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08.08.2012

14:25 Uhr

Griechenland

Jede zehnte Rente könnte erschlichen sein

Bei den griechischen Renten kommt es trotz intensiver Kontrollen weiterhin zu Unregelmäßigkeiten. Die Behörden sind sich bei jeder zehnten Rente nicht sicher, ob sie rechtmäßig ist und an wen sie ausgezahlt wird.

In vielen Fällen wissen griechische Behörden nicht, an wen die Renten ausgezahlt werden und ob sie rechtmäßig sind. dpa

In vielen Fällen wissen griechische Behörden nicht, an wen die Renten ausgezahlt werden und ob sie rechtmäßig sind.

AthenIn Griechenland erschleichen sich Bürger trotz intensiver Kontrollen Zuschüsse und Renten. Die Behörden können für jede zehnte Rente nicht sicher feststellen, ob sie rechtmäßig ist und an wen sie genau ausgezahlt wird.

Dies sagte am Mittwoch der Chef der Behörde, die die Bücher der Rentenkassen prüft, im griechischen Radio. „Etwa jede zehnte Rente kann nicht richtig verifiziert werden, an wen sie denn geht“, sagte der Chef der Kontrollbehörde Charis Theocharis.

Neue Kontrollen sollen nun klären, „was Sache ist“, hieß es. Nach einer Verordnung des Arbeitsministeriums müssen alle Rentenkassen bis zum 17. August detaillierte Listen mit den Renten vorlegen, bei denen es Zweifel gibt.

Unterdessen ordnete die Staatsanwaltschaft von Athen umfangreiche Kontrollen in allen Regionen des Landes an. Alle diejenigen, die sich Renten oder Zuschüsse erschleichen sollen sofort zur Rechenschaft gezogen werden, berichtete das griechische Fernsehen unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft.

Die Ermittlungen richten sich nicht nur gegen die Bezieher der Renten und Zulagen sondern auch gegen Kassenangestellte und Ärzte, die für die Bewilligung verantwortlich waren. Neben Einsparungen erhofft man sich auch Einnahmen durch mögliche Rückzahlungen.

Die Behörden nehmen außerdem auch angeblich Blinde ins Visier. Kontrolleure haben auf der Ionischen Insel Zakynthos festgestellt, dass statt angeblich 700 Betroffenen tatsächlich nur 60 blind waren. Zu ähnlichen Ergebnisse kam es auch auf der Insel Chios im östlichen Mittelmeer.

Von

dpa

Kommentare (14)

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Privatier

08.08.2012, 15:09 Uhr

Wenn man das immer liest, kann man niemals glauben, dass es Griechenland jemals aus eigener Kraft schafft.
Die über Jahre gewachsenen Strukturen, können "von innen" nie mehr aufgebrochen werden.
Griechenland müsste, für 10 Jahre, unter Zwangsverwaltung / Besatzung mit Kriegsrecht gestellt werde. Nur dann könnte sich was ändern.
Da dies praktisch nicht möglich ist, wird es vermutlich für Alle kein gutes Ende nehmen.

Fassungslos

08.08.2012, 15:11 Uhr

Man steht dem Ganzen nur noch fassungslos gegenüber! Hoffentlich kommen die Freien Wähler 2013 in den Bundestag.

Steuerschaetzer

08.08.2012, 15:11 Uhr

Vielen Dank, liebes HB für diesen informativen Artikel!

Und der Inhalt ist sicher auch interessant für die, die immer mit den armen Griechen Mitleid haben, die ja nichts dafür können, dass die "Oberschicht" den Staat so ausgebeutet hat, während der "kleine Mann" doch wie überall ehrlich ist und nur zu kurz kommt. In Griechenland gibt es eben nicht nur die steuerhinterziehenden Millionäre, sondern auch betrügerische normale Leute "en masse", die sich alle am Betrug der Gemeinschaft beteiligt haben, nach dem Motto: da mein Nachbae auch betrügt, muss ich noch mehr betrügen, um ihm gegenüber einen Vorteil zu haben. Steuerbetrug und erschleichen von staatlichen Leistungen als Volkssport.

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