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02.04.2011

12:31 Uhr

Griechenland

IWF drängt auf Umschuldung

Der Internationale Währungsfonds (IWF) zweifelt offenbar an der Fähigkeit Griechenlands, aus dem Schuldensumpf herauszukommen. Der Fonds fordere eine baldige Umschuldung, heißt es.

Der Internationale Währungsfonds glaubt nicht, dass sich das Land mit den bisherigen Maßnahmen sanieren lässt. Quelle: dpa

Der Internationale Währungsfonds glaubt nicht, dass sich das Land mit den bisherigen Maßnahmen sanieren lässt.

Athen/BerlinWie das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ meldet, zweifelt der IWF am Erfolg der Rettungsbemühungen für Griechenland und drängt auf eine baldige Umschuldung des Landes. Denkbar seien ein Schuldenschnitt, längere Laufzeiten von Anleihen oder niedrigere Zinszahlungen.

Diese Forderung vertraten hochrangige Vertreter des Währungsfonds in den vergangenen Tagen bei Gesprächen mit Beamten europäischer Regierungen. Im IWF bahne sich damit ein Kurswechsel an.

Der Fonds glaube offensichtlich selbst nicht mehr daran, dass sich das Land mit den bisherigen Maßnahmen sanieren lässt. Notwendig sei eine Verringerung der Schuldenlast von derzeit rund 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, argumentierten laut Magazin IWF-Vertreter gegenüber den Europäern.

Denkbar sei ein Schuldenschnitt, die Verlängerung der Laufzeiten von Anleihen oder niedrigere Zinszahlungen. Alle drei Alternativen liefen darauf hinaus, dass Inhaber griechischer Staatsanleihen auf einen Teil ihrer Rendite verzichten müssen. Nach den Vorstellungen des IWF solle die griechische Regierung schon bald Gespräche mit ihren Gläubigern aufnehmen und ihnen die geplante Umschuldung mitteilen. Der IWF schrecke allerdings noch davor zurück, seine Überlegungen öffentlich zu machen, weil er fürchte, das ebenfalls angeschlagene Portugal dadurch in noch größere Schwierigkeiten zu bringen, berichtet der „Spiegel“ weiter.

Der griechische Finanzminister, Giorgos Papakonstantinou, hatte ähnliche Gerüchte bereits dementiert. Die britische Zeitschrift „Economist“ hatte berichtet, Griechenland, Irland und Portugal seien bereits bankrott und sollten eine Umschuldung in die Wege leiten. „Es gibt kein solches Thema“, sagte Papakonstantinou im griechischen Fernsehen (NET) am Samstag. Auch der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou sagt immer wieder: „Wir werden jeden Cent zurückzahlen“.

Kommentare (31)

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Morchel

02.04.2011, 13:07 Uhr

Scheibchenweise wird der pöbel nun Staatsanleihen weiter kaufen nicht er selber dmit beauftragt er die Volksvertreter

azaziel

02.04.2011, 13:39 Uhr

Das haben diese Lumpen schon vor langer Zeit gewusst. Sie lassen aber erst jetzt in kleinen Dosen die Wahrheit heraus, nachdem ein Grossteil der Schulden von den Banken auf die oeffentliche Hand uebergegangen ist. Bei den Politikern bin ich mir immer noch nicht sicher, ob es sich um absolut blinde Huehner oder um Komplizen handelt. Die Konsequenzen werden in jedem Fall dramatisch sein, weil das Problem um Jahre verschleppt wurde. Bankenpleiten, Firmenpleiten, Pensionsfonds ausgetrocknet, Versicherungen illiquide, Arbeitslosigkeit und, und, und .... Ich wage nicht mir die Folgen alle auszumalen, aber es ist durchaus denkbar, dass ein finanzieller GAU alles bisherige wie eine Dorfkirmes aussehen laesst.

Malocher

02.04.2011, 13:42 Uhr

Hat nicht der IWF ein BEVORZUGTES Recht auf Rückzahlung seiner Schulden? Praktisch würde das bedeuten, dass der deutsche Dumm-Michel für den allergrössten Teil der Schulden aufkommen muss, die Franzosen haben sich ja rechtzeitig zurückgezogen!
Die Alternative dazu wäre eine mehrjährige Hochinflationsphase aus der Notenpresse. Aber das würde Italien nicht überstehen. Also ist es am Besten, der deutsche Depp ("stupid German money") zahlt mal wieder.Ich bezeichne so etwas als Hochverrat am deutschen Volk, begangen durch DEUTSCHE Lobby-Politiker, die dafür mit Beratungshonoraren und Vorstandsposten belohnt werden.
Die Griechen werden nur dann "jeden Cent" zurückzahlen, wenn Ihnen die EZB das Geld druckt.

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