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29.05.2015

14:21 Uhr

Griechenland ist bankrott

Es geht (fast) nichts mehr

VonGerd Höhler

Schleichender Prozess Staatspleite: Griechische Parks verwildern, Bauvorhaben stoppen, Krankenhäusern gehen die Spritzen aus. Athen kratzt das letzte Geld für die internationalen Gläubiger zusammen – mit fatalen Folgen.

Auf vielen griechischen Baustellen wird nicht mehr gearbeitet, weil der Staat die Firmen nicht mehr bezahlt. AFP

Abstieg vom Gerüst

Auf vielen griechischen Baustellen wird nicht mehr gearbeitet, weil der Staat die Firmen nicht mehr bezahlt.

AthenAllen Unkenrufen zum Trotz: Bisher sind die Griechen offenbar flüssig. Der Finanzminister zahlt Gehälter und Renten, er bedient pünktlich seine Auslandsschulden. Aber in Wirklichkeit ist dem Staat das Geld längst ausgegangen. Lieferanten sitzen auf Bergen unbezahlter Rechnungen, Unternehmen warten vergeblich auf Mehrwertsteuer-Erstattungen.

Zahlen die Griechen? Treiben sie das benötigte Geld trotz leerer Kassen doch noch irgendwo auf? Oder ist diesmal wirklich Schluss? Seit Monaten läuft diese Zitterpartie nun schon. Die Ungewissheit zerrt an den Nerven der Gläubiger – und mehr noch an denen der Griechen selbst. Schließlich ist es ihr Bankrott, um den es geht.

Jetzt, am Monatsende, wird es spannend – wieder einmal: Die griechischen Rentner warten auf ihr Geld. Dafür werden 2,3 Milliarden Euro fällig. 900 Millionen davon muss der Finanzminister den Rentenkassen als Zuschuss überweisen. Rund eine weitere Milliarde Euro werden für Gehälter im Staatsdienst benötigt. Das Geld sei vorhanden, versichert man in griechischen Regierungskreisen. Kein Pensionär, kein Beamter müsse sich Sorgen machen.

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Falls sich Griechenland und seine Retter nicht einigen, braucht Athen einen Plan B. Helfen könnte dabei ausgerechnet ein Ökonom aus Deutschland. Seine Idee einer parallelen Zweitwährung gewinnt an Brisanz.

Doch bald folgt der nächste Zittertermin: Am 5. Juni muss Griechenland knapp 299 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) überweisen, zur Tilgung einer Kreditrate aus dem Jahr 2010. Am 12. Juni erwartet der IWF eine weitere Rückzahlung von 336 Millionen, und in der zweiten Monatshälfte stehen Tilgungen von 896 Millionen Euro an. Dass Griechenland diese Zahlungen ohne frische Hilfskredite leisten kann, gilt als unwahrscheinlich. Vor allem deshalb steht Athen in den laufenden Gläubigerverhandlungen unter extremem Zeitdruck.

Dass der Athener Finanzminister bisher seinen Verpflichtungen gegenüber den ausländischen Gläubigern, den Rentnern und Staatsdiener nachkommen konnte, ist allein dem Umstand geschuldet, dass der griechische Staat fast alle anderen Zahlungen eingestellt hat. Lieferanten warten seit Monaten auf ihr Geld. Ministerien, Kommunen und Behörden sitzen auf unbezahlten Strom-, Telefon- und Wasserrechnungen. Grünanlagen werden nicht mehr bewässert, Parks verwildern. Bauvorhaben kommen zum Stillstand, weil kein Geld mehr vorhanden ist.

Wann Griechenland die nächsten Milliarden überweisen muss

Die griechische Regierung...

... steht mit dem Rücken zur Wand. In den kommenden drei Monaten müssen erhebliche Summen an die internationalen Geldgeber überwiesen werden. Es ist unklar, ob Athen den Verpflichtungen nachkommen und eine Staatspleite noch abwenden kann. Das sind die wichtigsten Termine…

Im Mai...

… hatte die Regierung in Athen zur Rückzahlung von 750 Millionen Euro an den internationalen Währungsfonds auch auf 650 Millionen von einem eigenen IWF-Konto zurückgegriffen. Unklar ist, wann sie dieses Geld wieder auf das Konto einzahlen muss. In der Regierung war damals von "einigen Wochen" die Rede.

Dem IWF...

… muss Griechenland besonders im Juni viel überweisen. In dem Monat werden insgesamt gut 1,5 Milliarden Euro fällig.

Auf vier Tranchen...

…verteilt sich laut IWF die Summe auf vier Tranchen.

5. Juni

298 Millionen Euro

12. Juni

335,2 Millionen Euro

16. Juni

558,8 Millionen Euro

19. Juni

335,2 Millionen Euro

Im Juli...

… am 13., ist eine weitere Zahlung an den IWF in Höhe von 447 Millionen Euro fällig.

Härtemonat Juli

In dem Monat werden außerdem Zinsen und Tilgung für Staatsanleihen fällig, die im Bestand der Europäischen Zentralbank (EZB) sind. Die Summe beläuft sich auf rund 3,5 Milliarden Euro. Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis hat gefordert, die Rückzahlungstermine dieser Papiere zu verschieben. Die genauen Daten sind bisher nicht bekannt.

Auch im August...

… steht Griechenland vor enormen Herausforderungen, weil weitere 3,2 Milliarden Euro für die EZB fällig werden.

