im Sektor wohl den Tiefpunkt erreicht“, sagte Eurobank-Analyst Platon Monokroussos. „Aber wir brauchen noch weitere positive Signale, um sicherzugehen, dass sich ein Erholungstrend etabliert hat.“

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Ein neuer Schuldenschnitt für Griechenland – mitsamt einer zweistelligen Milliardenbelastung für den deutschen Steuerzahler: Dieses Szenario hält DIW-Marcel Fratzscher für wahrscheinlich.

Griechenland kämpft sich derzeit durch das sechste Rezessionsjahr in Folge. Erst 2014 erwartet die EU-Kommission wieder ein leichtes Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent. Zuletzt stieg die Arbeitslosenquote im Mai auf 27,6 Prozent - und liegt damit mehr als doppelt so hoch wie in der Euro-Zone mit durchschnittlich 12,1 Prozent.

Griechenland hängt seit 2010 am Tropf seiner internationalen Geldgeber und ist weitgehend vom Kapitalmarkt abgeschnitten. Für die Rückkehr an die Märkte im nächsten Jahr gebe es zwei Voraussetzungen, sagte Finanzminister Yannis Stournaras. „Die erste ist ein Primärüberschuss und die zweite ist die Rückkehr zum Wachstum“, sagte der Minister dem Sender „Mega TV“. Er sei zuversichtlich, dass beides gelinge. Ein Primärüberschuss ist erreicht, wenn die Haushaltseinnahmen die Ausgaben des Staates übersteigen. Allerdings werden dabei Zinszahlungen für Schulden ausgeklammert.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

09.08.2013, 15:48 Uhr

Na, das ist aber schön! Pünktlich zur Wahl verdichten sich die Hinweise, daß Griechenland zum Wachstumsmotor der Welt wird und wir daher unsere Kredite und Bürgschaften wieder locker vom Hocker, ganz wie von Schäuble versprochen, zurückbekommen (und zwar mit Zinsen - ein Bombengeschäft!).

Schuldenschnitt-Diskussion war gestern und ist heute schon vergessen (bis zum 22. September).

andix

10.08.2013, 01:36 Uhr

Mini-Wachstum mit fremdem Geld, hinter dem Deutschland mit bereits 35% (!) .
Und dann wird was Interessantes passieren: solange es Griechenland gelingt, seinen Laden ohne Kreditierung von außen so einigermaßen am Laufen zu halten, werden die erst recht den Teufel tun und irgendwelche Reformen durchführen; die werden sich quer stellen, bis es raucht. Fragen Sie mal Herrn Tspiras; man will ja schließlich wiedergewählt werden.
Aufgrund der weiter ausbleibenden Nachhaltigkeit wird man natürlich bald wieder Kredite brauchen, da man ja Banktresore weiter mit Steuergeld auffüllen muss; passieren wird de facto wieder nichts und so geht dieses Hanswurschten-Spiel der Europäer unter deutscher Ägide immer weiter, bis die noch "gesunden" Länder, allen voran wir, das letzte Hemd verpfändet haben.
Was hier läuft , ist kriminell und (eigentlich) justiziabel.
Wie viel Beweise brauchen denn die Deutschen noch?
Leute, lasst euch nicht so verarschen!
Am 22.9.habt Ihr die Chance, dieses Spectaculum zu beenden.

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