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11.07.2017

20:22 Uhr

Griechenland-Krise

Deutschland verdiente offenbar kräftig mit

Deutschland hat offenbar an der Griechenland-Krise kräftig mitverdient: Kredite und Anleihekäufe hätten der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge einen Milliardengewinn eingebracht. Kritik kommt von den Grünen.

So schafft Deutschland mit Griechenland-Krediten einen Milliardengewinn

Video-News: So schafft Deutschland mit Griechenland-Krediten einen Milliardengewinn

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DüsseldorfKredite und Anleihekäufe zu Gunsten Griechenlands haben Deutschland Gewinne in Höhe von etwa 1,34 Milliarden Euro eingebracht. Das geht nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung aus Antworten des Bundesfinanzministeriums auf Fragen der Grünen im Bundestag hervor. Demnach hat ein Darlehen, das die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Griechenland 2010 mit Absicherung durch eine Bundesgarantie erteilt hat, 393 Millionen Euro an Zinsgewinnen erbracht.

Auch aus dem 2010 von der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgelegten und 2012 beendeten Programm zum Ankauf von Staatsanleihen (SMP) fließen Gewinne an die Bundesbank und schließlich in den Bundeshaushalt. Seit 2015 hat sich der deutsche SMP-Gewinnanteil den Angaben zufolge auf 952 Millionen Euro den Angaben zufolge summiert.

„Die Zinsgewinne müssen endlich an Griechenland ausgezahlt werden. Es kann nicht sein, dass Wolfgang Schäuble mit griechischen Zinsgewinnen auch noch den deutschen Haushalt sanieren will“, sagte der EU-Experte der Grünen im Bundestag, Manuel Sarrazin. „Es mag zwar legal sein, dass Deutschland an der Krise in Griechenland verdient. Legitim im moralischen Sinne der Solidarität ist es nicht“, kritisierte der haushaltspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Sven-Christian Kindler.

Von

HB

Kommentare (3)

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Rainer von Horn

12.07.2017, 08:46 Uhr

Hanebüchen. Das sind buchhalterische Einnahmen, denen keine cash-wirksamen Zahlungsströme gegenüber gestanden haben dürften. Buchungssatz rechte Tasche an linke Tasche. Wenn die Kredite nicht immer neu aufgestockt, im Zinssatz runtergesetzt und in der Laufzeit bis zum St.-Nimmerleinstag gestreckt würden, würden die Griechen-kredite endlich ausfallen und der Buchungssatz könnte dann umgekehrt werden und zu einem Verlustausweis führen und die Grünen wären dann ganz still oder würden von "europäischer Solidarität" faseln.

Von Papandreos "Griechenland wird jeden Cent zurückzahlen" sind wir nach wie vor meilenweit entfernt, aber wer erinnert sichnoch an die Aussagen griechischer Politiker aus 2011?

http://www.handelsblatt.com/politik/international/griechenland-papandreou-will-schulden-zurueckzahlen/3876754.html

Nein, Griechenland bekam erst kürzlich 8,5 MRD neu zugesagt und "Griechenlands Finanzminister Euclid Tsakalotos beschwichtigt. „Jetzt gibt es Licht am Ende des Tunnels“, sagte er nach den Gesprächen." Kommt das jemand bekannt vor?

https://www.welt.de/wirtschaft/article165595571/8-5-Milliarden-fuer-Athen-aber-wichtigste-Frage-bleibt-ungeklaert.html

und
"Die Euro-Finanzminister feiern ihre Einigung auf neue Hilfsmilliarden für Griechenland. Dabei bleiben Zweifel bestehen, dass Athen den Schuldenberg je wieder abbauen kann. Viele Augen blicken nun nach Berlin. "
Quelle siehe vor.

Wieder mal eine eklatante Verdrehung der Tatsachen. Cash-wirksam werden wohl einzig und alleine die Steuererhöhungen in der Zukunft für uns und unsere Kinder, wenn die deutschen Bürgschaften zahlungswirksam in Form von Steuererhögungen einkollektiert werden.

Die Grünen, was tut man nicht alles zur Schädigung des eigenen Staatswesens? Bitte unterscheidet mal Einnahmen und Ausgaben, Aufwand und Ertrag.

Rainer von Horn

12.07.2017, 08:49 Uhr

Hier:

"Eine Einnahme muss nicht gleichzeitig eine Einzahlung sein. Wird eine Rechnung fakturiert, erhöht sich das Geldvermögen durch die entstehende Forderung, der Zahlungsmittelbestand erhöht sich nicht."

Nachhilfe in Buchhaltung:

https://de.wikipedia.org/wiki/Einnahme

aza azaziel

12.07.2017, 09:10 Uhr

Schoenes Beispiel fuer die Verletzung journalistischer Sorgfaltspflicht. Wie sind diese Gewinne entstanden? Wer hat den Verlust gemacht? Konnten diese Gewinne realisiert werden? Auf alle Faelle ist zu vermuten, dass Gewinne und Verluste den Teilnehmern am normalen Boersenhandel entstanden, ohne Beteiligung des Staates Griechenland. Die auf voelliger Unkenntnis basierende absurde Forderung der Gruenen, die Gewinne an Griechenland auszuzahlen, haette von dem Journalisten besser analysiert und kommentiert gehoert. So wie es dahsteht, ist es einfach nur Dummheit!

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