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20.06.2011

14:14 Uhr

Griechenland-Krise

Bundesbank sieht Dauer-Pleite-Gefahr

Griechenland hofft auf neue Hilfe seiner EU-Partner. Doch die Bankrott-Gefahr bleibt noch lange bestehen, ist sich die Bundesbank sicher. Auch für andere Euro-Schuldensünder zeichnen die Notenbanker eine düstere Zukunft.

EU lässt Griechenland warten

Video: EU lässt Griechenland warten

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Frankfurt/BerlinGriechenland bleibt das Sorgendkind Nummer eins in der Euro-Zone. Wenn die EU-Partner dem hoch verschuldeten Land nicht abermals unter die Arme greifen, ist die Pleite ausgemacht.  Hilft die EU mit neuen Geldspritzen, bleibt allerdings die Pleitegefahr bestehen. Das legt eine Analyse der Deutschen Bundesbank nahe. Die Notenbank-Experten setzen sich in ihrem Monatsbericht, der heute veröffentlicht wurde, mit der aktuellen und der künftigen Finanzlage der Euro-Schuldensünder auseinander und kommen zu dem Schluss, dass Länder wie Griechenland noch lange exorbitante Refinanzierungskosten an Geldgeber werden zahlen müssen.

Hinzu kommt, dass die Finanzmärkte sehr sensibel auf Griechenland-Nachrichten reagieren. Entsprechend fiel die Reaktion auf die Verschiebung frischer Griechenland-Hilfen aus. Die Börsen in Europa starteten am Montag mit Kursverlusten. Der Euro rutschte ab. Banken- und Versicherungswerte gehörten mit zu den größten Verlierern.

Die Eurofinanzminister hatten bei ihren Krisenberatungen am Montagmorgen eine Entscheidung über dringend benötigte Milliardenkredite für Griechenland vorerst aufgeschoben. Endgültige Entscheidungen über ein weiteres Rettungspaket sollen erst Anfang Juli fallen, zunächst müsse das Parlament in Athen Beschlüsse zu zusätzlichen Spar- und Reformpaketen fassen.

Die Griechenland-Lösung auf die lange Bank zu schieben, verunsichere die Märkte, kritisierten Analysten. Dies sei „ein Spiel mit dem Feuer“ angesichts der fehlenden Unterstützung des Sparprogramms durch die griechische Opposition, hieß es in einem Kommentar.

Der Euro gab zum US-Dollar knapp einen Cent nach und sank zeitweise unter die Marke von 1,42 Dollar. Der Schweizer Franken als „sicherer Hafen“ profitierte hingegen und legte insbesondere zum Euro deutlich zu. Im Gegenzug sank der Euro zum Franken im Tief auf 1,2015 Euro. Die Euro-Finanzminister hatten sich in der Nacht zum Montag in Luxemburg zwar grundsätzlich auf eine Einbindung privater Gläubiger in die Rettung Griechenlands verständigt. Details sollen aber erst Mitte Juli festgelegt werden.

Kommentare (27)

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20.06.2011, 14:03 Uhr

Wir werden gerade kaputtregiert! Ich bin Europäer, Demokrat und eigentlich kein Demagoge. Doch im Angesicht der derzeitigen Europapolitik überkommen mich schlimmste Untergangsfantasien. Europa ist ein Kontinent mit unterschiedlichesten Nationalitäten - und das ist gut so. Nationale Eigenarten und individuelle Lebensweise sind Teil der Menschenwürde. Dazu gehört auch, dass man Menschen Perspektiven eröffnet und Freiheiten lässt. Dies alles wird derzeit jedoch unter dem Diktat des Euros, der Staatsschulden und der EU-Bürokratie erstickt. Meine Sympathien gelten den revoltierenden Griechen, die sich gegen einen Wirtschaftskolonialismus wehren. Meine Symphatien haben aber auch die spanischen und italienischen jungen Menschen, die keinerlei Chancen auf einen angemessenen Job in ihrem Land haben. Ich denke aber auch an die deutschen Arbeitnehmer und Rentner, die 60 Jahre für Wohlstand und Wiederaufbau gearbeitet haben und nun zu Recht befürchten, kalt enteignet zu werden. Die europ. Institutionen sind letztendlich nicht demokratisch legitimiert. Sie sind den Menschen übergestülpt worden, da mag man juristische Winkelzüge hervorzaubern wie man will - Fakt ist, die Menschen in Europa wollen friedlich miteinander leben, vielleicht auch in einer Wirtschaftsgemeinschaft, mehr aber auch nicht. Alles andere ist der internationalen Wirtschaft, ihren Lobbyisten und den vielen Begünstigten des Euro-Apparats geschulden. Wir wollen unser Land und unsere Soureränität zurück. Wir sind das Volk - leider haben die Politiker das mehrheitlich vergessen.

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20.06.2011, 14:04 Uhr

Dauerpleite ist jeder, der unbegrenzt als "Bedürftiger" abkassieren kann. Begreift das keiner in Brüssel ? So bequem es sich mancher mit HRTZ4 macht, so bequem machen es sich die PIGS in Zukunft. Brüssel lädt doch dazu geradezu ein.

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20.06.2011, 14:07 Uhr

Die Bundesbank tut gut daran, der Politik endlich die Pistole auf die Brust zu setzen. So kann es nicht weiter gehen! Allen unabhängigen Finanzexperten ist klar, dass staatliche Eingriffe, besonders wenn sie so dilletantisch wie bisher durchgeführt werden, nur im völligen Chaos und einem Europacrash enden können. Wir müssen endlich die Währung opfern, um wenigstens das Grundgerüst Europa zu erhalten. Alles andere ist Verrat an Demokratie und Zukunft!

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