Zinsen

Dem IWF stehen zudem Zinsen in Höhe von rund 165 Millionen Euro zu. Dafür ist jedoch kein Datum festgelegt.

Unter dem Strich belaufen sich die Verbindlichkeiten auf über 4,4 Milliarden Euro. Fast die Hälfte davon entfällt auf Schulden des staatlichen Krankenversicherers Eopyy und kleinerer öffentlicher Krankenkassen. Nach Angaben des europäischen Verbandes der Pharma-Unternehmen (EFPIA) steht der griechische Staat allein bei dessen Mitgliedsfirmen mit 1,1 Milliarden Euro in der Kreide.

Man stehe unter moralischen Druck, nicht die Lieferungen von lebenswichtigen Medikamenten an die griechische Bevölkerung zu stoppen, sagte der Verbandsvorsitzende Richard Bergström der Nachrichtenagentur Reuters. Weitere 903 Millionen Euro schulden staatliche Krankenhäuser ihren Lieferanten. In vielen Kliniken fehlt es inzwischen sogar an Verbandsmaterial, Gummihandschuhen und Einwegspritzen.

Kommentare (29)

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Herr Vitorio Query

29.05.2015, 14:49 Uhr

>> Griechenland ist bankrott <<

Welch eine ERKENNTNISS ?

Wir wußten das schon beim Eintritt Griechenlands in die EU !

Herr Dr. Michael Klein

29.05.2015, 14:49 Uhr

"Athen kratzt das letzte Geld für die internationalen Gläubiger zusammen"

Wieso "internationalen Gläubiger"?

Staaten verschulden sich zu 97% bei Banken und Versicherungen!

(Die Versicherungs AGs gehören auch den internationalen Bankstern)

Wollen die Bankstermedien dass wir nicht erfahren bei wem sich alle Staaten verschulden?

Hängen wir alle am Tropf eines privaten Geldmonopols?

Woher haben die Bankster das ganze Geld um es den Staaten zu leihen, wenn sie doch selbst angeblich alle pleite sind bzw. gerettet werden müssen?

Bankster schaffen ( was viele nicht wissen ) Geld aus dem nichts ( per Kredit ) und verschulden/versklaven damit die ganze Menschheit!

Die wichtigste Frage lautet: Wie entsteht Geld?

Geld entsteht nur über Kredit!!!

Geld = Schuld

Jedem Euro/Dollar Guthaben steht ein Euro/Dollar Schulden gegenüber!

Jeder Euro/Dollar der im Umlauf ist, wurde den Staaten, Unternehmen und Menschen nur geliehen, und muss plus Zinsen an die internationalen Bankster zurückgezahlt werden!
( Privatbanken bzw. deren EIGENTÜMER haben das Geldmonopol! )

"So ist unser Geldsystem. Gäbe es keine Schulden, gäbe es kein Geld!" (Marriner Eccles, Präsident des privaten Federal Reserve Systems, am 30. September 1941)

Warum erfahren wir in den Lügenmedien nichts über das Schuldgeldsystem bzw. Geldmonopol der internationalen Bankster?

Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien AGs?

Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" bzw. "Das Zwangsgeldsystem Mario Fleischmann", "Prof. Bernd Senf - Tiefere Ursachen der Krise" oder "Goldschmied Fabian" suchen.

Herr Dr. Michael Klein

29.05.2015, 14:54 Uhr

Eine Schuldenlast von 200 Bio. Dollar lastet auf dem Globus. Das zeigt eine McKinsey-Studie. Besonders beängstigend ist der Anstieg der Schulden im letzten Jahrzehnt. Angebliche Experten geben sich fassunglos.

Für Schuldgeldsystemkenner ist diese Entwicklung jedoch wenig überraschend.

„Jeder, der glaubt, exponentielles Wachstum könnte endlos weitergehen, ist entweder ein Verrückter oder ein Ökonom.“ (Kenneth Boulding, Economist)

Dass Geldvermögen bzw. Schulden einem exponentiellen Wachstum unterliegen, ist für Kenner des Schuldgeldsystems nichts neues. Denn bekanntlich ist ja Geld = Schuld.

Jeder kann dies an Sparplänen nachvollziehen. Das ist die "positive" Seite des Zinseszinseffekts. Die Kehrseite: Da Geld = Schuld müssen sich entsprechend auch die Schulden vermehren!

Das scheinen die angeblichen Experten von McKinsey offenbar noch nicht begriffen zu haben. Sie wundern sich nur darüber, dass die Schulden so stark wachsen.
Vielleicht brauchen die Herren in diesem Bereich etwas Nachhilfe.

Schulden müssen im Schuldgeldsystem der internationalen Bankster bekanntlich immer wachsen, weil sonst alles zusammenbricht!

Problem ist dabei, dass durch Zinseszinseffekte ein exponentielles Wachstum entsteht, was das Schuldgeldsystem am Ende kollabieren lässt. In dieser Spätphase des Schuldgeldsystems befinden wir uns gerade.

Es kann in diesem System kein Schuldenabbau geben!

Sollten wir uns nicht lieber fragen, ob es nicht an der Zeit ist, ein neues Geldsystem einzuführen?

Ein Geldsystem ohne Zwang zu immer mehr Schulden und Wachstum?

Oder die Erdlinge können sich bald ein neues Zuhause suchen, nachdem sie ihren eigenen Planeten zerstört haben!

Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" suchen.

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