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28.03.2012

10:17 Uhr

Griechenland

Ins Ausland gebrachte Gelder fließen zurück

Griechische Wirtschaftsministerin Diamantopoulou sieht „Zeichen für eine Erholung“: Erstmals fließe Geld vermögender Griechen, die aufgrund der Krise um ihr Vermögen fürchteten, zurück ins Land.

Die griechische Wirtschaftsministerin Anna Diamantopoulou (links) beim Treffen mit Plutarchos Sakellaris, Vize-Präsident der European Investment Bank. dpa

Die griechische Wirtschaftsministerin Anna Diamantopoulou (links) beim Treffen mit Plutarchos Sakellaris, Vize-Präsident der European Investment Bank.

Die neue griechische Wirtschaftsministerin Anna Diamantopoulou sieht erste Anzeichen für die Rückkehr von Vertrauen und für eine Überwindung der Krise in dem Land. „2013 könnte es ... Zeichen für eine Erholung geben“, sagte die Ministerin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Mittwoch. Und mit Blick darauf, dass in der Vergangenheit vermögende Griechen aus Angst vor der Zahlungsunfähigkeit zunehmend Geld ins Ausland gebracht haben, ergänzte sie: „Zum ersten Mal seit drei Monaten fließt Geld zurück.“ Diamantopoulou zeigte sich überzeugt, dass sich bei den kommenden Wahlen die proeuropäischen Kräfte durchsetzen werden.

Komme es anders, wäre das „eine Katastrophe für unser Land“. Die Ministerin sieht drei zentrale Aufgaben, die die Regierung angehen muss. Sie müsse der Bürokratie den Krieg erklären, die Korruption bekämpfen und das Problemthema Liquidität bewältigen. Sie sieht zugleich etliche Bereiche mit Wachstumspotenzialen in der Wirtschaft des Landes. Dazu gehörten die Landwirtschaft, die Rohstoffe-Förderung, der Tourismus sowie das Zukunftsfeld Forschung und Entwicklung. Um Investitionen in diesen Bereichen vorzunehmen, könne das Land nicht zuletzt auf Hilfe der EU hoffen.

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„Wir vermuten, dass wir von dort in den nächsten drei Jahren 16 Milliarden Euro aufnehmen können“, sagte sie. Dass Griechenland keine Hilfe von außen bei seinen Bemühungen um eine durchgreifende Reform seiner Verwaltung annehme, nannte die Ministerin „einen Mythos“. Mit Blick auf frühere Vorschläge aus Deutschland, in Griechenland eine Art Sparkommissar zu installieren, stellte sie klar: „Es ist ein Riesenunterschied, ob man technische Unterstützung erhält oder einen Kommissar im Land hat.“ Das habe mit Fragen der Souveränität und des nationalen Stolzes zu tun.

Von

rtr

Kommentare (7)

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Mazi

28.03.2012, 10:58 Uhr

Werden von diesen Geldern auch 70 % einbehalten wie man es von ausländischen Gläubigern verlangte?

Die tatsächliche Handhabung unterstreicht einmal mehr, dass unsere hiesigen Politiker nicht in der Lage sind, dass in sie gesetzte Vertrauen auszufüllen.

Wetten, dass unsere Politikern überhaupt keinen Plan hatten und haben?

Account gelöscht!

28.03.2012, 12:53 Uhr


...schröpfen etwa in Deutschland die Politkreise mit entsprechenden Gesetzen ihre Lobbyistengeldgeber ?
Mehr Moral als in Deutschland darf und sollten die Restmoralapostel in disem Land auch von Griechenland und seiner Elite nicht erwarten.
Der Mann/die Frau/die Familie begleicht genoetigt wie in Deutschland, so in Griechenland, die Rechnung. Nicht der "Dicke mit der dicken Börse".
Einzelüberweisungen und gezielte Erfolgsmeldungen sanieren noch lange nicht die Folgen der Globalisierung und des moralischen Polit-Verfalls.

Mazi

28.03.2012, 21:20 Uhr

@lensoes
Das Problem ist, dass in Deutschland (genauer in Nordrhein-Westfalen = NRW) 120 Kommunen keine Kredite mehr bekommen und weiterhin einen Solidarbeitrag nach Ostdeutschland zahlen müssen.

Zu Ihrer Info:
NRW hat 17,8 mio. Einwohner
Griechenland 10,8 mio. Einwohner

NRW hat Schulden von 185 Mrd. Euro
Griechenland dagegen von 368 Mrd. Euro

Nachzulesen sind diese Daten unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Nordrhein-Westfalen
http://de.wikipedia.org/wiki/Griechenland

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