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01.02.2012

10:58 Uhr

Griechenland

IWF fordert erneut massive Einsparungen

Der IWF-Chefkontrolleur mahnt Griechenland bei seinen Reformplänen an, notfalls staatliche Unternehmen zu schließen und Beamte zu entlassen. Er räumt aber ein, dass vorher zu wenig auf die Ausgaben geachtet wurde.

IWF-Chefkontrolleur Poul Thomsen bei einer Konferenz in Portugal. dapd

IWF-Chefkontrolleur Poul Thomsen bei einer Konferenz in Portugal.

AthenDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat erneut massive Einschnitte in Griechenland gefordert, zugleich aber Fehler eingeräumt. Der IWF-Chefkontrolleur für Griechenland, Poul Thomsen, sagte der Athener Zeitung „Kathimerini“, die Regierung in Athen müsse staatliche Unternehmen schließen und notfalls Staatsbedienstete entlassen. Außerdem müssten die Löhne drastisch gekürzt werden.

Der Mindestlohn in Griechenland sei „dramatisch höher“ im Vergleich zu anderen europäischen Staaten, sagte Thomsen. Es sei skandalös, dass wegen der hohen Mindestlöhne rund 40 Prozent der jungen Menschen in Griechenland arbeitslos sind. Thomsen sagte aber zugleich, dass es Fehler in der Politik der „Troika“-Experten von EU, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) gegeben habe. Das Reformprogramm habe zu sehr auf neuen Steuern basiert. Die „Troika“ hätte der Reduzierung der Ausgaben mehr Gewicht geben sollen.

Zu den laufenden Verhandlungen über einen freiwilligen Schuldenschnitt für Griechenland und die Frage, ob sich neben privaten Gläubigern auch Staaten oder die EZB beteiligen sollten, sagte Thomsen: „Wir brauchen eine kombinierte Reduzierung der Lasten der Schulden des Landes“.

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos hatte am Dienstag ein bislang nicht geplantes Treffen der Finanzminister der Eurogruppe in Brüssel angekündigt. „Am Montag, den 6. Februar, wird es erneut ein Treffen der Eurogruppe geben“, sagte Venizelos vor Journalisten in Athen. Dabei gehe es um den angepeilten Schuldenschnitt und das griechische Spar- und Stabilisierungsprogramm, wie es hieß. Eine Bestätigung der Eurogruppe für das Treffen gab es allerdings nicht.

„Wir müssen unsere Arbeit machen und bis zum Ende dieser Woche die Verhandlungen mit der „Troika“ über das neue Sparprogramm abschließen“, sagte Venizelos. In Zusammenhang mit dem angestrebten Schuldenschnitt von 100 Millionen Euro stünden Griechenland und die Banken „einen Schritt vor Abschluss der Verhandlung“. Venizelos schätzte, dass der Schuldenschnitt höher sein werde als bislang angepeilt. Nach seinen Worten könnten die Verluste der privaten Gläubiger die Marke von 70 Prozent erreichen.

Von

dpa

Kommentare (17)

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weltenbrand

01.02.2012, 11:17 Uhr

"IWF fordert erneut massive Einsparungen" - IWF fordert erneut Massenselbstmord.

denk.mal

01.02.2012, 11:20 Uhr

Ich hoffe, Herr Thomson kann morgens nicht mehr in den Spiegel gucken.

Wenn er nur über die Hälfte der Qualifikation verfügt, die er haben sollte um diesen Job zu machen, muss ihm doch aufgehen, dass eine eigene Währung die bessere Lösung ist. Beziehungsweise könnte man die eigene Währung natürlich simulieren, indem man sämtliche Preise und Einkommen nach unten korrigiert. Klar muss man das dann auch bei den Staatsanleihen nachziehen.

MaWo

01.02.2012, 11:30 Uhr

Hallo,
warum wird nicht einmal versucht das Existenzminimum als Basis für die Berechnung von Abgaben heranzuziehen und zwar in der gesamten EU?

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